Karikaturenpreis Auszeichnung für Miriam Wurster

Freudige Überraschung für den WESER-KURIER: Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene „Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen“ geht in diesem Jahr an Miriam Wurster.
29.01.2018, 20:39
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Auszeichnung für Miriam Wurster
Von Markus Peters

Der „Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen“ in diesem Jahr geht an die Bremerin Miriam Wurster für eine Zeichnung zu den Polizeieinsätzen auf dem G 20-Gipfel in Hamburg, die im WESER-KURIER erschienen ist. Die 53-jährige Cartoonistin, die einst gemeinsam mit Bettina Bexte das Duo „Mutterwitz“ bildete, studierte Illustration an der Hochschule für Künste in Bremen. Seit 1992 arbeitet sie als freie Mitarbeiterin für den „Stern“ und „Spiegel online“, für Satiremagazine wie „Titanic“, „Nebelspalter“ und die inzwischen eingestellte deutsche Ausgabe von „Charlie Hebdo“ sowie für den WESER-KURIER.

Wursters Markenzeichen ist der markante schwarze Strich für die Konturen, gepaart mit einer an Aquarelltechnik erinnernde Koloratur, meist noch von Hand mit dem Pinsel aufgetragen. Ihr Humor ist eher subtil, sie setzt auf die milde Skurrilität ihrer Figuren: „Ich versuche das eigentlich auf eine ruhige oder freundliche Art darzulegen, aber es darf trotzdem eine gewisse Fiesheit zu finden sein“, sagte die frisch gekürte Trägerin des Karikaturenpreises vor einiger Zeit in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Und insbesondere dürfen es die Alpha-Tiere sein, die zur Zielscheibe ihres Spottes werden. „Sie ist eine exzellente Erzählerin“, würdigt ihr Kollege Til Mette die Preisträgerin. „Das ausgezeichnete Werk bringt die Absurdität des G 20-Gipfels auf den Punkt. Die Brutalität des Polizeieinsatzes mit den niedlichen Schoßhündchen in Verbindung zu bringen, das ist großartig. Ich bin ganz neidisch, dass ich nicht auf diese Idee gekommen bin.“ Ihre Paradefigur, so Mette weiter, sei aber eigentlich der Ehemann, den sie meist irgendwo in einer Ecke ihrer Cartoons abstelle. „Sie hat ihren ganz eigenen Mikrokosmos der verhuschten Frauen geschaffen“, würdigte Mette die Arbeit seiner Bremer Kollegin.

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Der G 20-Gipfel war in mehrfacher Hinsicht Thema bei der Preisverleihung in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin. Noch immer nicht restlos aufgeklärt seien die Umstände, unter denen einigen Reportern im vergangenen Jahr zu Unrecht die Akkreditierung für die Berichterstattung über den G 20-Gipfel in Hamburg entzogen worden sei, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff. Der Umgang mit den Daten der Betroffenen durch das Bundeskriminalamt und die Polizei vor Ort sei, wie sich im Nachhinein gezeigt habe, in großem Maße fahrlässig gewesen. Betroffen war auch ein Fotograf des WESER-KURIER.

Platz zwei des Karikaturenpreises und 2000 Euro gingen an Heiko Sakurai („Rhein-Neckar-Zeitung“, Heidelberg, „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen). Den dritten Preis (1000 Euro) erhielt Mathias Hühn („Taz – Die Tageszeitung“, Berlin). Preisgekrönt wurden bei der „Rückblende 2017“ auch die besten politischen Fotografien des vergangenen Jahres. Dort setzte sich Andreas Herzau ebenfalls mit einem Bild von den Krawallen im Hamburger Schanzenviertel beim G 20-Gipfel durch.

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Übrigens: Am 5. Februar, 18 Uhr, wird Miriam Wurster gemeinsam mit Til Mette im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft bei einer Diskussion zu „Charlie Hebdo“ zu Gast sein. Moderiert wird die Veranstaltung von Joerg Helge Wagner, Politikchef des WESER-KURIER. Der Eintritt ist frei, um telefonische Anmeldung unter 04 21 / 36 71 66 16 wird gebeten.

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