Kritik an Plänen für Kühne + Nagel-Neubau in der Innenstadt

Architekten fordern Wettbewerb

Bremen. Ein Architektenwettbewerb muss her. Das zumindest fordern der Präsident der Bremer Architektenkammer, Michael Frenz, und der Bremer Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten, Martin Pampus, für den geplanten Büroneubau von Kühne + Nagel.
24.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Ein Architektenwettbewerb muss her. Das zumindest fordern der Präsident der Bremer Architektenkammer, Michael Frenz, und der Bremer Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten, Martin Pampus, für den geplanten Büroneubau von Kühne + Nagel. In einer Veranstaltung im Modellraum der Baubehörde wurde die Öffentlichkeit über den Stand des Bauprojekts informiert.

Geplant ist ein neunstöckiges Bürogebäude direkt am Kopf der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Daneben soll es einen dreistöckigen Mittelbau mit Glasfoyer geben, und daneben einen fünfstöckigen Bau, der sich an die Wohnhäuser am Weserufer anschließt. Derzeit arbeiten in dem bestehenden Bürogebäude rund 400 der insgesamt 800 Mitarbeiter, etwa 650 sollen es werden. Der Unternehmer habe eine emotionale Bindung zum Standort, weshalb darin investiert werden soll, sagte Uwe Bielang, Regionalleiter Norddeutschland bei Kühne + Nagel.

Der Ort sei nicht nur für Kühne + Nagel ein emotionaler, sondern auch für die Öffentlichkeit, sagte Michael Frenz. „Ich glaube, dass es geboten ist, dort sehr, sehr vorsichtig zu sein.“ Er forderte einen Architektenwettbewerb, damit man sich aus verschiedenen Büros den besten Entwurf aussuchen könne. Gerade Detailfragen seien an dieser Stelle von enormer Tragweite, sagte Martin Pampus. Es müssen verschiedene Architektenbüros in Konkurrenz gebracht werden, damit über die Fragen und Ansprüche an diesen Ort umfassend nachgedacht werde. Der Bremer Architekt Harm Haslob war so empört darüber, dass es keinen Wettbewerb gibt, dass er unter Protest den Saal verließ. „In so einer Situation kann die Stadt doch nicht auf einen Wettbewerb verzichten“, sagte er.

Für den Neubau muss auch die Kreuzung umgebaut werden, da sich der Bau über den freien Rechtsabbieger von der Martinistraße auf die Wilhelm-Kaisen-Brücke und einen Teil der Verkehrsinsel erstreckt. Die Verkehrssituation würde sich rein rechnerisch geringfügig verschlechtern, sagte Michael Flassig aus dem Verkehrsressort. Damit könne man aber leben.

Wer für den Kreuzungsumbau bezahlt, der ohne Büroneubau nicht nötig sei, wollte Michael Rüppel (Grüne), Sprecher des Beirats Mitte, wissen. Das sei noch nicht raus, sagte Stadtplanerin Angela Weiskopf. Auch die Frage, wie viel Kühne + Nagel für das Eckgrundstück, das der Stadt gehört, bezahlen muss, werde noch verhandelt.

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