Verschmutzungen Anwohner sorgen sich um den Grambker See

Burg-Grambke. Eine schmutzige, übel riechende Brühe am Rande des Grambker Sees bereitet Anwohnern Sorgen. Hans-Peter Weigel von der Umweltbehörde gibt auf Nachfrage Entwarnung: Die Verschmutzungen würden beseitigt.
19.05.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Anwohner sorgen sich um den Grambker See
Von Julia Ladebeck

Burg-Grambke. Eine schmutzige, übel riechende Brühe am Rande des Grambker Sees bereitet Anwohnern und Badleiter Herbert Arkenau Sorgen. Sascha Kobza entdeckte das verdreckte Wasser bei einem Spaziergang. Es befindet sich zwar außerhalb des mit einer Spundwand abgetrennten Badebereichs. Weil der Wasserstand auf der verunreinigten Seite aber sehr hoch sei, so die Befürchtung, könnte es über den Überlauf in der Spundwand in den Badebereich gelangen. Hans-Peter Weigel von der Umweltbehörde gab auf Nachfrage Entwarnung: Die Verschmutzungen würden beseitigt.

Äste, Laub und Unrat haben sich in einer Ecke des Grambker Sees besonders stark angesammelt. Bei einem Spaziergang ist Sascha Kobza der Gestank aufgefallen. "Als ich zum See kam, bemerkte ich am Rand eine übel riechende, schmutzige Brühe", schildert er seinen Eindruck. Dort entwickelten sich zudem Blaualgen. Der Badebereich sei zwar nicht betroffen, da dieser durch eine Spundwand vom restlichen Grambker See abgetrennt sei. Kobzas Befürchtung ist jedoch, dass in Folge des derzeit recht hohen Wasserstands Dreckwasser über den Überlauf in den Badebereich gelangen könnte. "Ich habe mich erkundigt; der Badesee hat noch sehr gute Wasserwerte, aber dies könnte sich jederzeit ändern, wenn die Behörden nicht endlich etwas unternehmen", sagt Kobza. Der Oslebshauser geht gerne an dem idyllischen Natursee spazieren. Er sagt: "Die Anwohner in Grambke und umzu lieben das Seebad, aber wenn nicht bald etwas geschieht, ist der Badebetrieb in diesem Jahr gefährdet."

Auch Badleiter Herbert Arkenau macht sich Gedanken über die Verschmutzungen. Als Mitglied des Sportvereinigung Grambke-Oslebshausen kümmert er sich seit vier Jahren um das Seebad, sorgt für Ordnung und Sauberkeit. Ihn ärgert, dass immer mehr Leute dort ihren Müll wild entsorgen. "Da schwimmen ganze Müllsäcke und neulich habe ich sogar einen Computerbildschirm im Wasser entdeckt", erzählt er. Ein weiteres Problem sei das Entenfüttern. "Die Leute ignorieren die Verbotsschilder und werfen ganze Brote in den See. Wir haben hier sowieso schon viel Laub. Da ist es kein Wunder, dass sich Algen bilden. Außerdem werden irgendwann Ratten kommen."

Hans-Peter Weigel, Referatsleiter für Abwasser und Gewässerqualität bei der Umweltbehörde Bremen, sieht für eine Verschlechterung der Wasserqualität im Badebereich keine akute Gefahr. Er bestätigt zwar: "Wir haben im Augenblick einen recht hohen Wasserstand im Grambker See und deshalb über den Überlauf eine Verbindung zwischen den beiden Seebereichen." Dies sei aber auch in den vergangenen Jahren jeweils im Frühjahr so gewesen. "Der Wasserstand wird wieder sinken und dann kommt es wieder zu einer klaren Trennung."

Die Wasserqualität im Badebereich habe in den vergangenen Jahren nie darunter gelitten. "Sie war immer sehr gut und wir hatten dort nie eine Blaualgenbelastung." Dafür sorge unter anderem ein Filtersystem unter Wasser. Der Grambker See sei grundsätzlich ein sehr überdüngtes Gewässer. Das liege an den vielen Bäumen am Ufer. "Das Laub der Bäume fällt ins Wasser, daraus bilden sich Sedimente, aus denen Nährstoffe entstehen", erläutert er den biologischen Prozess.

Gute Bedingungen für Blaualgen

Nährstoffe sind zusammen mit Licht und Wärme die besten Voraussetzung dafür, dass sich Algen und Bakterien bilden. Gute Lebensbedingungen findet dort also grundsätzlich auch die Blaualge, die eigentlich gar keine Alge, sondern ein Bakterium und für Menschen gesundheitsschädlich ist. Darin unterscheidet sich der Grambker See aber nicht von allen anderen Naturseen.

"Genau wie Äste und Laub werden Algen vom Wind in eine bestimmte Ecke des Sees geblasen", sagt Weigel. Aus diesem Grund sammle sich das Treibgut, der Schmutz und auch Algen häufig an der Spundwandbegrenzung zum Seebad. "Deshalb bitten wir die Mitarbeiter des Umweltbetriebs Bremen jedes Jahr vor Beginn der Badesaison, den Bereich zu säubern." Das, so verspricht der Referatsleiter, werde auch in diesem Frühjahr passieren.

Der Seegrund wurde zuletzt im Jahr 2005 im Zuge einer Gewässersanierung gereinigt. Damals wurde das Wasser abgelassen, die Spundwand und die Filteranlage wurden gebaut. "Das Problem bei so einer Reinigung ist, dass wir dort keine Möglichkeit haben, den Schlamm irgendwohin zu spülen", erläutert Weigel. Der Schlamm müsste abtransportiert und entsorgt werden; es entständen Kosten von 300000 bis 500000 Euro. Der Experte sagt: "Das ist derzeit aber auch nicht notwendig."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+