Haus bleibt nationale Forschungseinrichtung / Direktorin will die Arbeit verstärken und Personal einstellen Aufatmen im Schiffahrtsmuseum

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum bleibt in der Leibniz-Gemeinschaft. Die Vereinigung von Forschungsmuseen und -einrichtungen hat die weitere Förderung des Museums beschlossen, aber mit Auflagen. Der Leibniz-Gemeinschaft reicht die Forschungsarbeit nicht aus. Dennoch fließen vorerst jährlich weiter rund vier Millionen Euro Förderung nach Bremerhaven.
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Von Frank Miener

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum bleibt in der Leibniz-Gemeinschaft. Die Vereinigung von Forschungsmuseen und -einrichtungen hat die weitere Förderung des Museums beschlossen, aber mit Auflagen. Der Leibniz-Gemeinschaft reicht die Forschungsarbeit nicht aus. Dennoch fließen vorerst jährlich weiter rund vier Millionen Euro Förderung nach Bremerhaven.

Das Zeugnis ist nicht gut, das die Prüfer der Leibniz-Gemeinschaft dem Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) ausgestellt haben: Es fehlen Drittmittel, und es wird zu wenig publiziert. Zwar sei der Sammlungsbereich gut betreut, doch die Museumsausstellung locke zu wenig Besucher an, kritisieren die Prüfer unter anderem.

Die Museumsleitung verspricht Verbesserungen. Die müssen jedoch bis 2018 umgesetzt sein, fordert die Leibniz-Gemeinschaft. Dann wird das DSM erneut überprüft, nach drei statt nach spätestens sieben Jahren wie bisher üblich.

„Angesichts der in den letzten anderthalb Jahren vollzogenen strukturellen, personellen und inhaltlichen Entwicklungen ist das DSM ein großes Stück weitergekommen“, sagt die geschäftsführende Direktorin des Schiffahrtsmuseums, Sunhild Kleingärtner. Das hat auch die Leibniz-Gemeinschaft betont: Seit dem Antritt Kleingärtners im Jahr 2013 habe sich einiges bewegt, heißt es im Prüfbericht. Gremien wurden reformiert, Strukturen verändert. Offen sind aber weiterhin viele Fragen, die bereits 2007 und 2011 gerügt wurden. Schon damals hieß es, die Forschungsarbeit sei ungenügend.

Das Museum ist zwar Teil der Havenwelten, wird aber von Touristen nur wenig aufgesucht. Die Besucherzahl ist seit Jahren rückläufig, allerdings wird in diesem Jahr erstmals ein leichter Anstieg von 88 300 auf 90 000 Gäste erwartet.

Die Pläne für Veränderungen sind umfangreich. Das Museum will sich räumlich erweitern, die Ausstellung verändern und sich damit auch neu aufstellen. Der ursprünglich geplante Ausbau in mehreren Abschnitten für 110 Millionen Euro war allerdings nicht finanzierbar und wurde gestoppt. Nun gibt es Pläne, in einem ersten Abschnitt den ältesten Teil des 1975 eröffneten Museums, den Hans-Scharoun-Bau, zu sanieren. 42 Millionen Euro stehen dafür bereit. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung und Zukunftssicherung des Museums“, betont Bürgermeister Jens Böhrnsen als Vorsitzender des Stiftungsrates. Getragen wird das DSM von Bund und den Ländern; die Stadt Bremerhaven gibt 15 Prozent des Jahresetats.

In der Tat ist spürbar, dass sich im Museum etwas verändert. Und das nicht ohne Probleme: Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie schwierig die Bewältigung eines Generationenwechsels und eine umfassende fachlich-inhaltliche Neuaufstellung seien, sagt Böhrnsen, und Sunhild Kleingärnter stimmt zu. Nur mit der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Hansekogge als Pfund komme man jedenfalls nicht weiter.

Das sieht auch die Leibniz-Gemeinschaft so: „An die bisherigen Änderungen anschließend muss das Museum seine strategischen und konzeptionellen Überlegungen nunmehr weiter vertiefen sowie die Empfehlungen der Evaluierung umsetzen“, schreibt sie. Das bedeutet aber auch mehr Personal. Kleingärtner möchte Anfang nächsten Jahres eine wissenschaftliche Volontärin und zwei Doktorandinnen einstellen.

Damit soll der Forschungsausstoß des Schiffahrtsmuseums deutlich verbessert werden. Sonst droht das Aus, denn bei einer möglichen Rückstufung vom „Nationalen Forschungsmuseum“ zum Landesmuseum – die Folge eines Ausscheidens aus der Leibniz-Gemeinschaft – könnte das Land die Finanzierung alleine nicht stemmen. Die letzte Entscheidung über den Status als Forschungsmuseum liegt in den Händen der Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern.

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