Pflegedienst in Bremerhaven

Awo verliert vor Arbeitsgericht

Schlappe für die Awo: Wie das Arbeitsgericht nun geurteilt hat, hätte für die Mitarbeiter ein mit der Gewerkschaft ausgehandelter Tarifvertrag greifen müssen. Der Pflegedienst schließt eine Berufung nicht aus.
26.02.2019, 19:20
Lesedauer: 1 Min
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Awo verliert vor Arbeitsgericht
Von Lisa Boekhoff
Awo verliert vor Arbeitsgericht

Die Mitarbeiter des Pflegedienstes Awo kümmern sich unter anderem um ältere Menschen.

Jens Büttner/dpa

Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven hat am Dienstag entschieden, dass die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bremerhaven den Tarifvertrag Pflege anwenden muss. Vier Mitarbeiter hatten gegen den Pflegedienst geklagt, weil dieser dazu nicht bereit war und sie auf Jahressonderzahlungen und teils zusätzlichen Urlaub hätten verzichten müssen.

„Wir sind ganz entspannt“, sagte Awo-Geschäftsführer Siegmar Weegen nun. Nun wolle man sich zunächst die Urteilsbegründung genau ansehen und bewerten. Eine Berufung sei nicht ausgeschlossen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte den Tarifvertrag für Bremen mit der Tarifgemeinschaft Pflege im März 2017 vereinbart. Die Awo trat damals als Mitglied der Gemeinschaft aus und sah sich daher nicht mehr an den Vertrag gebunden, weil dieser erst nach dem Austritt zustande gekommen sei.

Das Gericht widersprach nun: Die Kündigung der Awo sei erst Ende März 2017 möglich gewesen und hinreichende Anhaltspunkte für einen Abschluss des Tarifvertrags im Nachhinein fehlten.

„Die Awo hat krachend verloren“, kommentierte Arnold Knigge, Vorstandssprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Bremen, das Urteil am Arbeitsgericht in Bremerhaven. Knigge hofft, dass die Awo nun in die Tarifgemeinschaft zurückkehrt. „Unsere Türen bleiben offen.“

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