Wissen um elf: Der Astrophysiker Ulrich von Kusserow beobachtet das Zentralgestirn mit riesigen Teleskopen von Teneriffa aus Auf den Kanaren hat er die Sonne im Blick

Altstadt. Die Kanarischen Inseln kennen viele nur als ein Urlaubsgebiet. Doch hoch oben in den Bergen La Palmas und Teneriffas arbeiten Astrophysiker in den größten Observatorien Europas. Die Inseln bieten nicht nur für einen sonnigen Urlaub ideale Bedingungen, sondern auch, um die Sonne zu beobachten.
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Von Solveig Rixmann

Altstadt. Die Kanarischen Inseln kennen viele nur als ein Urlaubsgebiet. Doch hoch oben in den Bergen La Palmas und Teneriffas arbeiten Astrophysiker in den größten Observatorien Europas. Die Inseln bieten nicht nur für einen sonnigen Urlaub ideale Bedingungen, sondern auch, um die Sonne zu beobachten.

Mit Fotos von den Kanaren und den Observatorien stimmte Ulrich von Kusserow die Zuhörer auf seinen Vortrag "Sonnenteleskope auf den Kanarischen Inseln" in der Reihe "Wissen um elf" im Haus der Wissenschaft ein. Der Astrophysiker und ehemalige Gymnasiallehrer aus dem Viertel ist Mitglied der Astronomischen Gesellschaft, der internationalen Vereinigung deutschsprachiger Berufsastronomen, und war Vorsitzender der Bremer Olbers-Gesellschaft. Seine Vorträge untermalt er stets mit fesselnden Fotos und Filmen. Die Anforderungen an einen Standort für ein Sonnenteleskop sind hoch. "Man sucht für Teleskope Gebiete, die natürlich in großer Höhe sind, dass man oberhalb der Wolken ist", erklärt Ulrich von Kusserow.

Die Standorte müssen relativ stabile Wetterverhältnisse aufweisen und an vielen Tagen im Jahr gutes Wetter bieten. Außerdem sollten sie weit weg von Siedlungen sein, da sonst zuviel Staub in der Luft ist und die Sicht beeinträchtigt. Das bisher größte Sonnenteleskop steht auf La Palma in etwa 2400 Metern Höhe. Gran Telescopio de Canarias (GRANTEC) hat einen Spiegeldurchmesser von mehr als 10 Metern. Mittlerweile wurde GREGOR errichtet und im Juli diesen Jahres auf Teneriffa in Betrieb genommen. "Das Sonnenteleskop auf Teneriffa ist das größte Europas und das zweitgrößte der Welt", sagt Ulrich von Kusserow. Der Hauptspiegel soll zukünftig detailliertere Messungen der Sonnenoberfläche erbringen. .

Wieso aber ist es so aufschlussreich, die Sonne zu beobachten? "Die Sonne ist natürlich der Stern von dem wir leben", sagte Ulrich von Kusserow. Die Sonne beeinflusst unser Klima und von ihm bekommen wir unsere Energie.

Astrophysiker interessieren sich aber noch aus einem weiteren Grund intensiv für die Sonne: Sie ist der Stern, der der Erde am nächsten ist. Hier können sie Vorgänge untersuchen, die sich so auch an anderer Stelle im Universum abspielen.

Die Sonne bietet die Möglichkeit vor der eigenen galaktischen Haustür Beobachtungen zu machen, die es ermöglichen Rückschlüsse zu ziehen, was sich an Orten abspielt, die für uns bislang in unerreichbarer Ferne im Weltraum befinden.

In der Reihe "Wissen um elf" hält Bernd Kazmierczak am Sonnabend, 8. Oktober, um 11 Uhr im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4-5, den Vortrag "Geprägte Gene - wie sie unser Leben beeinflussen". Der Vortrag dauert etwa 30 Minuten. Der Eintritt ist frei.

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