Seit fünf Jahren begleitet und unterstützt kirchliches Projekt Eltern und Heranwachsende auf dem Weg in eine bessere Zukunft

Armutsbekämpfung durch Förderung von Kindern

Bremen. Seit Jahren ist die Armutsquote in Bremen so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Nach dem Armutsbericht 2013 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist die Anzahl armer und armutsgefährdeter Bremer sogar noch weiter gestiegen.
14.02.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Alexandra Knief

Seit Jahren ist die Armutsquote in Bremen so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Nach dem Armutsbericht 2013 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist die Anzahl armer und armutsgefährdeter Bremer sogar noch weiter gestiegen.

Das Projekt „Ein Zuhause für Kinder“ der Evangelischen Sankt-Matthäus-Gemeinde unterstützt seit fünf Jahren Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien, die von Kinderarmut bedroht oder betroffen sind. Mit Freizeitangeboten, kostenloser Hausaufgabenbetreuung, Zuschüssen fürs Schulessen oder verschiedenen Beratungsangeboten für Eltern versuchen die Helfer von „Ein Zuhause für Kinder“, wichtige Werte zu vermitteln und die Persönlichkeit sowie die Talente der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu stärken.

Anlässlich der Feier zum fünfjährigen Bestehen besuchte gestern Bernd Siggelkow, Gründer der Arche in Berlin, die Bremer Einrichtung. Er betonte die Wichtigkeit von gezielter Armutsbekämpfung. Gerade die Förderung von Sprachfähigkeiten sei vielerorts eine Aufgabe, die es anzugehen heiße: „Solange die Bildung der Kinder von dem Einkommen der Eltern abhängt, fallen viele durchs Raster“, erklärte Siggelkow gestern. Außerdem sei es wichtig, die soziale Teilhabe, zum Beispiel in Form von Kinobesuchen oder Ausflügen, zu fördern und Schwellen abzubauen.

„Armutsbekämpfung ist eine langfristige Aufgabe“, sagt auch René Böhme, Sozialwissenschaftler der Universität Bremen. Ziel müsse sein, Kinder in ihrer Schulzeit so gut zu fördern, dass sie später studieren oder eine Berufsausbildung antreten könnten.“

Jeden Tag kommen bis zu 100 Kinder in das offene Kinder- und Jugendzentrum von „Ein Zuhause für Kinder“ in Huchting, das sich fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Um eine ausreichende Betreuung zu gewährleisten, wird das Projekt von 60 ehrenamtlichen und vier hauptamtlichen Mitarbeitern unterstützt. „Das große Ziel, dass sich die Situation aller Kinder dauerhaft verbessert, können wir nicht alleine erreichen“, so Initiator Lothar Bublitz. „Daher hoffen wir auf weitere Unterstützung.“ Um die Gesamtsituation in Bremen und in ganz Deutschland langfristig zu verbessern, braucht es nach Ansicht von Siggelkow neben ehrenamtlichen Unterstützern und Spendern auch Politiker, die das Problem mit offenen Augen angehen.

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