Infos gefordert

Beirat befürchtet mehr Lärm in Walle

Welche Auswirkungen hätte die Ansiedelung einer Bahnwerkstatt in Oslebshausen auf den Stadtteil Walle? Das dortige Stadtteilparlament fordert dazu nun konkrete Zahlen und Informationen.
14.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Beirat befürchtet mehr Lärm in Walle
Von Anne Gerling

Falls tatsächlich in Oslebshausen eine neue Bahnwerkstatt eingerichtet werden sollte, dann könnte dies auch für Anwohner in Walle gravierende Folgen haben: Das befürchtet der Fachausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr des Waller Beirats. Die Ortspolitiker gehen davon aus, dass durch zusätzliche Fahrten in Richtung Bahnwerkstatt der Bahnlärm in ihrem Beiratsgebiet zunehmen könnte und haben dazu nun ein Auskunftsbegehren an die senatorische Behörde auf den Weg gebracht. Konkret geht es darin um die Anzahl zusätzlicher Zugfahrten zwischen dem Hauptbahnhof und Oslebshausen, um eine Einschätzung dazu, wie sich eine Bahnwerkstatt auf die Kapazitätsauslastung des Eisenbahnknotens Bremen insbesondere im Beiratsgebiet Walle auswirken würde und um nähere Informationen zum Ausschreibungs-, Vergabe- und Planfeststellungsverfahren.

Bisher nämlich schwankten die Angaben zur Anzahl solcher Fahrten erheblich. Im Dezember hatte Iven Krämer, Leiter des Referats Hafenwirtschaft und Schifffahrt im Häfenressort, dem Bauausschuss gegenüber zunächst von 22 und dann von weiteren acht Fahrten pro Tag gesprochen. Einen Tag später hatte jedoch die Bürgerinitiative Oslebshausen in einer Sitzung des Gröpelinger Beirats auf die Ausschreibung für die Bahnausbesserungswerkstatt hingewiesen, in der eine Zahl von bis zu 100 Leerfahrten täglich für zukünftige Ausbaustufen genannt werde. „Die genaue Anzahl ist zu klären“, sagt der stellvertretende Ausschusssprecher Jörg Tapking (Linke): „Denn all diese Züge fahren durch den – ohnehin schon stark belasteten – Bereich Parallelweg / Osterfeuerbergstraße / Burchardstraße / Flensburger Straße.“

Zwar seien moderne elektrische Personenzüge auf der Schiene relativ leise, so Tapking: „Aber die Bahnlinie wird dadurch noch stärker belastet, sodass womöglich Güterzüge verstärkt nachts fahren. Und die sind laut.“

Der Beirat habe sich vor einigen Jahren sehr ausgiebig mit dem Thema Lärm in der Osterfeuerbergstraße befasst, so Tapking. Dabei habe sich gezeigt, dass es aus baulichen Gründen nicht überall möglich war, Lärmschutzwände aufzustellen: „Wir haben aber die Verantwortung, die Bevölkerung vor Lärm zu schützen.“

Sei nun also tatsächlich eine verstärkte Verlagerung des Güterzugverkehrs in die Abend- und Nachtstunden zu erwarten, so müsse mehr Lärmschutz gefordert werden.

Auch zum Genehmigungsverfahren haben die Waller noch offene Fragen, die sie gerne beantwortet hätten. „Dazu war zu hören, das Verfahren laufe möglicherweise nach Eisenbahnrecht ab – was bedeutet das eigentlich?“ so Tapking. Die Ortspolitiker möchten außerdem wissen, welche Einwendungs- und Beteiligungsmöglichkeiten noch bestehen oder ob womöglich wesentliche Entscheidungen bereits erfolgt sein werden, wenn die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) den Auftrag zur Beschaffung von Zügen inklusive Bau einer Bahnwerkstatt an einen Bieter vergibt. Dies soll bis März geschehen.

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