Rückbau auf der Parkallee

Baken und Bügel kommen weg

Zwei Absperrbaken auf dem Radweg und eine neue Verkehrsführung auf der Parkallee haben einige Wochen lang die Gemüter in Bremen erhitzt. Nun rudert die Behörde zurück und ordnet den Rückbau an.
17.12.2014, 19:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Baken und Bügel kommen weg
Von Frauke Fischer

Zwei Absperrbaken auf dem Radweg und eine neue Verkehrsführung auf der Parkallee haben einige Wochen lang die Gemüter in Bremen erhitzt. Nun rudert die Verkehrsbehörde zurück und ordnet den Rückbau an.

Alles wird wieder so, wie es war: Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer, die in diesen Tagen vom Stern aus stadteinwärts in die Parkallee einbiegen oder aus dem Rembertitunnel kommen, können es womöglich mit eigenen Augen sehen. An einem der Tage werden Mitarbeiter vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) anrücken, um die erst vor wenigen Wochen installierten Absperrbaken und die nagelneuen Fahrradbügel dahinter vom Radweg zu entfernen. Nach großem Protest gegen die Verkehrsführung in der neu eingerichteten Fahrradstraße hat das Verkehrsressort jetzt den Rückbau angewiesen. Radler können fortan wieder wahlweise Radweg und Fahrbahn benutzen. Das bestätigte Behördensprecher Jens Tittmann.

Der Betriebsplan für die Straße werde den neuen Gegebenheiten angepasst, heißt es aus dem ASV von dessen stellvertretendem Leiter Martin Stellmann. Baken und Bügel würden eingelagert. „Sie werden sehr schnell woanders Verwendung finden“, versichert er.

Kosten im "vierstelligen Bereich"

Die Kosten für den Rückbau liegen laut Jens Tittmann „im vierstelligen Bereich“. Es würden vermutlich in den ersten Monaten des neuen Jahres Lösungen für die Parkallee gesucht. Fahrradstraße solle der Abschnitt bleiben. Ein größerer Umbau komme nicht infrage, wohl aber eine Zusammenführung der Radverkehre vor dem Kreisel. Ein Rückbau des Radwegs, womöglich zur Nutzung als Stellfläche für parkende Autos, war zuvor aus Kosten- und Sicherheitsgründen abgelehnt worden.

Die Begründung für den Rückbau, die auch dem Beirat Schwachhausen schriftlich zuging: In der Beobachtungsphase habe sich gezeigt, dass die Bake nicht geeignet sei, „den vom Beirat vorgetragenen Sicherheitsbedenken zu begegnen“. Sie stelle eine zusätzliche Gefahr dar.

Die Vorgeschichte zur Einrichtung der Fahrradstraße ist lang: Beiratsmitglieder hatten befürchtet, dass Autofahrern an den Einmündungen, vor allem am Stern, zu viel zugemutet würde, wenn sie sowohl Radler auf der Fahrbahn als auch weitere auf dem Radweg beim Einbiegen in den Kreisel berücksichtigen müssten. Das sei gerade für die schwächeren Verkehrsteilnehmer gefährlich.

Beirat wollte die Baken

Auf Wunsch des Beirats sollten deshalb Baken Radfahrer auf die Fahrbahn zwingen. Das Ergebnis: Viele umkurvten die Hindernisse, um weiter die von ihnen als sicherer empfundene Spur auf dem Bürgersteig zu benutzen. Außerdem erwies sich die Fahrbahn für Radfahrer und die sie überholenden Autos als schmal, zumal sie von illegal in zweiter Reihe geparkten Wagen verengt wird. Vom Schildbürgerstreich war die Rede.

„Nach dem Abräumen der Baken werden wir die Einmündung am Stern noch überarbeiten“, betont Verkehrsstaatsrat Wolfgang Golasowski. Auch sollen Verkehrsüberwacher vom Stadtamt streng kontrollieren, damit nicht mehr illegal in zweiter Reihe geparkt und damit die Straße verengt würde. An der Vervollständigung der Radroute zwischen Innenstadt und Universität ändere die Erfahrung in der Parkallee nichts, so Golasowski. Er würde sich allerdings ein durchgehendes Prinzip für die Strecke wünschen.

Mit dem Rückbau nun werde nicht alle Kritik verstummen, schätzt Behördensprecher Tittmann. Ein Aspekt ist weiterhin die Parkplatzsituation. Tittmann: „Aber es sind elf Parkplätze legalisiert worden, die es dort eigentlich nicht gab.“

>> Lesen Sie hier den Kommentar der Autorin

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+