Eltern streben Betreuung unterm Dach der Carl-Schurz-Schule an / Anbau kommt

Ansgarii-Hortkinder ohne Bleibe

Schwachhausen. Die Schließung des Ansgarii-Horts rückt näher, doch bislang eröffnet sich den Eltern keine Alternative, wo sie ihre Kinder ab dem kommenden Schuljahr betreuen lassen können. Ihre Empörung darüber brachten zahlreiche Betroffene auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Beirates Schwachhausen zum Ausdruck.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Ansgarii-Hortkinder ohne Bleibe

Die Eltern hoffen, dass die Ansgarii-Hortkinder ab Sommer unter dem Dach der Schule Carl-Schurz-Straße betreut werden.

Petra Stubbe

Die Schließung des Ansgarii-Horts rückt näher, doch bislang eröffnet sich den Eltern keine Alternative, wo sie ihre Kinder ab dem kommenden Schuljahr betreuen lassen können. Ihre Empörung darüber brachten zahlreiche Betroffene auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Beirates Schwachhausen zum Ausdruck. Der tagte in der Carl-Schurz-Grundschule, die von etwa 90 Prozent der Ansgarii-Hortkinder besucht wird.

Auf die Schule richtete sich zunächst auch die ganze Hoffnung der Eltern, dort ab Sommer einen Raum für die Nachmittagsbetreuung zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Ich weiß nicht wo“, entgegnete Schulleiterin Claudia Neumann. „Alles, was zugunsten eines Horts wegfallen würde, ginge zu Lasten des Schul-Profils.“

Damit mochten sich die Eltern nicht zufrieden geben. „Wir brauchen nur einen Raum“, betonte eine Mutter eindringlich. „Alles andere organisieren wir.“ Sie regte zudem an, über eine Doppelnutzung nachzudenken. Auch im Ansgarii-Hort würde so verfahren – dort werde ein Kita-Raum nachmittags für die Hortbetreuung genutzt. „Unsere Kinder kennen das und sind entsprechend rücksichtsvoll“, betonte eine andere Mutter.

49 Mädchen und Jungen benötigen ab kommendem Schuljahr einen Hortplatz – das habe eine Elternabfrage ergeben, berichtete eine weitere Mutter. Mit Blick auf den Kalender machten sich mittlerweile erhebliche Existenzsorgen unter den Eltern breit, betonte sie. „Insbesondere bei den Alleinerziehenden.“

Dass der Blick der Eltern auf der Suche nach einem Raum auch in Richtung Carl-Schurz-Schule gehe, sei bislang nicht kommuniziert worden, erklärte Claudia Neumann. Sie sei gerne bereit, Gespräche zu führen, sagte die Schulleiterin, könne den Eltern aber keine Hoffnung auf eine Erweiterung des 12-Uhr-Clubs machen. Der von Eltern verwaltete Verein betreut unter dem Dach der Carl-Schurz-Grundschule täglich 20 Kinder bis in die Nachmittagsstunden. Mehr sei nicht leistbar, habe der Vereinsvorstand betont, berichtete Neumann.

Wolfgang Schober (Linke) erklärte in diesem Zusammenhang nachdrücklich, dass es nicht Aufgabe der Schule, sondern der Behörde sei, für einen alternativen Standort Sorge zu tragen.

Im Zuge der Diskussion äußerte Neumann dann aber doch einen Vorschlag, der die Eltern hoffnungsfroh aufhorchen ließ. Seit Kurzem stehe die Hausmeisterwohnung der Schule leer. „Aber über die kann ich natürlich nicht verfügen“, betonte die Schulleiterin.

Doch damit die Idee war geboren – und nach Meinung von Eltern und Ausschussmitgliedern allemal wert, weiter verfolgt zu werden. Meike Baasen (SPD) brachte einen Antrag ein, in dem die Bildungsbehörde aufgefordert wird, alternative Standorte für den Ansgarii-Hort zu prüfen. Außerdem stelle sich die Frage, was aus dem Vorhaben, das DRK an der Wachmannstraße und das Freizi Parkallee diesbezüglich zu prüfen, geworden sei. Mit diesem Plan nämlich sei Wolfgang Bulling von der seinerzeit noch zuständigen Sozialbehörde vor rund einem Jahr aus einer Sitzung des Sozialausschusses gegangen. Baasens Antrag fand den vollständigen Zuspruch der Ausschussmitglieder.

Der lang erwartete Anbau der Carl-Schurz-Schule neben der Turnhalle ist laut jüngster Auskunft der Behörde nicht von der Haushaltssperre betroffen. Er soll nach Claudia Neumanns Auskunft Anfang 2016 in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung werde für den Spätsommer prognostiziert, sagte die Schulleiterin. Februar 2017 lautete dagegen die Befürchtung von Elternbeiratsmitglied Martin Stoevesandt.

Umkleide weicht Neubau

Geplant ist ein Abriss der Umkleide neben der Sporthalle, um dort einen dreigeschossigen Neubau zu errichten. Das Erdgeschoss bleibe Umkleidebereich, erklärte Neumann. In den anderen Geschossen sollen drei Klassenzimmer und ein Mehrzweckraum entstehen. Denn geplant worden sei der Anb

au, um einen oder mehrere vierte Züge an der Schule unterbringen zu können und Platz für Differenzierungsräume zu bieten. Zurzeit zeichne sich fürs kommende Jahr kein weiterer Zug ab, berichtete Neumann. Falls doch, werde es eng, wenn der Neubau nicht bis zum Schulanfang fertig sei.

Um den Altbau optisch und qualitativ an den Neubau anzupassen, hat sich in der Elternschaft der Schule die Arbeitsgemeinschaft (AG) Umbau gegründet. Diese hat bereits in Abstimmung mit der Schule eine umfangreiche Bedarfsanalyse erstellt und sich auf Spendersuche begeben.

Natürliche hoffe man, dass die Sanierungsarbeiten im Zuge des mit 1,4 Millionen veranschlagten Neubaus mit aufgenommen werden, erklärte Claudia Neumann. Falls aber nicht, müsse man andere Quellen finden.

In einem weiteren Antrag forderte der Sozialausschuss die Behörde einstimmig auf, finanzielle Mittel für die Sanierung des Altbaus bereitzustellen.

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