Schicksal der Sinti und Roma im Fokus Balkanfilme laufen im Kino

Ostertor. Zum dritten Mal startet ein Balkan Cinema Festival in Bremen. Filme aus Südosteuropa stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe, die heute beginnt und am 30. Mai endet. "Wir können die Filme nur je einmal zeigen, deshalb empfiehlt sich, zumindest für die Auftaktveranstaltung, eine Reservierung", sagt Marc Millies von der Festivalkoordination. Am Montag, 7. Mai, wird um 19 Uhr im Cinema Ostertor das Spielfilmdebüt "Whistleblower" gezeigt. Darin kommt die Polizistin Kathrin (gespielt von Rachel Weisz) im Dienst der UN einem Menschenhändlerring auf die Spur. "Fast alle Filme sind Bremen-Premieren", sagt Millies.
03.05.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine Grulke

Ostertor. Zum dritten Mal startet ein Balkan Cinema Festival in Bremen. Filme aus Südosteuropa stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe, die heute beginnt und am 30. Mai endet. "Wir können die Filme nur je einmal zeigen, deshalb empfiehlt sich, zumindest für die Auftaktveranstaltung, eine Reservierung", sagt Marc Millies von der Festivalkoordination. Am Montag, 7. Mai, wird um 19 Uhr im Cinema Ostertor das Spielfilmdebüt "Whistleblower" gezeigt. Darin kommt die Polizistin Kathrin (gespielt von Rachel Weisz) im Dienst der UN einem Menschenhändlerring auf die Spur. "Fast alle Filme sind Bremen-Premieren", sagt Millies.

Heute, 3. Mai, um 19 Uhr gibt es in der Zentralbibliothek am Wall einen Informationsabend mit der Journalistin Inge Bell, die aktuelle Bezüge und Hintergründe liefert. "In der Falle Menschenhandel - die Wahrheit hinter dem Film ,Whistleblower‘" heißt der filmische Vortrag, bei dem der Eintritt frei ist. Bell ist Preisträgerin der Auszeichnung "Frau Europas 2007".

Doch nicht nur auf Aktuelles wird in diesem Jahr der Blick gerichtet: Mit dem prämierten serbischen Dokumentarfilm "Cinema Komunisto", der in die Glanzzeiten des jugoslawischen Kinos mitsamt seinen in den Avala-Studios entstandenen Partisanenfilmen zurückführt. Der Film läuft am Mittwoch, 23. Mai, um 18.45 Uhr.

Ein Fokus liegt auf den Roma, die in Europa nach wie vor von Abschiebung, Ausgrenzung und Vertreibung bedroht sind. Am Donnerstag, 10. Mai, liest Professor Klaus-Michael Bodgal von der Uni Bielefeld um 19 Uhr im Wallsaal der Zentralbibliothek: "Europa erfindet die Zigeuner – eine Geschichte von Faszination und Verachtung". Der Eintritt kostet 3,50 Euro. Das drohende Verschwinden der 600-jährigen Roma-Kultur durch die Gentrifizierung in Istanbul thematisiert der Film "Mein Haus stand in Sulukule" am Mittwoch, 16. Mai, um 18.45 Uhr. Eine außergewöhnliche Malerin, Autorin und Sängerin portäitiert der Film "Ceija Stoijka". Die Sintezza, eine Auschwitz-Überlebende, berichtete als eine der Ersten vom Schicksal der Sinti und Roma im Holocaust. Der Film von 1999 läuft am Sonntag, 13. Mai, um 18.45 Uhr.

"Revision" spürt dem Schicksal zweier Menschen in Deutschland Anfang der 90er- Jahre nach, kurz vor den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen. Er beendet am Mittwoch, 30. Mai, um 18.45 Uhr das Filmfestival. Außerdem gibt es vier Kurzfilme über Alltag, Träume und Kunst der Roma. "Rethinking visibility" stellt Künstler des Roma Pavillons der Biennale in Venedig im Jahr 2007 vor. "Little fighters" sind Kinder, die spielerisch versuchen, mit der Zeit nach dem Jugoslawien-Krieg umzugehen. "Benjamin", 17 Jahre junger Sinti, ist auf der Suche nach seiner Identität. Zuletzt bringt "Uprooted" die Stimmen junger, abgeschobener Roma in die Debatte um Integration in Europa ein. Diese vier Filme laufen nacheinander am Dienstag, 15. Mai, ab 17 Uhr.

Balkan Cinema: 3. bis 30. Mai, Cinema Ostertor. Preise sind vorstellungsabhängig, Reservierungen im Cinema unter Telefon 700914. Mehr Infos auf www.balkancinema.de.

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