Balkanfilme im Kino: Schicksal der Sinti und Roma im Fokus

Ostertor. Zum dritten Mal läuft ein Balkan-Cinema-Festival in Bremen. Filme aus Südosteuropa stehen im Mittelpunkt der Reihe, die am 30. Mai endet. "Wir können die Filme nur je einmal zeigen, deshalb empfiehlt sich, zumindest für die Auftaktveranstaltung, eine Reservierung", sagt Marc Millies von der Festivalkoordination.
07.05.2012, 05:00
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Von Sabine Grulke

Ostertor. Zum dritten Mal läuft ein Balkan-Cinema-Festival in Bremen. Filme aus Südosteuropa stehen im Mittelpunkt der Reihe, die am 30. Mai endet. "Wir können die Filme nur je einmal zeigen, deshalb empfiehlt sich, zumindest für die Auftaktveranstaltung, eine Reservierung", sagt Marc Millies von der Festivalkoordination.

Am heutigen Montag, 7. Mai, wird um 19 Uhr im Cinema Ostertor das Spielfilmdebüt "Whistleblower" gezeigt. Darin kommt die Polizistin Kathrin (gespielt von Rachel Weisz) im Dienst der UN einem Menschenhändlerring auf die Spur. "Fast alle Filme sind Bremen-Premieren", sagt Millies.

Der prämierte serbische Dokumentarfilm "Cinema Komunisto", der in die Glanzzeiten des jugoslawischen Kinos mitsamt seinen in den Avala-Studios entstandenen Partisanenfilmen zurückführt, läuft am Mittwoch, 23. Mai, um 18.45 Uhr.

Ein Fokus liegt auf den Roma, die in Europa nach wie vor von Abschiebung, Ausgrenzung und Vertreibung bedroht sind. Am Donnerstag, 10. Mai, liest Professor Klaus-Michael Bodgal von der Uni Bielefeld um 19 Uhr im Wallsaal der Zentralbibliothek: "Europa erfindet die Zigeuner – eine Geschichte von Faszination und Verachtung". Der Eintritt kostet 3,50 Euro.

Das drohende Verschwinden der 600-jährigen Roma-Kultur durch die Gentrifizierung in Istanbul thematisiert der Film "Mein Haus stand in Sulukule" am Mittwoch, 16. Mai, um 18.45 Uhr. Eine außergewöhnliche Malerin, Autorin und Sängerin porträtiert der Film "Ceija Stoijka". Die Sintezza, eine Auschwitz-Überlebende, berichtete als eine der Ersten vom Schicksal der Sinti und Roma im Holocaust. Der Film von 1999 läuft am Sonntag, 13. Mai, um 18.45 Uhr.

"Revision" spürt dem Schicksal zweier Menschen in Deutschland Anfang der 90er-Jahre nach, kurz vor den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen. Er beendet am Mittwoch, 30. Mai, um 18.45 Uhr das Filmfestival. Außerdem gibt es vier Kurzfilme über Alltag, Träume und Kunst der Roma. "Rethinking visibility" stellt Künstler des Roma Pavilions der Biennale in Venedig im Jahr 2007 vor. "Little fighters" sind Kinder, die spielerisch versuchen, mit der Zeit nach dem Jugoslawien-Krieg umzugehen. "Benjamin", 17 Jahre junger Sinti, ist auf der Suche nach seiner Identität. Zuletzt bringt "Uprooted" die Stimmen junger, abgeschobener Roma in die Debatte um Integration in Europa ein. Diese vier Filme laufen nacheinander am Dienstag, 15. Mai, ab 17 Uhr.

Balkan Cinema: Cinema Ostertor. Preise sind vorstellungsabhängig, Reservierungen im Cinema unter Telefon 700914. Mehr Infos im Internet unter www.balkancinema.de.

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