Regelung sorgt für Entlastung in der Alten Neustadt / Neues Verkehrszeichen Anwohner freuen sich über Parkuhren

Lange haben die Anwohner der Alten Neustadt darauf warten müssen, nun ist es da: das Bewohnerparken. Neue Schilder markieren ein Gebiet, in dem Anwohner mit einem Ausweis ihr Auto abstellen dürfen, Dauerparker jedoch nicht. Wer nur kurz als Besucher bleiben möchte, muss ein Ticket an der Parkuhr ziehen. Das hilft gegen Pendler und Langzeitparker, haben Anwohner und Geschäftsleute bereits festgestellt. Doch noch nicht alle halten sich an die neuen Regeln. Nun warten manche auf die erste Kontrolle.
07.04.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel

Lange haben die Anwohner der Alten Neustadt darauf warten müssen, nun ist es da: das Bewohnerparken. Neue Schilder markieren ein Gebiet, in dem Anwohner mit einem Ausweis ihr Auto abstellen dürfen, Dauerparker jedoch nicht. Wer nur kurz als Besucher bleiben möchte, muss ein Ticket an der Parkuhr ziehen. Das hilft gegen Pendler und Langzeitparker, haben Anwohner und Geschäftsleute bereits festgestellt. Doch noch nicht alle halten sich an die neuen Regeln. Nun warten manche auf die erste Kontrolle.

Alte Neustadt. Autofahrer aufgepasst, es gibt ein neues Verkehrszeichen im Schilderwald zu entdecken: Ein Rechteck, auf dem ein blau unterlegtes P mit dem Wort "Zone" darunter zu sehen ist. In ganz Deutschland ist es noch relativ neu, in Bremen steht es erst seit wenigen Tagen in der Alten Neustadt rund um die Grünenstraße. Die Bedeutung dieses "Parkraumbewirtschaftungszone"-Schildes (leichter verständlich: "Bewohnerparken") ähnelt der einer 30-Zone: Im gesamten Gebiet, das durch die Straßen Osterstraße, Westerstraße, Langemarckstraße und Am Deich begrenzt wird, dürfen nur Anwohner mit entsprechendem Ausweis ihr Auto abstellen oder Besucher, die für maximal zwei Stunden einen Parkschein am Automaten ziehen. Denn von Letzteren gibt es im Quartier neuerdings fünf mehr als zuvor. Täglich von 8 bis 20 Uhr müssen alle Autofahrer sich an diese Regeln halten, auch wenn nur an den Zugängen und nicht innerhalb der Zone Schilder stehen.

Kostenlose Parkplätze sind damit tagsüber in dem Bereich Geschichte. Mit der Neuregelung erhoffen sich die politisch Verantwortlichen, dass Pendler aus dem Umland künftig lieber Bus und Bahn nutzen, denn kostenlose Parkplätze in Innenstadtnähe sind nun noch seltener geworden als bisher. "Und für alle, die nicht auf ihr Auto verzichten können, gibt es kostenpflichtige Parkhäuser", so Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV).

Warten auf erste Kontrollen

Doch noch halten sich nicht alle an die neuen Spielregeln im Quartier. Zwar haben viele Anwohner bereits den grünen Parkausweis hinter der Windschutzscheibe liegen, und etliche Pendler verlassen morgens irritiert den Bereich. Doch immer noch stehen etliche Autos auch ohne Parkschein oder Bewohnerparkausweis an den Straßenrändern. "Ich nehme an, das Stadtamt gewährt eine Woche Übergangsfrist, aber wir warten auf die erste Kontrolle", sagt Friedhelm Bast, der sich seit Jahren für eine derartige Regelung eingesetzt hat. Zusammen mit einigen anderen Bewohnern hat er die Lokalpolitik darauf aufmerksam gemacht, dass Pendler, die in der Innenstadt arbeiten oder einkaufen, alle Straßen des Quartiers mit ihren Fahrzeugen verstopfen. Platz für die Autos der eigentlichen Anwohner war häufig sehr rar.

Aber selbst ohne die ersten Knöllchen freut sich Friedhelm Bast über die Einführung des Bewohnerparkens: "Man merkt schon nach diesen wenigen Tagen, dass nun sogar tagsüber mal der eine oder andere Parkplatz frei ist." Auch wenn Friedhelm Bast viel länger darauf warten musste als erhofft. Zuletzt verzögerte die ausstehende Novellierung der Straßenverkehrsordnung, in der das Bewohnerparken ermöglicht wurde, dass die Maßnahme schon ein halbes Jahr früher eingeführt werden konnte.

Doch mit dieser Variante konnte verhindert werden, dass unnötig viele neue Schilder aufgestellt werden müssen, um den Anwohnern das Parken zu erleichtern. "Dafür hat sich das Warten gelohnt", findet Stellmann. Der ASV-Sprecher weist darauf hin, dass Bremen nun zunächst Erfahrungen mit diesem neuen Werkzeug sammeln müsse. "Wir sind aber frohen Mutes, dass es gut funktioniert, schließlich arbeiten Städte wie Berlin bereits länger gut damit."

Der Stadtteilbeirat der Neustadt hat die Einführung befürwortet und verspricht sich davon hauptsächlich eine Entlastung für die Anwohner. Doch auch so mancher Gewerbetreibende sieht einen Vorteil in der neuen Parkzone. "Manchmal haben hier Autos vor unserem Laden wochenlang einen Parkplatz blockier,und nun ist zwischenzeitlich erstaunlich viel Platz", sagt beispielsweise Parivash Ghotby. Die Inhaberin einer Textilreinigung im Quartier hat deswegen von manchen Kunden, die zuvor immer Probleme hatten, einen Parkplatz in der Nähe zu finden, in den vergangenen Tagen bereits eine positive Rückmeldung bekommen. Dass Gewerbetreibende statt 30 Euro für Privatautos im Jahr für den Firmenwagen-Parkausweis 88,50 zahlen müssen, nimmt sie dafür gerne in Kauf.

"Die Bürger mussten sich lange gedulden, daher sind wir jetzt sehr froh, dass die Regelung nun endlich umgesetzt werden konnte", sagt die Neustädter Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon. Ob es bereits Verdrängungseffekte der Parkprobleme in angrenzende Bereiche gebe, wie es Stadtteilbewohner im Vorfeld befürchtet haben, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht sagen.

Die Bewohnerparkausweise können beim ASV, Herdentorsteinweg 49/50, telefonisch unter 3616945 oder per E-Mail an Bewohnerparken@ASV.Bremen.de beantragt werden.

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