Freiwillige Feuerwehr Arsten feiert 75. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür Applaus für die kleinsten Brandbekämpfer

Am 12. Juni 1937 gegründet, besteht die Freiwillige Feuerwehr Arsten jetzt 75 Jahre. Dieser besondere Geburtstag wurde mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Und Geschenke gab es natürlich auch: Der Förderverein stiftete einen Kompressor für Wehrführer Michael Klinge und seine Männer. In die Zukunft wird auch schon geblickt: In zwei Jahren soll es vielleicht eine Jugendfeuerwehr geben.
06.09.2012, 05:00
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Applaus für die kleinsten Brandbekämpfer
Von Lisa Schröder

Am 12. Juni 1937 gegründet, besteht die Freiwillige Feuerwehr Arsten jetzt 75 Jahre. Dieser besondere Geburtstag wurde mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Und Geschenke gab es natürlich auch: Der Förderverein stiftete einen Kompressor für Wehrführer Michael Klinge und seine Männer. In die Zukunft wird auch schon geblickt: In zwei Jahren soll es vielleicht eine Jugendfeuerwehr geben.

Arsten. Am Sonntag wurden die zwei Löschgruppenfahrzeuge 10/6 und 16/12 der Freiwilligen Feuerwehr Arsten zweckentfremdet. Wehrführer Michael Klinge und seine Kollegen luden anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Wehr zum Tag der offenen Tür am Feuerwehrhaus ein. Die großen und kleinen Besucher konnten sich selbst hinter das Steuer des roten Feuerwehrautos setzen, den Vorführungen zuschauen und sich über die Arbeit der 28 aktiven Feuerwehrmänner und zwei Feuerwehrfrauen informierten. Auch der Förderverein stellte sich vor.

"Wir können zeigen, was die Freiwillige Feuerwehr ist und was wir machen, gerade auch mit Blick auf den Nachwuchs. Das ist immer sehr schön", sagt Michael Klinge. "Außerdem wollen wir den Menschen die Angst nehmen, die manche haben, wenn sie das rote Auto sehen."

Für die Kinder gab es eine Hüpfburg und Wasserspiele. Im Korb oben an der Drehleiter konnten sie außerdem einen Blick auf Arsten werfen. Für das leibliche Wohl waren Getränke, Kaffee, Kuchenbüfett, Bratwurst und Erbsensuppe organisiert. Außerdem spielten die Musikerinnen und Musiker der "Arstener Blasmusikanten" und die vierköpfige Band "Southern Mash", die sich erst vergangenes Jahr gegründet hat. Das Ehepaar Elke und Gerd Suoboda aus Habenhausen ist jedes Jahr dabei: "Unser Nachbar ist Feuerwehrmann und wir halten gern Kontakt nach Arsten. Das ist immer sehr nett und angenehm hier, gerade bei dem tollen Wetter."

Auf dem Rasen wurde vorgeführt, was passiert, wenn Spraydosen zu heiß werden und explodieren. Das knallte so laut, dass sich alle die Ohren schnell zuhielten. "Wenn man vom Einkauf nach Hause kommt, immer die Spraydosen ins Kühle stellen. Sie sollten nicht auf der Fensterbank deponiert werden. Eine Temperatur von 50 Grad reicht schon aus, dass es gefährlich wird und der Verschluss durch den entstehenden Druck abfliegt", erklärt der Feuerwehrmann die Explosion. Er zeigte auch, wie es aussieht, wenn Fett explodiert. Wenn Fett brennt, müsse das Feuer schnell erstickt werden, zum Beispiel mit einer Decke. "Auf keinen Fall Wasser drauf kippen, sonst entsteht so ein unheimlicher Feuerball wie gerade." Aus einem Liter Wasser wird dabei ein Volumen von 1000 Litern Wasserdampf, da die Fettmoleküle das Wasser überall hintragen.

Danach durften auch die Kinder löschen. Die siebenjährige Farina aus Arsten war die Erste, die mit dem Handfeuerlöscher die Flammen bändigen durfte und dafür Applaus erntete. Auch Henry, fünf Jahre alt, probierte mutig aus, wie man das Feuer löschen muss. "Sein Papa ist sogar ein Feuerwehrmann", erzählt seine Mama, die auch ihren Sohn Leo (7) dabei hatte.

Im Feuerwehrauto testete der achtjährige Fabian aus Arsten erst mal die Atemschutzsitze. Er kann sich gut vorstellen, später selbst Feuerwehrmann zu sein. "Aber nicht so wie der Freund von meinem Papa, der letztens erst mitten in der Nacht nach Hause zurückkam." Zur Ausrüstung gehören die zwei Löschgruppenfahrzeuge, ein Mannschaftswagen und ein Rettungsboot für Wassereinsätze.

Ausstellung zur Geschichte

Im Feuerwehrhaus hatte der Arbeitskreis "Arster Geschichte(n)" anlässlich des Jubiläums eine Ausstellung zur Geschichte der Feuerwehr vorbereitet. Helga Rogge aus Habenhausen suchte ihren Vater auf einem alten Foto der Feuerwehr. "Das muss im Jahre 1937 entstanden sein. Da war er dabei." Am 12. Juni des Jahres 1937 war die Freiwillige Feuerwehr Arsten in einer Gastwirtschaft gegründet worden.

Ehrenwehrführer Ewald Stehmeier, der Vorgänger Klinges und heute im Förderverein aktiv, erinnerte sich an seine Zeit als aktiver Feuerwehrmann. Zum Beispiel an den Brand des Kraftwerks vor vier Jahren in Hastedt. "Das war mein letzter Einsatz. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen." Auch der brennende Bauernhof im Jahre 1971 hinterm Vorwerk fiel ihm ein.

Als Geschenk hat der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Arsten einen Kompressor organisiert, der beim Reinigen der Gerätschaften helfen soll. "Der soll auch noch die nächsten 75 Jahre halten", sagt Ewald Stehmeier vom Förderverein, der den Kompressor mit dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Michael Pröschild, übergab. Der wünschte sich noch mehr Förderer "Wer Lust hat, kann sich gerne bei uns melden. Allein heute haben wir schon 20 neue Mitglieder dazubekommen." Michael Klinge und seine Kollegen überlegen derzeit, eine Jugendfeuerwehr einzurichten. "Dafür ist aber eine Infrastruktur nötig, die wir noch aufbauen müssten. Das kann zwei Jahre dauern."

Informationen zur Mitgliedschaft im Förderverein oder der Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Arsten gibt es unter www.feuerwehr-arsten.de oder Telefon 82 25 64.

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