Das „Nu Dance Ensemble“ der Jacobs University Bremen zeigt „Nu Beginnings“ Aus dem Leben gegriffen

Grohn. Die Verunsicherung, die mit der Suche nach einem Neuanfang einhergehen kann, versinnbildlichen die Protagonisten des Tanztheaters der Jacobs University Bremen in ihrem aktuellen Stück. Dabei bewegt sich das „Nu Dance Ensembles“ auf einem Spannungsbogen, der die gesamte Palette möglicher Widrigkeiten aufgreift.
30.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulf Buschmann

Die Verunsicherung, die mit der Suche nach einem Neuanfang einhergehen kann, versinnbildlichen die Protagonisten des Tanztheaters der Jacobs University Bremen in ihrem aktuellen Stück. Dabei bewegt sich das „Nu Dance Ensembles“ auf einem Spannungsbogen, der die gesamte Palette möglicher Widrigkeiten aufgreift. Aber am Ende fügt sich alles wieder zusammen.

Am Freitag, 30. Mai, 20 Uhr, zeigten die Tänzer gemeinsam noch einmal im „Theatre Space“ auf dem Campus ihre aktuelle Produktion „Nu Beginnings“. Es ist ein multimedial angelegtes Stück, in dem es um Aufbruch, Unsicherheiten und Neubeginn geht. Regie führen Özen Odag und Veneta Gerganova. Die Multimedia-Elemente hat Bruno Perosa, ein Visual Designer und Video Künstler, entwickelt. Die Musik stammt bis auf zwei Stücke vom Produzenten und Sounddesigner Aidan Boyle.

Neuanfang – das sind fließende Bewegungen, mal still in sich gekehrt, mal hektisch und ängstlich. Sie zeugen von dem Wunsch, irgendwie voranzukommen. Doch der Weg zum Neubeginn ist niemals gerade, ganz im Gegenteil: Wer sich dazu entschließt, zu unbekannten Ufern aufzubrechen, dem stellen sich allerhand Hindernisse in den Weg. Hierzu gehören Menschen, die einem davon abraten, aber auch ganz abstrakte gegensätzliche Kräfte. Doch im Hintergrund schwingen die Hoffnung und Gewissheit mit, das selbst gesteckte Ziel erreichen zu können. Oder zumindest einen Teil dessen.

Diese antagonistische Gefühlswelt stellen die Tänzerinnen und Tänzer ganz in der Tradition von Pina Bausch dar. Sie schaffen es – ebenso wie die Ikone des modernen Tanzes – die innere Gedanken- und Gefühlswelt in Bewegungen umzusetzen. Zwar sind sie nicht weniger kraftvoll als Pina Bausch. Doch das, was Özen Odag und Veneta Gerganova da auf die Bühne des „Theatre Space“ zaubern, ist weniger temporeich.

„Nu Beginnings“ ist Pina Bausch in Zeitlupe auf einem von Aidan Boyle geschaffenen Soundteppich, der sich irgendwo zwischen Brian Eno, Jean-Michel Jarre und dem deutschen Pionier der elektronischen Musik, Klaus Schulze, bewegt. Auf ihm agieren die jungen Akteure sicher. Das von Aidan Boyle Geschaffene ist für sie wie ein Netz für Trapezkünstler. Minimalistisch und doch sehr bereichernd wirkt das, was Videokünstler Bruno Perosa an stehenden und bewegten Bildern hinzufügt.

Sie bewegen sich zwischen zwei Polen: Hier das einfache, klare Messergebnisse liefernde Oszilloskop. Der andere Pol ist der, der an die Videokunst der „documenta 7“ von 1977 erinnert. Es ist Kunst, die nicht für jeden Menschen greifbar ist und sehr viel Raum für eigene Interpretationen lässt.

Zusammengehalten wird das Ganze von einem Netz aus wunderbaren Tänzerinnen und Tänzern. Akshun Abhimanyu, Sidharth Dandekar, Nadine El-Nabli, Veneta Gerganova, Franziska Neumann, Liane Mah und Sofiya Marinova sind miteinander verknüpft, und das gleich im doppelten Sinne: Sie zeigen, dass sich ein Mensch, der auf den Weg zu neuen Ufern ist, nie ohne seine Umgebung beziehungsweise seine Mitmenschen auskommt und sie liefern eine künstlerisch wohlgeformte Performance, die den Zuschauer in seinen Bann zieht.

„Nu Beginnings“ ist am Freitag, 30. Mai, noch einmal um 20 Uhr im „Theatre Space“ auf dem Campus der Jacobs University zu sehen.

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