Kommentar zu Tempo-30-Strecken

Ausgebremst

In Bremen sollen weitere Tempo-30-Zonen entstehen. Doch wenn die Stadt wie ein Flickenteppich aus Tempo-30-Strecken besteht, bremst das alle aus, meint Pascal Faltermann.
23.09.2019, 05:30
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Ausgebremst
Von Pascal Faltermann
Ausgebremst

Tempo-30-Zonen haben ihre Vorteile: Mehr Sicherheit, bessere Luft, weniger Lärm und weniger Unfälle.

Arne Dedert /dpa

Wenn die Innenstadt komplett autofrei wird, um die City ein zusätzlicher autoarmer Bereich liegt und es weitere Tempo-30-Strecken im gesamten Stadtgebiet gibt, hat das seine Vorteile. Die Sicherheit wird für alle Verkehrsteilnehmer höher, die Luft besser und der Lärm weniger. Auch die Zahl der Unfälle nimmt dort ab, wo eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet wurde. Das belegen Studien und Modellprojekte. Ein weiterer Aspekt: Die Bewohner und Besucher der Stadt gewinnen den öffentlichen Raum zurück. Also alles schön und gut.

Doch Bremen ist und bleibt auch eine Pendlerstadt. Wer längere Strecken mit dem Auto zum Arbeitsplatz fahren muss, will möglichst schnell von A nach B kommen. Dafür braucht es dringend den Ringschluss der Autobahn um Bremen herum, der aber durch Klagen immer noch auf sich warten lässt. Benötigt werden auch Pendlerstrecken durch die Stadt und ein öffentlicher Nahverkehr, der nicht im Schritttempo vorankommt. Wenn die Stadt wie ein Flickenteppich aus Tempo-30-Strecken besteht, bremst das alle aus und sorgt nur für Ärger – bei Fußgängern wie auch bei Rad- und Autofahrern.

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