Konflikt um Deich-Platanen und Sielwall Schranken am Sielwall

Auf Dauer soll nicht eine überlastete Polizei für die Sperrung der Sielwall-Kreuzung am Wochenende sorgen: Verkehrssenatorin Maike Schaefer setzt auf Technik - und sieht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
15.07.2021, 20:20
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Schranken am Sielwall
Von Joerg Helge Wagner

Die Sperrung der Sielwallkreuzung am Wochenende wird verstetigt: Statt Warnbaken und quer gestellten Polizeiwagen soll es ab Ende Oktober fest installierte Schranken geben. Diese werden mit einem Transponder ausgerüstet sein, sodass sie sich für Rettungsdienste und Straßenbahnen rasch per Funksignal öffnen. Das verkündete Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) am Donnerstag in der Baudeputation. Schaefer begründete die Wochenendsperrung für Pkw erneut mit den Autoposern, die dort nach dem Ende des Lockdowns verstärkt ihr Unwesen trieben. "Dagegen konnten wir nur gemeinsam mit der Polizei erfolgreich sein." Die sei am Wochenende jedoch "offenbar überlastet", so dass man langfristig eine technische Lösung brauche.

Vorwürfe, auf entsprechende Beschlüsse der Beiräte vom September 2020 nicht vorbereitet gewesen zu sein, wies die Senatorin zurück: Man brauche erst einmal eine nachweisliche Gefahrensituation, um eine Kreuzung "juristisch sauber" sperren zu können. Abgesehen davon seien Poser, die mit ihren Autos rasen und Krach machen, ein gesellschaftliches Problem, das ihre Behörde nicht alleine lösen könne.

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Der Deputierte Christoph Spehr (Linke) meinte, die Lösung am Sielwall habe "Potenzial für mehr", nämlich "tageszeitenweise" den Autoverkehr aus ganzen Quartieren "rauszuziehen". Anja Schiemann (SPD) forderte, auch die anliegenden Straßen im Blick zu behalten, in welche die Poser nun auswichen. Ralph Saxe (Grüne) schlug vor, die Fahrzeuge von erwischten Posern umgehend stillzulegen - Motorenlärm verkürze Menschenleben auf Dauer auch.

Als weiteres Dauer-Konfliktthema behandelte die Deputation die Platanen auf dem Neustädter Deich, die wegen einer notwendigen Erhöhung fallen sollen. In einer Präsentation begründete die Umweltbehörde auf Anfrage der Linken-Fraktion, warum sie das Konzept des Büros CDM nicht für umsetzbar hält. Dieses Konzept hatte die Bürgerinitiative Platanen in Auftrag gegeben. Haupteinwand von Behörde, Deichverband und Baumgutachter: CDM gehe nicht von Sturmfluten, sondern nur von Binnenhochwasser aus. Zudem seien die Bäume wegen der dann weniger geschützten Böschung noch mehr gefährdet, und die Kostenkalkulation sei unseriös. Für 136 zu fällende Platanen sollen 140 neue Bäume auf den erhöhten Deich gepflanzt werden.

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