Schlangen zum Ausgabestart Ansturm auf die Bremen-Münze

Bremen. 'Ich musste die einfach haben' - Kurt Eckert steht zu seiner Sammelleidenschaft. So gehörte der Rentner zu den ersten Bremern, die eine frisch geprägte Zwei-Euro-Münze mit Rathaus- und Roland-Emblem in den Händen hielten.
29.01.2010, 17:01
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Volker Junck

Bremen. 'Ich musste die einfach haben' - Kurt Eckert steht zu seiner Sammelleidenschaft. So gehörte der Rentner zu den ersten Bremern, die eine frisch geprägte Zwei-Euro-Münze mit Rathaus- und Roland-Emblem in den Händen hielten. Bei der Bundesbank-Filiale an der Kohlhökerstraße war einiges los am ersten Ausgabetag der neuen Bremen-Gedenkmünze.

Eigentlich wollten wir an dieser Stelle die erste Bremerin/den ersten Bremer mit dem neuen Geldstück präsentieren und standen pünktlich um 8.30 Uhr zum offiziellen Start in der Schalterhalle. Doch da war der erste Schub schon durch. Bundesbank-Mitarbeiter Andreas Röder: 'Einige Sammler warteten schon frühmorgens im Schneetreiben vor der Tür. Da haben wir eben ein bisschen eher angefangen.'

Wohl auch, um den erwarteten Ansturm abzufedern, der am späteren Vormittag einsetzte. Waren es zum Auftakt vor allem gutinformierte Sammler, pilgerten später Berufstätige in der Pause, Hausfrauen oder ganze Familien zur Kohlhökerstraße im Ostertor. Wie Ruth Kreynhop und Willi Lüthjen mit ihren Enkeln Esther und Nelly, um ihnen das neue hanseatische Schmuckstück für das Sparschwein zu schenken.

Stolz zeigt Kurt Eckert die für 50 Euro erstandenen Rollen mit je 25 glänzenden Metallscheiben. Der frühere Fahrschullehrer ist mit einer Türkin verheiratet, wohnt teilweise in Antalya und freut sich schon darauf, dort lebende Freunde und Bekannte mit einem Stück Heimat zu überraschen. Vor ihm in der Schlange hat ein Geschäftsmann gerade 2000 Euro investiert, um 1000 runde Bremensien an Partner in aller Welt zu verschenken. Ein profesioneller Sammler zeigt uns seine zehn Stangen, die er schleunigst im Bankfach deponieren will. 'Als wertbeständige Alterssicherung', wie er meint.

'Hamburg oder Berlin?'fragen die Schalterbeamten bei jedem Kunden. Numismatiker wissen, was gemeint ist, doch münztechnische Laien reagieren verwundert. 'Wieso Hamburg oder Berlin? Ich will die Bremer Münze!' Es geht um den Prägeort, der aus einem winzigen Buchstaben rechts oben zwischen den Sternen hervorgeht: A für Berlin, D für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg. Für richtige Sammler ist es nun eine Pflichtübung, alle fünf Prägen der Bundesbank zu bekommen. Wir haben Glück mit unseren Exemplaren: Nicht Hamburg, sondern München.

Hobbysammler wie Werner Öfele interessiert der Prägeort nicht die Bohne. Er will nur seine Frau überraschen. Dieter Grabowski von der BSAG haben neugierige Kollegen in der Pause losgeschickt, um für sie je eine Münze zu kaufen. Brigitte Hohmann, Hartmut Geihe oder Dieter Meyer wollen die guten Stücke erst einmal horten oder als Sammelstücke verschenken.

Dass im abgebildeten Weltkulturerbe Rathaus am äußersten rechten Fenster eine senkrechte Strebe fehlt, nehmen alle gelassen. 'Das sieht man doch ohnehin nur mit einer starken Lupe.' Ob der kleine Fehler den Sammlerwert steigert, bezweifeln die Experten bei 30 Millionen Münzen, die das Bundesfinanzministerium auf den Geldmarkt wirft.

Von den frischen Münzen dürften zunächst also nur wenige Exemplare als allgemeingültiges Zahlungsmittel im gesamten EU-Bereich auftauchen. Normale Geldinstitute brachten sie gestern zwar auch in Umlauf, doch nur in begrenzter Zahl. Bei der Bremer Landesbank gibt es für Kunden zehn und für Nichtkunden fünf Stück. 'Damit es gerecht zugeht', wie eine Sprecherin mitteilt.

Die Sparkasse zieht am Montag in der Hauptstelle am Brill und ab Dienstag in den Filialen nach. Bei der Bundesbank-Filiale hat man Vorrat für Monate.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+