Ortsamt und Beirat für Klapstul als Nutzer des alten Sportamts

Aufseiten der Besetzer

Peterswerder. Mit der Besetzung des alten Sportamts über Ostern hat der Verein Klapstul Aufmerksamkeit auf sich gezogen – und Unterstützer gefunden. Politiker wie Carsten Werner, kultur- und stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen, und Miriam Strunge, jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei, stehen auf der Seite der Besetzer.
09.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Mit der Besetzung des alten Sportamts über Ostern hat der Verein Klapstul Aufmerksamkeit auf sich gezogen – und Unterstützer gefunden. Politiker wie Carsten Werner, kultur- und stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen, und Miriam Strunge, jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei, stehen auf der Seite der Besetzer. Und auch der Beirat Östliche Vorstadt und das Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt haben sich positioniert.

Der Verein organisiert seit 2011 über die Frühlings- und Sommermonate kostenlose Freizeitangebote für junge Menschen im alten Sportamt. Bislang wurde ausschließlich die Zwischennutzung geduldet. Bis Ende Februar war unklar, ob das in diesem Jahr auch der Fall sein würde. Dann kam die Zusage von der Hausbesitzerin, Immobilien Bremen, dass Klapstul noch dieses Jahr bleiben darf. Im nächsten Jahr soll das Sportamt anders genutzt werden. Das wollte Klapstul nicht hinnehmen und tauschte über Ostern die Schlösser aus.

„Der Beirat Östliche Vorstadt und das Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt haben bereits im März befürwortet, dass diese Arbeit auch in diesem Jahr dort fortgesetzt werden kann und über eine längerfristige Lösung für das Projekt nachgedacht wird“, heißt es in einer Stellungnahme, die Ortsamtsleiterin Hellena Harttung, Beiratssprecher Peter Rüdel (Grüne) und dessen Stellvertreter Daniel de Olano (SPD) unterzeichnet haben. „Wir brauchen öffentliche Räume, wo nicht Geld verdient werden muss“, sagt Peter Rüdel. Von solchen Flächen wie dem alten Sportamt, wo nichtstaatlich geförderte Angebote laufen, gebe es nicht viele in der Stadt, ergänzt Daniel de Olano. Der Verein fülle eine Nische, die von Menschen aus weit mehr Stadtteilen als der Östlichen Vorstadt genutzt werde, meint der SPD-Mann. Junge Leute könnten sich dort politisch und kulturell engagieren, sagt die Ortsamtsleiterin. Das Sportamt sei ein Ort, der Autonomie biete.

„Ich bin grundsätzlich dagegen, dass Bremen öffentliche Gebäude verscheuert“, sagt Peter Rüdel auf Nachfrage. Vertreter des Vereins Klapstul hätten sich vor vier Jahren in einer öffentlichen Beiratssitzung vorgestellt, erinnert sich der Beiratssprecher. Der Verein habe sich dann gut in das Umfeld eingebunden und erfreue sich großen Zulaufs. Bremen habe derzeit eine starre Haltung, wenn es darum gehe, Zwischennutzung in Dauernutzung umzuwandeln, sagt Daniel de Olano. „Wichtig ist jetzt, dass die Debatte geführt wird.“

Der Beirat wird die Sache weiter verfolgen. Am Donnerstag, 9. April, soll es erst einmal ein Gespräch zwischen Immobilien Bremen und dem Verein geben, sagt Hellena Harttung. „Ich habe das Gefühl, dass alle willens sind, eine gute Lösung zu finden.“ Ihren Willen haben Beirat und Ortsamt kundgetan. Eine Beiratssitzung zu dem Thema ist vorerst nicht geplant.

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