Aufregung um drei unbeleuchtete Haltestellen

Oberneuland. Mehr als drei Wochen war die Beleuchtung an der Bushaltestelle "An den Wühren" defekt – und auch Ralf Kusmierz tappte im Dunkeln. Der Oberneulander trägt frühmorgens die Zeitung aus. So fiel ihm der Missstand sofort auf. Er wartete einige Tage ab, bis er sich bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) meldete, um zu erfragen, wann die Haltestellenbeleuchtung denn repariert würde.
19.05.2013, 05:00
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Aufregung um drei unbeleuchtete Haltestellen
Von Ulrike Troue
Aufregung um drei unbeleuchtete Haltestellen

Ein Serviceteam überprüft an der Haltestelle "An den Wühren" die Beleuchtungstechnik, denn seit über drei Wochen funktioniert das Licht dort nicht mehr.

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Oberneuland. Mehr als drei Wochen war die Beleuchtung an der Bushaltestelle "An den Wühren" defekt – und auch Ralf Kusmierz tappte im Dunkeln. Der Oberneulander trägt frühmorgens die Zeitung aus. So fiel ihm der Missstand sofort auf. Er wartete einige Tage ab, bis er sich bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) meldete, um zu erfragen, wann die Haltestellenbeleuchtung denn repariert würde.

Bei seinem Anruf im Kundencenter der BSAG sei er nach längerer Warteschleife "ziemlich abgebügelt" worden, berichtet Ralf Kusmierz. "Man wollte mich nicht weiter durchstellen, ich sollte meine Anfrage schriftlich stellen." Verärgert über diese Auskunft wandte sich der Oberneulander an die Senatsbehörde für Umwelt, Bau und Verkehr, auf die er als zuständige Aufsichtsbehörde im BSAG-Impressum gestoßen war.

Inzwischen hatte Kusmierz in Erfahrung gebracht, dass sich um den 20. April in der Straße "An den Wühren" ein Verkehrsunfall ereignet hatte. Dabei war ein Laternenmast gerammt worden. Erst 14 Tage nach seinem Anruf im Verkehrsressort erhielt er die schriftliche Auskunft der BSAG, weil es in der für ihn bestimmten Antwortmail zunächst einen Adressentippfehler gab. Darin wurde der Unfall bestätigt. Kusmierz erfuhr ferner, dass sich in der beschädigten Straßenlaterne der elektrische Anschluss für die Fahrgastunterstand-Beleuchtung befindet. Für die Stromversorgung sei die "swb Beleuchtung" zuständig, so die BSAG. Die swb-Firma habe die Stromversorgung abgeschaltet. Daraufhin sei auf die Dringlichkeit hingewiesen worden, die Fahrgastunterstände wieder ans Stromnetz anzuschließen. Unterdessen hat Ralf Kusmierz in dem Gebiet zwei weitere Haltestellen der Buslinie 33 mit defekter Beleuchtung entdeckt: "Apfelallee" (hinter der Kurve Oberneulander Heerstraße/Rockwinkeler Heerstraße) und "Oberneulander Landstraße". Dass drei Lampen auf einmal zur gleichen Zeit ausfallen, sei ja schon ungewöhnlich, findet der Oberneulander. "Dass drei Wochen nichts passiert, ist ein dicker Hund."

Dem widerspricht BSAG-Sprecher Jürgen Lemmermann energisch. Denn die beiden letztgenannten Ausfälle seien der BSAG bislang nicht gemeldet gewesen. Und die defekte Beleuchtung "An den Wühren" ist für ihn ein "normaler Fall, der immer mal wieder vorkommt, weil Unfälle nun mal passieren". Als Grund für die Verzögerung der Reparatur nennt Lemmermann ein Beschaffungsproblem.

An dem beschädigten Masten hänge auch die Energiezufuhr für die Bushaltestellenbeleuchtung. Und das Ersatzteil habe "swb Beleuchtung" nicht auf Lager gehabt. Das bestätigte Christoph Brinkmann, Sprecher der "swb Beleuchtung". Er hatte auf Anfrage unserer Zeitung ebenfalls erklärt, dass der Unfallschaden zur Unterbrechung der Stromzufuhr geführt habe und der "Unfallmast" erst ersetzt werden müsse. Zu den beiden anderen dunklen Fahrgastunterständen erklärte der Sprecher der "swb Beleuchtung" gegenüber Lemmermann, dass jene Ausfälle wohl auf einen Fehler der zentralen Steuerung beruhten. Das sei dann vor Ort geprüft und behoben worden. BSAG und "swb Beleuchtung" gehen davon aus, dass das Licht an den Haltestellen "Apfelallee" und "Oberneulander Lanstraße" wieder brennt. "Aus unserer Sicht ist alles sauber gelaufen", konstatiert BSAG-Sprecher Lemmermann.

Die Klage von Ralf Kusmierz über das Verhalten des BSAG-Kundencenters ist für Lemmermann nicht nachvollziehbar. "Wir nehmen solche Hinweise wirklich ernst, die wollen wir auch haben", versichert der BSAG-Sprecher. Die Bitte des Kundencenters um eine schriftliche Benachrichtigung sei keineswegs als Abwimmeln zu verstehen – ganz im Gegenteil: "Wir haben es über E-Mail leichter, den Hinweis sofort an die richtige Stelle weiterzuleiten, damit das Thema sofort erledigt wird."

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