Flüchtling aus Terrorgebiet des Daesch

Bamf: Vermittler soll Provisionen von Flüchtlingen kassiert haben

Der Asyl-Skandal beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Bremen zieht weitere Kreise. Wie der Spiegel berichtet, soll unter den Flüchtlingen auch ein Mann aus dem Gebiet der Terrormiliz Daesch gewesen sein.
27.04.2018, 17:23
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Ralf Michel
Bamf: Vermittler soll Provisionen von Flüchtlingen kassiert haben

Beim Asyl-Skandal in Bremen kommen immer mehr Details ans Licht.

dpa

Unter den Asylbewerbern, deren Dokumente in der Außenstelle Bremen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nicht ordnungsgemäß geprüft wurden, soll auch ein Mann gewesen sein, dessen Papieren im Gebiet der Terrormiliz Daesch ausgestellt worden waren. Die langjährige Leiterin soll in einem weiteren Fall ihren Mitarbeiter angewiesen haben, die Papiere eines Bewerbers nicht zu untersuchen - die Papiere waren jedoch gefälscht, wie sich später herausstellen sollte. Dies berichtete am Freitagnachmittag Spiegel online unter Berufung auf Ermittlungen der Bremer Staatsanwaltschaft gegen die ehemalige Leiterin der Außenstelle. Demnach könnten durch die vermuteten jahrelangen Unregelmäßigkeiten in dieser Behörde schwere Sicherheitsrisiken entstanden sein.

Gegenüber dem WESER-KURIER wollte die Staatsanwaltschaft dies am Freitag weder bestätigen noch dementieren. "Hierzu gibt es im Moment nichts zu sagen", erklärte Pressesprecher Frank Passade.

Lesen Sie auch

Bislang wird laut Passade gegen sechs Personen ermittelt. Im Fokus der Staatsanwaltschaft stehen demnach die Leiterin der Bamf-Außenstelle, drei Anwälte, ein Dolmetscher sowie ein Vermittler, der den Kontakt zwischen Asylbewerbern und Anwälten beziehungsweise Dolmetscher hergestellt haben soll. Nach Angaben des Spiegel sollen Dolmetscher und Vermittler für ihre Tätigkeiten Provisionen zwischen 50 und 500 Euro pro Flüchtling eingesackt haben.

Nicht ausschließen wollte Passade, dass sich der Personenkreis, gegen den ermittelt wird, noch erweitert. Was sich ausdrücklich auch auf die Bamf-Außenstelle in Bremen bezieht. Bislang richten sich die Ermittlungen dort allein gegen die ehemalige Leiterin. Gegen sie hatte die Nürnberger Bamf-Zentrale selbst Strafanzeige gestellt. Man werde im Zuge der Ermittlungen aber natürlich auch schauen, wer in der Behörde sonst noch in die Entscheidungen eingebunden gewesen war, erklärte Passade.

Lesen Sie auch

In der Sache geht es wie berichtet um den Vorwurf, dass die frühere Leiterin des Bamf in Bremen zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen Asyl gewährt haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen. Insgesamt sollen nun 4568 Entscheidungen der Behörde noch einmal überprüft werden.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+