Einsatz im hohen Alter

Arbeiter Samariter Bund ehrt Rentner für sein Engagement

Auch mit 89 Jahren ist Josef Blobel noch ehrenamtlich als Schulhelfer im Einsatz. Der Arbeiter Samariter Bund hat den Rentner jetzt für sein Engagement geehrt.
10.10.2017, 17:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Timo Thalmann
Arbeiter Samariter Bund ehrt Rentner für sein Engagement

Josef Blobel engagiert sich seit rund 15 Jahren als Schulhelfer.

Frank Thomas Koch

Das Alter kann Josef Blobel inzwischen nicht mehr ganz ausblenden. „Nachts tut schon mal der Rücken weh“, sagt der 89-Jährige. „Aber in der Schule sind die Schmerzen dann immer verschwunden.“ Die Grundschule an der Paul-Singer-Straße in der Vahr ist gewissermaßen Blobels Therapie gegen alle Alterserscheinungen.

„Mir würde ja auch sonst die Decke auf den Kopf fallen", sagt der Rentner. Seit rund 15 Jahren engagiert er sich dort als freiwilliger Helfer des Arbeiter Samariter Bundes (ASB). Gemeinsam mit den Schulsozialarbeiterinnen bastelt und spielt Blobel mit den Grundschülern, übernimmt auch Pausenaufsichten oder betreut die Essensausgabe in der Mensa der Ganztagsschule.

Eigentlich tut er das nur an drei Tagen in der Woche. „Aber ich wohne ja nur ein paar Minuten entfernt, und wenn man mich ruft, komm ich auch öfter“, sagt der ehemalige Werftarbeiter. Der ASB-Bundesverband hat den Senior für seinen Einsatz jetzt in einer kleinen Feierstunde als „Freiwilligen des Monats November“ geehrt.

Soziales Engagement in jeder Lebensphase

Zur Übergabe der Urkunde war Marcus Kreutz als stellvertretender Bundesgeschäftsführer des ASB aus Köln nach Bremen gereist. „Einen so aktiven Ehrenamtlichen in diesem Alter hat man ja auch nicht alle Tage“, versichert er. Das zeige aber auch, dass soziales Engagement in jeder Lebensphase möglich sei und auch den eigenen Alltag bereichere, betont der Justiziar des Verbandes.

Für Blobel gilt das allemal. Schon in seiner Kinder- und Jugendzeit hat sich der gebürtige Schlesier bei den Pfadfindern engagiert. Mit zehn Jahren kam er 1938 nach Bremen, mit 14 begann er eine Ausbildung bei der AG Weser. Nach über 40 Jahren im Schiffbau ging er 1983 mit dem Ende des Unternehmens in Frührente. „Und jetzt bin ich eben Spätrentner“, scherzt er.

In der ersten Phase seines Ruhestands hat er vor allem Reisen unternommen, zahlreiche Familientreffen organisiert. Bis heute ist er im Verein Use Akschen aktiv. Das Engagement an der Grundschule begann er erst mit knapp 75 Jahren, als er seine Enkelin vom Kindertreff des ASB an der Schule abholte. Er kam mit der damaligen Leiterin ins Gespräch und hatte auch schnell einen Draht zu den Kindern.

"So lange ich das noch kann, mache ich jetzt eben weiter"

Vor allem seine Geschichten darüber, wie Bremen früher aussah, stießen bei den Grundschülern auf Interesse. Seitdem ist „Herr Blobel“ in jedem Jahrgang der Schule ein fester Begriff. „Auch auf der Straße höre ich immer mal wieder meinen Namen, zum Teil sogar von Jugendlichen. Da muss ich erst mal hingucken, um die wieder zu erkennen“, sagt der Geehrte.

„Er gehört trotz seines Alters zu unseren aktivsten Ehrenamtlichen, der immer da ist, wenn man ihn ruft“, sagt Doris Siebold, Leiterin des Freiwilligenengagements beim ASB Bremen. Ein großes Kompliment, denn mit insgesamt mehr als 1500 ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern und 20.000 Mitgliedern ist der ASB die größte Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation im Bundesland Bremen. Theoretisch also viel Konkurrenz um die jetzt verliehene Auszeichnung.

Erste Versuche, sich mit Blick auf sein Alter von der Aufgabe zu verabschieden, wurden bereits vereitelt. „Eigentlich wollte ich mit 90 Jahren aufhören“, verrät Blobel. Aber als vor allem die Kinder um den Verbleib ihres „Herrn Blobel“ bettelten, ließ er sich nicht allzu lange bitten. „So lange ich das noch kann, mache ich jetzt eben weiter“, verspricht er.

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