Zehntklässler der Gesamtschule Mitte gestalten Ausstellung im Rosenak-Haus Auf den Spuren jüdischen Lebens im Viertel

Altstadt. Es gab so viele jüdische Menschen im Steintor und Ostertor, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. Viel mehr, als die Zehntklässler der Gesamtschule Mitte (GSM) glaubten, bevor sie ihr Projekt vor sechs Wochen begonnen haben. 22 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Unterrichtsfach Welt- und Umweltkunde damit, Biografien jüdischer Viertelbewohner zu rekonstruieren. Die Ergebnisse sind jetzt im Rosenak-Haus, Kolpingstraße 7, bis zum Mittwoch, 24. November, ausgestellt.
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Von niels kanning

Altstadt. Es gab so viele jüdische Menschen im Steintor und Ostertor, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. Viel mehr, als die Zehntklässler der Gesamtschule Mitte (GSM) glaubten, bevor sie ihr Projekt vor sechs Wochen begonnen haben. 22 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Unterrichtsfach Welt- und Umweltkunde damit, Biografien jüdischer Viertelbewohner zu rekonstruieren. Die Ergebnisse sind jetzt im Rosenak-Haus, Kolpingstraße 7, bis zum Mittwoch, 24. November, ausgestellt.

Anne-Kathrin Strunk, Lehrerin der Klasse 10.1 an der Brokstraße, hatte sich mit Sonja Sawitzki und Carola Krüger in Verbindung gesetzt, die als Honorarkräfte für den Trägerverein des Rosenak-Hauses arbeiten und bereits drei Schulprojekte betreut haben. Das vierte Projekt unter dem Titel 'Jüdische Menschen im Viertel' ist das der 10.1. aus der GSM.

Die Schülerarbeiten bezeichnete der Vereinsvorsitzende Peter Zimmermann während der Ausstellungseröffnung als 'wunderbares Geschenk'. Was die Schüler erarbeitet hätten, decke sich mit der eigentlichen Aufgabe des Vereins: recherchieren, dokumentieren, erinnern, aufklären und begegnen.

Die Biografien folgender jüdischer oder jüdischstämmiger Familien, Paare und Einzelpersonen, die einst im Viertel zu Hause waren, haben die Schülerinnen und Schüler auf Ausstellungstafeln dokumentiert: Familie Gröger, die Gründer und Inhaber der ersten 'Wiener Feinbäckerei' in Bremen, Ostertorsteinweg 77. Martin und Betty Hirsch, Heidelberger Straße 18. Familie Lesser, Vor dem Steintor 45. Familie Altgenug, Charlottenstraße 28. Familie Becker, Körnerwall 4. Theresa und Elias Schragenheim, Sielwall 10. Lazarus Ehrmann, Außer der Schleifmühle 77. Familie Rosenbaum, Außer der Schleifmühle 27. Hanna und Felix Aber, Auf den Häfen 100. Familie Magnus, Herderstraße 92.

Die meisten dieser von den Nazis terrorisierten Viertelbewohner flohen nach der Machtübernahme der NSDAP aus Deutschland. Die Mitglieder der Familien Altgenug und Schragenheim wurden deportiert und starben in Konzentrationslagern.

Die Schüler für das Thema zu motivieren, sei überhaupt nicht das Problem gewesen, sagt Lehrerin Anne-Kathrin Strunk. Nach der Lektüre des Buches 'Die Welle' hätten die Jugendlichen wissen wollen, wie sich das NS-Regime etablieren konnte. Dass viele Deutsche aus dieser Zeit behaupten, vom Holocaust nichts gewusst zu haben, hätten sie nicht verstanden.

Sonja Sawitzki und Carola Krüger kamen in den Unterricht und suchten mit den Schülern die Häuser auf, in denen jüdische Familien früher gewohnt haben. In der nächsten GSM-Projektwoche im Frühjahr 2011 soll das Thema vertieft werden.

Die Ausstellung läuft noch bis 24. November im Rosenak-Haus, Kolpingstraße 7, Telefon 2761774. Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag und Freitag von 10 bis 13 Uhr sowie auf Anfrage. Nähere Infos auf www.rosenak-haus.de.

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