Bremer Innenstadt Hunderte Autoparkplätze sollen zu Radstellflächen werden

Bremen sucht Platz für Fahrräder: Bis zu 650 Autoparkplätze direkt an den Straßen in der Innenstadt sollen in Radabstellflächen umgewandelt werden.
12.03.2021, 05:00
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Hunderte Autoparkplätze sollen zu Radstellflächen werden
Von Pascal Faltermann

Das Bild ist bekannt: An zahlreichen Straßenschildern sind Fahrräder angeschlossen, sie stehen an Zäunen, Geländern oder wild abgestellt vor Hauseingängen. Das Problem: Es fehlt an Abstellflächen für Fahrräder. Das soll sich ändern. Alle sogenannten straßenbegleitenden Auto-Parkplätze (Flächen direkt an der Straße) in der Bremer City sollen in Fahrradabstellplätze umgewandelt werden. Das sieht eine Maßnahme des Aktionsprogramms Innenstadt vor, wie aus einem Bericht für die Verkehrsdeputation hervorgeht. Auch wenn die Zahl in der Sitzung der Deputation nicht genannt wurde, stehen damit bis zu 650 Parkplätze zur Disposition.

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Der Senat beziehungsweise das Verkehrsressort waren durch einen Beschluss der Stadtbürgerschaft aus dem März 2020 aufgefordert, nach freien Stellflächen zu suchen. Wenn die Autoparkplätze für Fahrradflächen weichen, soll auch geprüft werden, inwiefern Fahrradanhänger oder Lastenräder bei der Einrichtung von Fahrradabstellplätzen berücksichtigt werden können. Die Umsetzung der Maßnahme ist laut dem Bericht der Verkehrsbehörde noch für das laufende Jahr 2021 vorgesehen.

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Zu möglichen Standorten für Fahrradparkhäusern in der Innenstadt wird laut Behörde zurzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Betrachtet werden in der Studie der Bunker am Domshof sowie der Brill-Tunnel und die Auto-Unterführung von der Tiefer zur Martinistraße. Im Domshof-Bunker könnten demnach auf zwei Ebenen gut 2000 Plätze für Fahrräder entstehen. In einem möglichen Fahrradparkhaus Brill-Tunnel könnten 1124 Zweiräder unter kommen, sagt Gunnar Polzin, Leiter der Verkehrsabteilung im Bremer Mobilitätsressort.

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Zudem werde untersucht, inwiefern Serviceangebote, Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie Abstellmöglichkeiten für Spezialfahrräder an diesen Standorten angeboten werden können. Alternativ dazu wird die Entwicklung der zentral in der Altstadt gelegenen Parkhäuser für Angebote des Fahrradparkens untersucht. Die Defizite sollen auch mit weiteren Abstellplätzen sowie Bike-and-Ride-Anlagen in der Innenstadt angegangenen werden. „Super, dass dieses essenzielle Thema in einem Gesamtkonzept angegangenen wird“, sagt Ralph Saxe (Grüne). Er regt außerdem an, dass es mehr dezentrale Rad-Stellplätze geben müsse.

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Mehr rote Farbe für Kreuzungen

Nach Bedarf und unter Sicherheitsaspekten sollen weitere Fahrradwege in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen in Bremen farblich markiert werden. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsressort auf eine Anfrage des Deputierten Ralf Bohr (Grüne) hervor. Bislang ordnete die Straßenverkehrsbehörde die Roteinfärbung nur in begründeten Fällen an. Das Verfahren beziehungsweise die Kriterien sind laut Behörde nun ausgeweitet worden, um den Wünschen der Stadtteilbeiräte häufiger als bislang zu folgen. Eingesetzt werden soll die rote Farbe an Kreuzungen und Knotenpunkten, die großflächig, schlecht einzusehen oder unübersichtlich sind.

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