Linke Sammlungsbewegung

"Aufstehen" formiert sich in Bremen

„Aufstehen“, die linke Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht, gründet sich in Bremen. Zwölf Initiatoren kündigen ein erstes Treffen für rund 800 Unterstützer im kleinsten Bundesland an.
02.10.2018, 20:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Sara Sundermann
"Aufstehen" formiert sich in Bremen

"Aufstehen" – unter dieser Überschrift hat Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht die linke Sammlungsbewegung bundesweit gegründet.

Britta Pedersen/dpa

Nun gründet sich auch in Bremen die linke Sammlungsbewegung "Aufstehen", die bundesweit von Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht initiiert wurde. Am vergangenen Sonnabend kam ein Kreis von Bremer Initiatoren in einer Gaststätte im Viertel zusammen. Zwölf Initiatoren aus Bremen melden sich nun zu Wort und kündigen an: "Wir wollen dazu beitragen, die von Sahra Wagenknecht und anderen vorgestellte parteiübergreifende Sammlungsbewegung auch in Bremen zu etablieren." Unter den bundesweit 150 000 Unterstützern der Bewegung seien 800 Bremerinnen und Bremer, darunter mehr als 680 aus der Stadt Bremen und mehr als 75 aus Bremerhaven.

"In der Bevölkerung gibt es eine Mehrheit, die für Frieden in Syrien ist, für eine Entspannung in der Russlandpolitik, gegen Hartz IV und für höhere Renten – aber das spiegelt sich weder in Bremen noch bundesweit in der Politik wieder", so schildert Sönke Hundt seine Motivation, "Aufstehen" in Bremen zu gründen. Der 80-jährige Wirtschaftsprofessor der Hochschule ist Mitglied der Linkspartei und im Bremer Friedensforum, das unter anderem die Ostermärsche organisiert. "Wir wollen eine soziale Gegenbewegung gegen rechts bilden", sagt Horst Isola, der ebenfalls zu den Gründern gehört. Der 79-jährige Isola ist ehemaliger SPD-Landeschef und war unter anderem Staatsrat in Bremen. Er ist seit mehr als 50 Jahren Sozialdemokrat, aber nicht einverstanden mit der heutigen Politik der SPD, die längst zu stark neoliberal orientiert sei und Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien ebenso billige wie die Abholzung des Hambacher Forsts zur Braunkohlegewinnung.

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Als Mitglieder des Bremer Initiatorenkreises von "Aufstehen" werden neun Männer und drei Frauen genannt. Das Altersspektrum reicht von etwa 40 bis 80 Jahren, wobei die älteren Generationen stark vertreten sind. Zu den Gründern gehören unter anderem ehemalige Bürgerschaftsabgeordnete von Grünen und SPD, Rentner, Lehrerinnen, ein IT-Fachmann von der Piratenpartei, ein Sozialwissenschaftler und ein IG-Metall-Gewerkschafter.

Die Initiatoren wollen nun die 800 Bremer Unterstützer von "Aufstehen", die den bundesweiten Gründungsaufruf unterzeichnet haben, zu einem ersten gemeinsamen Treffen einladen. Es soll laut Hundt voraussichtlich am 15. Oktober stattfinden, Ort und Uhrzeit stehen noch nicht fest. Bei der ersten Veranstaltung soll es darum gehen, dass sich die Bremer Unterstützer kennenlernen, Hundt möchte zudem einen Gastredner aus Berlin einladen, der die Bewegung und ihre elektronischen Werkzeuge vorstellt. Denkbar sei, dass sich Unterstützer dann in thematischen Arbeitsgruppen austauschen, so Hundt.

Auf Unterstützung aus der Bremer Linkspartei und der Bürgerschaftsfraktion der Linken kann die "Aufstehen"-Gruppe dabei bislang nicht zählen, das bestätigt Sönke Hundt. "Aufstehen" sei keine Parteiveranstaltung, sondern eine Initiative Einzelner, das hatten zuvor die Bremer Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm ebenso wie Linken-Fraktionsschefin Kristina Vogt betont. Falls es einen Bremer Arm der Bewegung gebe, müssten dessen Organisatoren "das alleine machen", so Vogt. Hundt bestätigt: "Insgesamt ist das Klima im Bremer Landesverband der Bewegung gegenüber eher ablehnend, dort betrachtet man uns wohl eher als Konkurrenz."

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