Bremer Sozialdemokraten suchen neue Landesspitze / Auftakt zur Mitgliederbefragung Aulepp oder Güngör – das ist nun die Frage

Bremen. Uta Kummer ist Vorsitzende des sozialdemokratischen Unterbezirks Stadt – am Dienstagsabend war sie zudem Moderatorin: Im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen in Gröpelingen leitete sie vor der Bühne die Mitgliederbefragung der beiden Kandidaten um den SPD-Landesvorsitz ein. Sascha Karolin Aulepp bewirbt sich ebenso wie Mustafa Güngör um die Nachfolge des amtierenden Parteichefs Dieter Reinken.
02.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Aulepp oder Güngör – das ist nun die Frage
Von Wigbert Gerling

Uta Kummer ist Vorsitzende des sozialdemokratischen Unterbezirks Stadt – am Dienstagsabend war sie zudem Moderatorin: Im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen in Gröpelingen leitete sie vor der Bühne die Mitgliederbefragung der beiden Kandidaten um den SPD-Landesvorsitz ein. Sascha Karolin Aulepp bewirbt sich ebenso wie Mustafa Güngör um die Nachfolge des amtierenden Parteichefs Dieter Reinken. Vor den rund 120 Besuchern ging es dann unter anderem um die Verankerung der Partei in der Stadt.

Acht Mal können sich die Mitglieder der SPD ab sofort persönlich ein Bild davon machen, wie die Spitze der Landesorganisation in den kommenden zwei Jahren besetzt sein könnte. Per Brief stimmen die rund 4400 Sozialdemokraten anschließend bis Mitte April ab, wen sie für besser halten: Aulepp oder Güngör, sie aus dem Ortsverein Altstadt-Mitte, er aus Osterholz.

Die beiden Namen sind in den Informationen der SPD-Landesorganisation aufgeführt, nicht aber der des ehemaligen Chefs beim Schiffbauunternehmen Bremer Vulkan, Friedrich Hennemann. Er erfüllt laut Partei keine der beiden Voraussetzungen, die in den Richtlinien für eine Kandidatur vorgegeben worden waren: Entweder wird jemand von einer Parteigliederung nominiert – oder es werden Unterstützungsunterschriften von fünf Prozent der Mitgliedschaft vorlegt. Da die Frist für eine Teilnahme an der parteiinternen Befragung am Montag abgelaufen und Hennemann weder der eine noch das andere vorweisen könne, sei er nicht dabei, hieß es.

Hennemann saß im Nachbarschaftshaus in der zweiten Reihe und meldete sich als Dritter zu Wort. „Stelle Deine Frage“, wurde mehrfach dazwischengerufen, als er erläutern wollte, dass für ihn das Kandidatenverfahren noch nicht gelaufen sei. Er wolle sich an der Befragung beteiligen und baue dabei auf „den Mut der Mitglieder“. Sie könnten noch dafür sorgen, dass er die Gelegenheit bekomme, sich trotz der Vorgaben der Parteispitze neben Aulepp und Güngör auf Veranstaltungen bis zum Finale am 4. April vorstellen zu können: „Richtlinien kann man ändern.“

Andere Gäste wollten wissen, was Sascha Aulepp und Mustafa Güngör tun würden, sollte die Wahl auf sie fallen. „Wir brauchen eine streitbare SPD“, betonte die Bewerberin, die auch in der Bundespolitik Akzente setzen möchte. Jungen Menschen müsse eine Perspektive geboten, Arbeitsplätze müssten geschaffen und es müsse für soziale Gerechtigkeit gesorgt werden, so Aulepp. Mustafa Güngör indes betonte, die SPD müsse „ihre Identität sichtbarer machen“. Der Kandidat, der ebenso Bürgerschaftsabgeordneter ist wie seine Mitbewerberin: „Die SPD muss der Motor sein und das Lenkrad in die Hand nehmen.“ Nötig sei ein starker Staat ebenso wie eine starke Wirtschaft.

Bleibt Hennemann außen vor? Es gibt noch die Möglichkeit, dass ein Bewerber auf dem entscheidenden Landesparteitag am 30. April die Zustimmung von zwanzig der 250 Delegierten erhält. Aber es gilt als sicher, dass der Gewinner der angelaufenen Mitgliederbefragung Ende kommenden Monats mit großer Mehrheit als Landeschefin oder Landeschef gewählt wird.

Nach dem Auftakt am Dienstag im Bremer Westen ist die Fortsetzung der Vorstellungsrunden von Aulepp und Güngör für Freitag um 19 Uhr im Huchtinger Helga-Jansen-Haus An der Schüttenriehe 8 geplant. Es folgt am Montag, 7. März, ebenfalls um 19 Uhr, ein zweiter Termin im Süden (Bürgerhaus Obervieland an der Alfred-Faust-Straße). Das vierte Datum ist am Mittwoch kommender Woche um 19 Uhr im Gehörlosenfreizeitheim an der Schwachhauser Heerstraße 266. Die nächste Vorstellungsrunde soll in Bremerhaven sein: 14. März im Haus am Blink an der Adolf-Butenandt-Straße. Beginn ist um 18 Uhr.

Zwei Tage später diskutieren Aulepp und Güngör im Bremer Osten. Die beiden Kandidaten sind ab 20 Uhr im Bürgerhaus Mahndorf. Für Bremen-Nord steht ein Termin an einem Sonnabend auf der Liste: 2. April, 11 Uhr, Gustav-Heinemann-Bürgerhaus. Das Finale ist für den darauf folgenden Montag in Bremen-Mitte um 19 Uhr im Kwadrat an der Wilhelm-Kaisen-Brücke geplant. Einsendeschluss für die Briefwahl ist der 15. April um Mitternacht. Ausgezählt wird am folgenden Tag.

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