Aktion mit Verlosung

Auf Auto und Bahn verzichten

Die Umwelt schonen und dabei Gewicht verlieren: Bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ fahren auch dieses Jahr viele Berufstätige ihren Arbeitsweg mit dem Zweirad. Das hat vor allem gesundheitliche Vorteile.
05.05.2019, 15:12
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Pierre Fellmer
Auf Auto und Bahn verzichten

Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ hält Berufstätige fit und lockt auch noch mit einer Verlosung.

Andrea Warnecke/dpa

Drei Stücke Schwarzwälderkirschtorte – wer eine Woche lang 20 Minuten mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurückfährt, bei dem landen diese Kalorien nicht auf den Hüften. Einer von mehreren Gründen, das Auto stehen zu lassen oder sich das Bahnticket zu sparen und stattdessen auf das Rad zu steigen.

Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ möchte dazu ermutigen: Die AOK und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) laden seit dem 1. Mai wieder Berufstätige ein, den Weg zur Arbeit zu radeln. Der offizielle Startschuss ist an diesem Montagnachmittag mit einer Auftaktveranstaltung, an der unter anderem Verkehrssenator Joachim Lohse teilnimmt.

Für die Aktion können sich Interessierte auf der Internetseite registrieren und online ihre Fahrten erfassen. Wer von Anfang Mai bis Ende August mindestens 20 Tage mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist, nimmt außerdem an einer Verlosung teil: Zu gewinnen gibt es E-Bikes, Räder sowie Zubehör und mehr. Teilnehmer können alleine mitmachen oder mit Kollegen aus ihrem Betrieb Teams bilden und so ihre Gewinnchancen erhöhen.

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AOK und ADFC werben vor allem mit den gesundheitlichen Vorteilen für die Aktion. Die bestätigt auch der Bremer Sportmediziner Thomas Eggert: „Wer täglich mit dem Rad zu Arbeit fährt, verbrennt monatlich mehrere tausend Kilokalorien, was andere Pendler nicht tun.“ Pro Stunde verbrenne ein Radfahrer, je nach Tempo, 400 bis 1000 Kilokalorien. Zur Einschätzung: In einer Banane stecken etwa 100 Kilokalorien, in einer Tafel Schokolade etwa 550. Wer täglich Rad fahre, der senke außerdem deutlich das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. „Außerdem gibt es Studien, dass Radfahren das geistige Wohlbefinden steigert.“

Bei der Bewegung an der Luft würden Glückshormonone ausgeschüttet, sagt Eggert. Prinzipiell sei Radfahren für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen geeignet – nur Menschen mit neurologischen Vorerkrankungen und Unsicherheit auf dem Rad müssten wegen des Straßenverkehrs Bedenken haben. „Radfahren ist auch gut bei Arthrose – die Gelenke werden bewegt, aber 80 bis 90 Prozent des Gewichts lasten auf dem Sattel.“

Mindestentfernung gibt es nicht

Interessierte können sich auf der Internetseite www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de kostenlos registrieren, zur Bestätigung erhalten sie einen Zahlencode per SMS. Die Registrierung ist noch bis zum 1. Juli möglich. Alternativ gibt es den Kalender in Papierform auch bei der AOK. Für die Teilnahme muss man kein Mitglied bei der Krankenkasse sein. Nachdem Login können Teilnehmer die gefahrenen Strecken in ihrem Aktionskalender eintragen. Auch Teilstrecken, wie der Weg zum Bahnhof, können erfasst werden.

Die 20 Tage für die Teilnahme an der Verlosung müssen nicht am Stück, sondern können auch vereinzelt abgefahren werden. Eine Mindestentfernung gibt es nicht. Wer das Ziel erreicht und seine Fortschritte vor dem 17. September im Kalender festgehalten hat, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Papierkalender können an die AOK in Bremerhaven geschickt werden. Außerdem gibt es ein Socialmedia-Gewinnspiel, bei dem monatlich ein Klapprad im Wert von 1000 Euro verlost wird. Die gespeicherten Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, allerdings behält sich die AOK das Recht zur Veröffentlichung von Fotos, Texten und Videos von Gewinnern vor.

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2018 haben laut AOK bundesweit mehr als 200 000 Radfahrer an der Aktion teilgenommen, Bremen und Bremerhaven liegen bei der Quote von Teilnehmern zu Einwohnern an der Spitze: 6819 Frauen und Männer haben 2018 mitgemacht. Die Aktion gibt es in Bremen zum 16. Mal. Das Interesse an der Aktion vor Ort steigt: „Es haben vergangenes Jahr gut 1000 Personen mehr an der Aktion teilgenommen, als im Vorjahr“, sagt die ADFC-Landesvorsitzende Bonnie Fenton. Grund dafür ist wohl auch Bremens Status als Fahrradfahrerstadt: Eine Anfang April veröffentlichte Umfrage des ADFC hat ergeben, dass Bremen die fahrradfreundlichste deutsche Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern sei.

Der Anteil von Radfahrern am Verkehr betrage in Bremen 25 Prozent und stagniere seit einigen Jahren, sagt Hannah Simon, Sprecherin beim Bremer Landesverband des ADFC. Laut einer Pressemitteilung des Zwei-Rad-Industrieverbands sind in Deutschland 980 000­ E-Bikes verkauft worden. Sportmediziner Eggert versteht den Trend zum E-Bike nicht: Es gebe bestimmt Leute, für die ein E-Bike praktisch sei. Aber viele Leute könnten auch mit dem normalen Rad fahren, vor allem junge Menschen. Ein weiterer Trend ist laut Simon, dass Mieträder stärker genutzt werden – zehn Prozent der Befragten in Metropolen gaben an, das regelmäßig zu tun. Zudem habe sich das Fahrrad vom reinen Verkehrsmittel zu einem Symbol der Nachhaltigkeit gewandelt.

Weitere Informationen

Registrierung und die vollständigen Teilnahmebedingungen der Aktion im Internet unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de.

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