Jeder zweite Flug wird ab Bremen ausfallen

Arbeitsgericht genehmigt Fluglotsenstreik

Bremen. Das Arbeitsgericht Frankfurt hat den für Dienstag geplanten Fluglotsenstreik genehmigt. Allerdings will die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Berufung gehen. Ein Streik hätte auch für den Flughafen in Bremen massive Konsequenzen.
08.08.2011, 17:55
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Arbeitsgericht genehmigt Fluglotsenstreik
Von Birgit Bruns
Arbeitsgericht genehmigt Fluglotsenstreik

Auch der Bremer Flughafen ist von den Warnstreiks betroffen.

dpa

Bremen. Das Arbeitsgericht Frankfurt hat den für Dienstag angedrohten Fluglotsenstreik genehmigt. Gegen die Entscheidung legte die Deutsche Flugsicherung (DFS) aber sofort Berufung beim Landesarbeitsgericht ein, dessen zuständiger Richter sich für eine Verhandlung am Abend bereithielt.

Es sei kein Verstoß gegen die Friedenspflicht zu erkennen, begründete Arbeitsrichterin Renate Binding-Thiemann am Montag ihr Urteil. Sie regte vor dem Urteil vergeblich eine Schlichtung an, was die DFS ablehnte und eine Entscheidung verlangte.

Sollte die Berufung keinen Erfolg haben, wird auch der Flughafen Bremen massiv betroffen sein. Nach Angaben einer Sprecherin wird jeder zweite Flug wegfallen. Starts und Landungen werden gleichermaßen betroffen sein.

"Die Auswirkungen werden in Bremen den ganzen Tag zu spüren sein", glaubt Flughafensprecherin Alice Hossain. Wenn die Fluglotsen tatsächlich zwischen 6 und 12 Uhr die Arbeit niederlegen, werden etwa 40 Flüge komplett ausfallen, das werde sowohl Starts als auch Landungen betreffen. Aber auch wenn der Streik vorbei ist, wird es noch mehrere Stunden dauern, bis sich die Flieger aus Bremen wieder in den europäischen Verkehr eingefügt haben. Es sei also weiter mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen.

Hossain rät allen Reisenden, die am Dienstag in Bremen starten oder landen wollen, sich kurzfristig auf der Homepage des Flughafens Bremenzu informieren. "Wir werden den Flugplan alle paar Sekunden aktualisieren", kündigt die Sprecherin an. Sie und ihre Kollegen stehen derzeit im engen Kontakt mit der Deutschen Flugsicherung. Außerdem sei es für Reisende sinnvoll, sich bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter zu informieren.

Notdienst bleibt bestehen

Am Bremer Flughafen arbeiten nach Auskunft der Deutschen Flugsicherung (DFS) rund 290 Fluglotsen. Selbst wenn es zum Streik kommen sollte, wird nicht der komplette Flugverkehr in Bremen zum Erliegen kommen. Medizinische Notfall- und Transportflüge, Regierungsflüge und militärische Einsätze sind laut DFS in Deutschland generell vom Streik ausgenommen.

Die Urlauber wird der Streik dagegen mit voller Intensität treffen. Gerade während der Sommerferien ist am Flughafen Bremen besonders viel los. Nach Angaben Hossains starten und landen in Bremen täglich etwa 3600 Passagiere. Besonders beliebt sind demnach Flüge nach Mallorca und Antalya. Das am weitesten entfernte Ziel liegt auf den kanarischen Inseln.

Die Fluglotsen wollen für bessere Arbeitsbedingungen und sechs Prozent mehr Gehalt streiken.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+