Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Bauunternehmen leiden in Bremen besonders stark an Corona

Nachdem die Baubranche in den vergangenen Jahren boomte, erfährt sie durch die Corona-Pandemie nun einen Dämpfer. Das ergibt die Umfrage eines Branchenverbandes. Bremen trifft es dabei besonders hart.
02.06.2020, 20:28
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lisa Urlbauer

Bremen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beeinträchtigen das Baugewerbe im Land Bremen stärker als im Bundesdurchschnitt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen erreichen jetzt auch spürbar die kleinen und mittleren Bauunternehmen in Bremen und Bremerhaven", sagt Andreas Jacobsen, Geschäftsführer des Verbandes Baugewerblicher Unternehmen im Land Bremen (VBU). 2000 Unternehmen hatten sich Mitte Mai an der Befragung beteiligt, davon 43 aus Bremen.

So gaben 42,2 Prozent der Unternehmen in Bremen und Bremerhaven an, sie seien von Umsatzrückgängen betroffen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 32 Prozent. 44,4 Prozent haben demnach Auftragsstornierungen erlebt (bundesweit: 38 Prozent) und fast 58 Prozent sind von Einschränkungen und Ausfällen auf Auftraggeberseite betroffen (bundesweit: 43,6 Prozent). Gründe dafür können nach VBU-Angaben die noch unzureichende Besetzung in Ämtern und die stockende Erteilung von Genehmigungen sein.

Knapp 16 Prozent der Bremer Unternehmen sehen den Baustellenbetrieb laut Umfrage deutlich gestört (bundesweit: zehn Prozent) und nannten die Einhaltung der Hygieneanforderungen als Herausforderung. Die Lieferketten sind laut 56 Prozent der Firmen beeinträchtigt (bundesweit: 42 Prozent). 6,7 Prozent der Unternehmen sind nach eigenen Angaben vom Ausbleiben ausländischer Arbeitnehmer, Subunternehmer oder Kooperationspartnern betroffen (bundesweit: zehn Prozent).

Der Senat müsse die Situation ernst nehmen, wenn mehr Betriebe über Umsatzrückgänge klagten und mehr Aufträge storniert würden als im Bundesdurchschnitt, sagt Jacobsen. 40 Prozent der befragten Unternehmen hätten Kurzarbeit zumindest angezeigt und damit gut 16 Prozent mehr als im Bundesschnitt. Knapp die Hälfte der Bremer Firmen sieht die Auftragslage nachhaltig gefährdet (bundesweit: 56 Prozent). „Wir brauchen jetzt sehr kurzfristig öffentliche Investitionsprogramme und eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, um das Baugewerbe zu stützen.“

Es gibt aber auch Unternehmen, die offenbar weniger durch die Corona-Krise betroffen sind: Die Zech-Gruppe hatte zuletzt gegenüber dem WESER-KURIER mitgeteilt, dass die Baustellen des Unternehmens wie geplant weiterliefen und es noch keine Absage von Projekten gegeben habe. Auch die Wirtschaftsförderung Bremen verzeichnete nach eigenen Angaben noch keine nennenswerten Anzeichen für Verzögerungen bei laufenden Immobilienprojekten. Bei Robert C. Spies hätten kleinere Unternehmen ihre Anfragen nach Büroräumen zurückgestellt, größere Kunden hingegen nicht.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+