GeoInformation klagt über Bürogröße im neuen Stadthaus / SPD will Service erhalten Außenstelle steht vor Auflösung

Vegesack. Wenn sich die Behörden im April im neuen Vegesacker Stadthaus einrichten, zieht eine vielleicht gar nicht mit. GeoInformation Bremen, das bisherige Katasteramt, schließt möglicherweise seine Nordbremer Außenstelle. Dabei geht?s nicht um ein Fenster zum Hof. Allein die Größe des künftigen Büros sorgt für Irritationen. Lange bevor es ans Akten packen geht, schlägt die SPD Bremen-Nord deshalb Alarm. Die Beiratsfraktionen wollen den Bürgerservice vor Ort erhalten.
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Außenstelle steht vor Auflösung
Von Patricia Brandt

Vegesack. Wenn sich die Behörden im April im neuen Vegesacker Stadthaus einrichten, zieht eine vielleicht gar nicht mit. GeoInformation Bremen, das bisherige Katasteramt, schließt möglicherweise seine Nordbremer Außenstelle. Dabei geht?s nicht um ein Fenster zum Hof. Allein die Größe des künftigen Büros sorgt für Irritationen. Lange bevor es ans Akten packen geht, schlägt die SPD Bremen-Nord deshalb Alarm. Die Beiratsfraktionen wollen den Bürgerservice vor Ort erhalten.

Heike Sprehe vom Vegesacker Beirat und mit ihr die SPD-Fraktionsvorsitzenden Florian Boehlke aus Burglesum und Wolfgang Dettmer aus Blumenthal haben eine Anfrage für die Beiratssitzung vorbereitet. Nach dem Willen der SPD soll der Beirat Vegesack den Umweltsenator um Auskunft bitten, ob das Leistungs-, Service- und Aufgabenspektrum des Bauamts Bremen-Nord sowie insbesondere des Eigenbetriebs GeoInformation im Stadthaus in vollem Umfang erhalten bleibt. "Uns wurden Gerüchte bekannt, dass die Außenstelle von GeoInformation im Rahmen der Neuorganisation geschlossen werden soll", begründet Sprehe ihren Vorstoß.

Eine Entwicklung, die die SPD nicht mittragen will. "Wir machen jetzt schon deutlich, dass zum Beispiel eine Reduzierung des Bürgerservice im Bereich GeoInformation den bisherigen Absprachen widerspricht und von den Bürgern in Bremen-Nord nicht akzeptiert werden kann", schreibt Sprehe kampfesmutig. "Alle Bauwilligen, die Kataster-Auszüge wollen, müssten in die Stadt fahren."

Überlegungen, die beim Bauamt ansässige Außenstelle dicht zu machen, gibt es tatsächlich. Die Frage sei, ob eine Außenstelle für Landvermessung und Betreuung des Grundstückskatasters betriebswirtschaftlich sinnvoll sei, erläutert Ernst Dautert, kommissarischer Leiter des Eigenbetriebs. Dautert: "Es geht im Wesentlichen um einen Mitarbeiter, und die Frage ist: Bleibt er in Bremen-Nord oder zieht er an unseren Stammsitz an die Lloydstraße." Auskünfte gäbe es im letzteren Fall telefonisch oder per E-Mail.

Kleine Stube zugewiesen bekommen

Hintergrund dieses betriebswirtschaftlichen Ansatzes ist die vom Senat für Januar 2011 beschlossene Umwandlung vom Eigenbetrieb GeoInformation in ein Landesamt. Wie berichtet, hatte der Eigenbetrieb regelmäßig Verluste eingefahren, in der Spitze bis zu 1,1 Millionen.

Endgültig beschlossene Sache ist die Auflösung der Außenstelle nach Dauterts Worten aber nicht. "Sollte GeoInformation in Bremen-Nord politisch gewollt sein, bin ich gesprächsbereit", sagt er. Allerdings gäbe es dann noch eine nicht unwichtige Raumfrage zu klären.

Bisher sei GeoInformation als Anhängsel des Vegesacker Bauamtes vom Bauamtsleiter Maximilian Donaubauer lediglich eine kleine Stube im hinteren Bereich des ersten Obergeschosses des Stadthauses zugewiesen worden, während der Bauamtsleiter selbst den vorderen Eingangsbereich beanspruche.

1700 Quadratmeter stehen dem Bauamtschef und seinem rund 30-köpfigen Mitarbeiterstab im neuen Haus zur Verfügung. Mit einer Kammer von vielleicht 14 Quadratmeter lässt sich Untermieter Ernst Dautert nicht abspeisen.

"Wir haben im jetzigen Bauamt 20 Quadratmeter, weniger geht nicht", sagt der kommissarische GeoInformation-Chef. Wie groß der Arbeitsbereich sein muss, schreibe die Arbeitsstättenverordnung vor. Zum Arbeitsplatz eines GeoInformations-Mitarbeiters gehöre schließlich viel technisches Gerät, so Dautert. An den beiden Auskunftstagen in Bremen-Nord seien oft sogar zwei Mitarbeiter im Einsatz, einer käme eigens aus Bremen-Stadt angereist.

Was Dautert vielleicht nicht klar war: Nicht der Bauamtschef hat den Daumen auf den Plänen, sondern die Wirtschaftsförderung Bremen. Und die hat nach eigenen Angaben noch Platz in der Hütte.

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