Solaranlage in der Grundschule am Baumschulenweg mit politischer Prominenz feierlich eingeweiht

Auf dem Dach wird die Sonne eingefangen

Der Monat Mai hat für die Grundschule am Baumschulenweg gut begonnen: Das vom Schulverein mit Hilfe der swb-Stiftung proNatur finanzierte neue Solardach der Schule wurde in Anwesenheit von vielen Lehrern, Schülern und Gästen sowie zwei Senatoren feierlich eingeweiht.
11.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michaela Uhde
Auf dem Dach wird die Sonne eingefangen

Auf einem Monitor in der Grundschule am Baumschulenweg erfahren die Schüler, welche Energie die Solaranlage auf dem Dach liefert. Darüber reden swb-Vorstandsvorsitzender Torsten Köhne (links) und Umweltsenator Joachim Lohse.

Roland Scheitz

Der Monat Mai hat für die Grundschule am Baumschulenweg gut begonnen: Das vom Schulverein mit Hilfe der swb-Stiftung proNatur finanzierte neue Solardach der Schule wurde in Anwesenheit von vielen Lehrern, Schülern und Gästen sowie zwei Senatoren feierlich eingeweiht.

Es war ein großes Ereignis für die knapp 300 Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Baumschulenweg – gemeinsam mit vielen geladenen Gästen, von denen viele in irgendeiner Form zum Gelingen eines großen und großartigen Projekts beigetragen hatten, wurde jetzt das neue Solardach der Schule eingeweiht. Mit Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt und Umweltsenator Joachim Lohse waren gleich zwei Regierungsvertreter mit von der Partie.

Den Auftakt zur Feier machte der Schulchor mit einem – wie sollte es anders sein – Sonnenlied. Den Gästen bot sich ein überaus farbiges Bild – gelbes Leuchten durch die ganze Aula. Denn die Kinder und ihre Lehrerinnen trugen fast alle ein sonnengelbes T-Shirt. Es waren die Shirts, die die Kinder im vergangenen Jahr anlässlich des Solarfests getragen hatten.

Dieses vom Schulverein organisierte Fest mit Tombola, Kuchenverkauf und so einigem mehr sollte dazu dienen, Geld für die Finanzierung des Solardachs zu erwirtschaften. Auch ein Solarlauf, bei dem die Kinder Runden von 600 Metern zurücklegen mussten, gehörte dazu. Mit Sponsoren wie Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten hatten die Kinder eine bestimmte Summe pro Runde vereinbart. Manche Sponsoren mussten tiefer in die Tasche greifen als gedacht – bis zu 16 Runden legten die Kinder zum Teil zurück, „ein Ergebnis, das alle Erwartungen weit, weit übertroffen hat“, so Schulleiter Lars Beulke. Etwa zwei Drittel der Gesamtkosten von rund 43 000 Euro sind so zusammengekommen.

Diese großartige Leistung der Kinder und aller, die sie unterstützt haben – laut Beulke im Prinzip der ganze Stadtteil mit vielen der umliegenden Betriebe – stellten alle Redner deutlich heraus. So auch der Vorsitzende des Schulvereins, der das Solardach finanziert hat und betreibt, Norbert Dittel. Er beschrieb noch einmal den langen Weg, der von der ersten Planung und der Solarberatung durch den BUND im Jahr 2010 zurückgelegt worden ist. Als damals der Entschluss gefasst wurde, dass eine große Anlage mit etwa 22kWp (Bezeichnung für elektrische Leistung aus Solarzellen) auf dem Schuldach installiert werden sollte, musste noch die Immobilien Bremen als Eigentümerin eingeschaltet werden. Besichtigungen ergaben, dass einige bauliche Maßnahmen erforderlich waren, erst dann konnte mit den tatsächlichen Planungen und schließlich dem Bau begonnen werden. Den Zuschlag für das beste Preis-/Leistungsverhältnis erhielt die Firma Leib Elektrotechnik.

Vom Schulverein geplant

Als eine Leistung, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, stellte auch Umweltsenator Lohse die Tatsache dar, dass es sich am Baumschulenweg um die erste Photovoltaik-Anlage an einer Schule handelt, die komplett von einem Schulverein geplant und finanziert wurde. Und den Kindern gab er die Erfahrung, die sie durch ihr Solarfest gesammelt haben, als Tipp für das Leben mit: „Wenn viele sich gemeinsam zusammentun, kann man auch ganz viel erreichen.“

Mit einem Drittel der Kosten leistete die swb einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Projekts. Aus dem Verkauf von proNatur -Strom, also Strom aus komplett regenerativen Energiequellen, fließt jährlich ein Anteil in einen Fonds, der Projekte zur regenerativen Energiegewinnung fördert. Der swb-Vorstandsvorsitzende Torsten Köhne, der selbst ein Kind auf der Schule hat, sprach die Hoffnung aus, dass die Anlage mindestens die geplanten 20 Jahre läuft, damit der Schulverein möglichst viel Geld für weitere Projekte wie den geplanten Schulneubau einnehmen kann. Ihm war es außerdem wichtig, dass ein Monitor als Teil des Projekts installiert wurde, auf dem die Kinder immer sehen können wie viel Energie gerade von „ihrer“ Anlage produziert und wie viel CO2 gerade eingespart wird. „Solch eine Anzeige ist normalerweise nicht Bestandteil eines derartigen Projekts, aber diese ist schön für die Kinder“, erklärte Köhne. Die swb hat den Monitor mitfinanziert.

Dieser pädagogische Aspekt des Projekts muss auch einer Bildungssenatorin am Herzen liegen. So betonte Eva Quante-Brandt, wie wichtig es sei, auf vielseitige Weise im Unterricht auf Umweltthemen einzugehen. Einen schönen Abschluss gab der Schulchor mit dem Lied „Du bist der Baum vor meinem Haus“, das die Senatorin sich gewünscht hatte.

Für den Schulverein bleibt in der Zukunft zu hoffen, dass in Bremen häufig die Sonne scheint, damit die Wochenenden und Ferienzeiten einträglich werden – während der Schulzeit wird die gewonnene Energie selbst genutzt. Außerdem wird die Hälfte der Einnahmen für Dritte-Welt-Projekte gespendet. Eine Vorauswahl trifft der Schulleiter mit dem Schulverein, die letztendliche Entscheidung, welche Projekte bedacht werden, das Schülerparlament.

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