Kommentar über die Corona-Strategie

Die Deutsche Bahn muss sich etwas einfallen lassen

Der Staat hilft der Deutschen Bahn über ihre Milliardenverluste hinweg. Das ist richtig, kann aber nicht die einzige Antwort auf die Krise des Unternehmens bleiben, meint Philipp Jaklin.
12.05.2020, 07:50
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Die Deutsche Bahn muss sich etwas einfallen lassen
Von Philipp Jaklin
Die Deutsche Bahn muss sich etwas einfallen lassen

Leere im ICE: Die Zahl der Fahrgäste ist wegen der Corona-Pandemie dramatisch eingebrochen.

Uwe Zucchi/DPA

Natürlich muss man angesichts des erwarteten Milliardenverlusts der Deutschen Bahn in diesem Jahr nachfragen: Es ist klar, dass leere Züge keine Einnahmen bringen. Aber warum sind eigentlich so viele ICEs und Intercitys mit nur wenigen Passagieren an Bord im Land unterwegs?

Die Fluggesellschaften haben ihr Linienangebot sehr schnell drastisch reduziert. Die Bahn verfolgt bislang die Politik, den Fahrplan kaum auszudünnen und stattdessen chronisch gering ausgelastete Züge fahren zu lassen.

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Es ließe sich argumentieren, dass es am Ende für den Staat (beziehungsweise den Steuerzahler) keinen Unterschied macht, ob er für leere Züge zahlt oder flächendeckend in Kurzarbeit geschickte Bahnmitarbeiter alimentiert. Und sicherlich fallen regelmäßige Bahnverbindungen unter die Daseinsvorsorge.

Trotzdem wird die Frage sein, wie lange der Konzern in dieser Krise seine bisher verfolgte Strategie durchhalten kann. Die Durststrecke für die Bahn dürfte so lange andauern, dass sich das Management etwas einfallen lassen muss, jenseits von Hilfen des Bundes, und etwa gewisse Konzernstrukturen angehen sollte. Sonst kostet es am Ende doch Stellen.

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