Kommentar über Autoposer

Kein Recht auf Selbstverwirklichung

Begeisterung für Technik, Leistung, schöne und schnelle Fahrzeuge ist völlig legitim - die Belästigung und Gefährdung von Mitmenschen ist es absolut nicht, meint unser Redakteur Joerg Helge Wagner.
15.07.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Kein Recht auf Selbstverwirklichung
Von Joerg Helge Wagner

Es gibt Sommerthemen, die tauchen nervtötend regelmäßig auf – eines der jüngeren trägt den Kunstbegriff Autoposer. Das sind zumeist jüngere männliche Mitglieder der Gesellschaft, die gerne sehen und hören lassen, was sie haben – in diesem Fall hoch-motorisierte Autos oder Motorräder, die bevorzugt in den Abendstunden auf belebten Straßen zu laut und zu forsch bewegt werden. Mit der völlig legitimen Begeisterung für Technik, Leistung, schöne und schnelle Fahrzeuge hat das nur sehr bedingt zu tun. „Posing“ wird mit Getue, Gehabe, Angeberei übersetzt – nichts anderes ist die motorisierte Kraftmeierei.

Vor allem aber ist sie eine rücksichtslose Belästigung, manchmal auch eine gewissenlose Gefährdung. Dann nämlich, wenn sich zwei der PS-Gockel ein Rennen auf öffentlichen Straßen liefern. Das hat schon Unbeteiligte Gesundheit und Leben gekostet. Deshalb ist es keineswegs übertrieben, wenn die Bremer Polizei hier endlich wieder durchgreift. So kann man nämlich auch pauschale Fahrverbote vermeiden. Nervensägen haben kein Recht auf Selbstverwirklichung, schon gar nicht auf Kosten einer Mehrheit, die einfach nur die seltenen schönen Abende genießen will.

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