Willkommensinitiative Vegesack erhält Kulturpreis

Auszeichnung für engagierte Bürger

Die Willkommensinitiative ist mit dem Vegesacker Kulturpreis 2014 ausgezeichnet worden. Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt und Beiratssprecherin Heike Sprehe überreichten den mit 1500 Euro dotierten Preis am Freitag im Gemeindesaal der Vegesacker Stadtkirche. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Bürger für Flüchtlinge in Vegesack.
09.03.2015, 00:00
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Von Gabriela Keller
Auszeichnung für engagierte Bürger

Erfreut: Heiko Dornstedt, Jochen Windheuser und Heike Sprehe (v.l.).

Christian Kosak

Die Willkommensinitiative ist mit dem Vegesacker Kulturpreis 2014 ausgezeichnet worden. Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt und Beiratssprecherin Heike Sprehe überreichten den mit 1500 Euro dotierten Preis am Freitag im Gemeindesaal der Vegesacker Stadtkirche. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Bürger für Flüchtlinge in Vegesack.

„Sie sind ein Beispiel dafür, dass es in Vegesack und Umgebung Bürger gibt, die sich Gedanken machen, wie sie Flüchtlingen helfen und ihnen das Leben in einer für sie noch fremden Welt erleichtern können.“ Die Willkommensinitiative Vegesack habe mit ihrem beispielhaften bürgerschaftlichen Engagement den Vegesacker Kulturpreis 2014 verdient. „Ohne Zweifel“, wie Heike Sprehe betonte. Auf dem Oberdeck der Vegesacker Stadtkirche überreichten die Beiratssprecherin und Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt am Freitagabend die Auszeichnung.

Der Kulturpreis würdigt das Engagement der Initiative, die sich seit Frühjahr 2014 um Flüchtlinge in Vegesack kümmert. Zunächst im Übergangswohnheim Johann-Lange-Straße in Aumund. Dort hat die Initiative ein Kontaktcafé aufgebaut, organisiert Angebote für Kinder und gemeinsame Veranstaltungen mit Bewohnern, etwa Feste und Familienausflüge.

Im Containerdorf in Grohn bietet die Willkommensinitiative neben einem Kontaktcafé eine Kinderbetreuung und eine Kleiderkammer an. Die Bürger organisieren Möbel, Haushaltsgeräte und Fahrräder für die Flüchtlinge, begleiten sie zu Behörden. Lernpaten helfen beim Deutschlernen, Familienpaten unterstützten bei Umzügen. Ein Gartenprojekt ist geplant. Nach den Worten von Jochen Windheuser, der mit anderen Ehrenamtlichen den Preis entgegennahm, stehen inzwischen mehr als 70 Bürger den Flüchtlingen zur Seite.

Mit ihrer Arbeit erfülle die Initiative die Kriterien des Kulturpreises, meinte Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Sie fördere Toleranz und Integration in Vegesack. Dornstedt erinnerte an frühere Bürgerproteste gegen ein geplantes Flüchtlingswohnheim auf dem Sportplatz Fährer Flur. Damals habe es fremdenfeindliche Äußerungen gegeben. Die Arbeit der Willkommensinitiative mache hingegen deutlich: „Die Vegesacker kann man mit solchen Äußerungen nicht in einen Topf werfen“.

Als Gegenreaktion auf die damaligen Bürgerproteste gründete sich im August 2013 die Willkommensinitiative. So etwas wie im Fall Fährer Flur sollte in Grohn nicht noch einmal passieren, erinnerte Windheuser. „Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit nicht nur gut ist für die Menschen in den Heimen. Sie ist auch gut für die Stadtteilkultur. Etwas Positives prägt die Atmosphäre in Vegesack. Der Vertreter der Initiative spielte damit auch auf Kritik der „Bürger in Wut“ und FDP an. Sie hatten die Preisvergabe an die Initiative mit der Begründung abgelehnt, deren Arbeit habe mit Kultur nichts zu tun. Der Verleihung blieben die Kritiker zum Bedauern von Beiratssprecherin Heike Sprehe fern. „Es ist schade, dass man nicht einheitlich hinter einem Beiratsbeschluss steht.“

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