Berna Kurnaz und Johannes Hatzmann als Streetworker im Schweizer Viertel unterwegs Ansprechpartner für Jugendliche

Osterholz. Der Wunsch nach Streetworkern im Schweizer Viertel hat sich erfüllt: Ab sofort sind Berna Kurnaz und Johannes Hatzmann vom Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja) Ansprechpartner für Jugendliche im Quartier.
07.03.2010, 17:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Melanie Öhlenbach

Osterholz. Ab sofort hat auch das Schweizer Viertel seine eigenen Streetworker: Berna Kurnaz und Johannes Hatzmann vom Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (VaJa) wollen mit Jugendlichen und Cliquen im Quartier Kontakt aufnehmen und Freizeitangebote anbieten.

Den Wunsch nach Streetworkern gibt es im Quartier schon lange: Vor allem an der Wendeschleife der Linie 1 an der Züricher Straße, an der Kita Engadiner Straße oder auf dem Schulhof der Schule am Ellenerbrokweg treffen sich immer wieder junge Leute zwischen 14 Jahren bis Mitte 20.

'Der Bedarf ist riesig und es gibt hier nicht so viele Räume für Jugendliche. Daher weichen sie an die Endhaltestelle, auf die Schulhöfe und auf die Spielplätze aus', sagt Berna Kurnaz.

Des Öfteren Probleme bei Treffs

Dass es bei solchen Treffs auch des öfteren Probleme gibt, weiß die 28-jährige Soziologiestudentin, die Ende des Monats ihr Examen in der Tasche haben will.

Sie hat bereits einige Erfahrungen als Streetworkerin bei VaJa und in der Jugendarbeit gesammelt - auch im Schweizer Viertel. Acht Stunden pro Woche ist sie mit ihrem zwei Jahre älteren Kollegen Johannes Hatzmann ab sofort unterwegs, meistens am späten Nachmittag und am Abend.

Im Fokus steht vor allem der Freitagabend. 'Das ist die Zeit, in der Jugendliche hauptsächlich Alkohol konsumieren', weiß Kurnaz.

"Wir wollen Problemlagen entzerren"

Dass die Jugendlichen trinken, steht für die VaJa-Leute wegen ihres akzeptierenden Ansatzes erst einmal nicht zur Diskussion. 'Wir sind Gast in den Gruppen', sagt Mutlu Ersan, der seit gut sieben Jahren für den Verein im Bremer Osten unterwegs ist und mit seinem Kollegen Gunnar Erxleben die studentischen Mitarbeiter zu Beginn begleiten wird.

Aber: 'Wir machen kein pädagogisches Saufen', stellt Erxleben klar. 'Wir wollen die Problemlagen entzerren und unseren persönlichen Einfluss geltend machen. Das klappt meist zu 80 Prozent.'

An allererster Stelle steht für die VaJa-Mitarbeiter, Kontakt zu den Jugendlichen aufzunehmen. Wie gut dies gelingen wird, hänge von den Jugendlichen ab, sagt Berna Kurnaz.

Kontinuität sichern

'Aber es klappt meist wunderbar, wenn die Jugendlichen merken, dass Kontinuität dahinter steckt, also die gleichen Leute immer wieder an den gleichen Orten auftauchen.

' Ist der Kontakt da, könnten die Streetworker dann bestimmte Angebote aufbauen und präventiv arbeiten - vor allem mit den Jüngeren. Ideen für die Freizeitgestaltung haben sie schon jede Menge: kochen, schwimmen, Bowling- und Kinoabende oder sogar eine Band.

Dafür müssten dann entsprechende Räume organisiert werden. Klar ist jedoch: 'Die Wünsche der Jugendlichen stehen im Mittelpunkt', sagt Kurnaz.

Zudem wollen die VaJa-Mitarbeiter auf bestehende Gruppen und Netzwerke zurückgreifen: 'Oft wissen die Jugendlichen gar nicht, was für Angebote es bereits für sie im Stadtteil gibt', sagt Mutlu Ersan.

Projekt bis Jahresende finanziell abgesichert

Finanziert werden die zwei Stellen von Berna Kurnaz und Johannes Hatzmann bis Ende des Jahres zu gleichen Teilen aus dem Anpassungskonzept und dem Programm Wohnen in Nachbarschaften.

Bereits im Dezember hatte das Quartiersforum Schweizer Viertel den Antrag bewilligt. Wie es nach Ablauf des Finanzierungszeitraum weiter geht , ist derzeit noch nicht klar.

'Wir wollen gucken, wie sich die Arbeit etabliert hat und dann einen Folgeantrag stellen', sagt Erxleben.

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