Gerald Sammet präsentiert sein Buch Auf den Spuren der Samtpfoten

Vegesack. Als der Kommandant des Schlachtschiffes Bismarck am 27. Mai 1941 die Plünderung der Vorratskammer für die Besatzung frei gab, da war das Ende schon in Sicht. Um 10.39 Uhr sank das deutsche Marineschiff und mit dem nicht mehr zu rettenden Kriegstagebuch auch ein Stück Geschichte. Was war und blieb ist eine Katzengeschichte. Eine von vielen, die der Journalist Gerald Sammet in seinem Buch "Der unsinkbare Kater – Neun Katzenleben" beschreibt. Am Sonntag präsentiert er diese Geschichten in Vegesack im Wesercafé.
27.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Iris Messerschmidt

Vegesack. Als der Kommandant des Schlachtschiffes Bismarck am 27. Mai 1941 die Plünderung der Vorratskammer für die Besatzung frei gab, da war das Ende schon in Sicht. Um 10.39 Uhr sank das deutsche Marineschiff und mit dem nicht mehr zu rettenden Kriegstagebuch auch ein Stück Geschichte. Was war und blieb ist eine Katzengeschichte. Eine von vielen, die der Journalist Gerald Sammet in seinem Buch "Der unsinkbare Kater – Neun Katzenleben" beschreibt. Am Sonntag präsentiert er diese Geschichten in Vegesack im Wesercafé.

"Unsinkable Sam" oder, wie er zuerst hieß, "Oscar Nazi" macht mit dem Untergang der Bismarck den geschichtlichen Einstieg in ein Buch, das Katzenkenner zum Lachen und Nachdenken und Katzenlaien zum Staunen bringen dürfte. Wie es beispielsweise besagter "Oscar" oder "Sam" schafft, gleich nach mehreren Schiffsuntergängen gerettet zu werden, um laut Sammet 1955 "hoch geehrt und hoch betagt" im Seemannsheim von Belfast zu sterben, ist schon für sich eine spannende Geschichte. Mit erklärenden, manchmal auf den ersten Blick auch verwirrenden Einschüben nimmt der Autor dabei den Leser mit auf eine Reise – in die häufig mysteriöse Welt der Samtpfoten. Kenner wissen es längst: Katzen schaffen sich ihre eigene Welt, ordnen sich nur begrenzt unter und sind – je nach eigenem Gusto – mal verschmustes Kätzchen, mal angriffslustiges Raubtier. Gerald Sammelt beschreibt die eigensinnigen Felltiere durchaus gelungen und variantenreich.

Da sind beispielsweise die verbrieft, bekannten Katzen wie besagtem unsinkbarem Kater, und Dewey, der vierpfötige Bibliotheksfan aus Iowa oder die beiden Löwen, die am Tsavo River in Britisch Ostafrika (heutiges Kenia) 1898 für erhebliche Dezimierung unter Eisenbahnbauarbeitern sorgten – es unter dem Titel "Geist und Dunkelheit" sogar auf die Leinwand schafften. Doch auch der weniger berühmte, "Kater von nebenan" findet bei Sammet seinen Platz – und dies im wahrsten Sinn des Wortes. "Plötzlich Katze, so fing es an.", heißt es beispielsweise zur Geschichte von Gro, einer Katze, die vor heftigen Liebesbezeugungen der Nachbarskinder flüchtet, sich Sammets Wohnung einquartiert und anfangs noch Peter genannt wird.

Gerald Sammet, geboren 1949 in Rehau, ist seit 1974 als freier Journalist unter anderem für den Spiegel, die Süddeutsche, die FAZ und die Neue Zürcher Zeitung tätig. Seit 2001 arbeitet er als Redakteur beim Nordwestradio Bremen.

Sammet stellt sein Buch am Sonntag, 30. September, 11 Uhr im Wesercafé, Alte Hafenstraße 46, vorgestellt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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