Hier wird es eng in der Stadt

Wo im Sommer in Bremen gebaut wird

Im Juli und August häufen sich die Bauarbeiten an Straßen, Gleisen oder Kanälen in Bremen. Ein Überblick, wo gerade gebaut wird und wo es eng werden kann.
20.07.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Wo im Sommer in Bremen gebaut wird
Von Pascal Faltermann
Wo im Sommer in Bremen gebaut wird

Die Domsheide ist derzeit eine große Baustelle.

Frank Thomas Koch

Abgefahrene Gleise, marode Straßen oder leistungsschwache Kanäle – Bremens Infrastruktur ist marode. Was das bedeutet, ist am besten derzeit an der Domsheide zu sehen, wo alte Schienen und abgenutzte Weichen ausgetauscht werden. Für Straßenbahnen ist kein Durchkommen. In den Sommerferien prägen an zahlreichen Orten in Bremen Bagger und Baumaschinen das Bild. Neben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) schicken auch das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) und das Abwasserunternehmen Hansewasser ihre Bauarbeiter, Straßen- und Gleisbauer auf die Piste.

Zum Beginn der Sommerferien rechnet der ADAC obligatorisch mit Staus auf den Autobahnen rund um Bremen. Durch die Corona-Pandemie ist das Verkehrsaufkommen allerdings insgesamt geringer als in den Vorjahren. Dafür gibt es jede Menge Baustellen. Wenn diese angekündigt werden, ist die Kritik schnell da, Autofahrer ärgern sich und in den sozialen Netzwerken wird Dampf abgelassen. Eine häufig gestellte Frage: Warum wird immer im Sommer so viel gebaut?

Sebastian Mannl, Leiter des ASV, verweist auf den Zustand, dass in den Sommerferien deutlich weniger Verkehr auf den Straßen unterwegs ist. Zudem gebe es mehr Tageslicht und es könnten längere Schichten gefahren werden. „Wir schaffen also mehr“, so Mannl. Zudem bestünden gewisse Anforderungen an die Temperaturen, um bestimmte Straßenbeläge einzubauen. Anders gesagt: Es darf nicht nass sein. Wo es in den kommenden Wochen auf den Straßen und Schienen eng wird, zeigt ein Überblick über die größten Baumaßnahmen. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Baustellen in den Stadtteilen.

Domsheide : Noch bis zum 22. Juli werden an dem Knotenpunkt Schienen und Weichen ausgetauscht. Das war bereits im Vorjahr der Fall, hat aber noch nichts mit dem Umbau der Domsheide zu tun. In dieser Zeit wird es keinen Straßenbahnbetrieb auf der Domsheide geben. Von den Arbeiten – und den Umleitungen – sind die Linien 2, 3, 4, 6, 8, 24 und 25 sowie die Nachtlinien N3, N4 und N5 betroffen.

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Hermann-Böse-Straße: Direkt im Anschluss an die Domsheide beginnen die Arbeiten an der Hermann-Böse-Straße. Von Donnerstag, 23. Juli, bis einschließlich 2. September werden auch dort Schienen und Weichen erneuert. Betroffen sind hier die Linien 5, 6, 8, 24, 26 und 27 sowie N3, N7 und N9. Im Rahmen der Bauarbeiten finden zwei Power-Wochenenden statt – vom 31. Juli bis 2. August und 21. August bis 23. August. Während dieser beiden Wochenenden werden im Baustellenbereich keine Straßenbahnen fahren. Ein Ersatzverkehr mit Bussen soll eingerichtet werden.

Gröpelingen: Ab Montag, 3. August, wird beim Betriebshof in Gröpelingen geschuftet. Bis einschließlich 17. August wird die provisorische Haltestelle an der Debstedter Straße ans BSAG-Netz angeschlossen. Die Neugestaltung des Depots im Bremer Westen geht damit weiter. Betroffen sind hier die Linien 2, 3, 10, 80, 81, 82, 90, 91, 92 und 93 sowie die Nachtlinien N7 und N10.

Schwachhauser Ring: Ebenfalls am 3. August beginnen die Kanalbauarbeiten von Hansewasser im Bereich Schwachhauser Ring. Diese dauern voraussichtlich bis September 2021 und führen auf der Buslinie 22 zu einer Umleitung. Von der Baustelle sind auch die Nachtlinien N3 und N9 betroffen. Diese fahren bereits mit Beginn des Ferienfahrplans am 16. Juli eine Umleitung. Auf einer Länge von 630 Metern wird zwischen der H.-H.-Meier-Allee und der Schwachhauser Heerstraße ein neuer Abwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,50 Meter verlegt.

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Borgfelder Allee: An dem Neubau der Flutbrücke zwischen Borgfeld und Lilienthal wird bereits seit Monaten gearbeitet. Und das wird auch noch mehr als zwei Jahre so bleiben. Bis zum November 2022 stehen diverse Maßnahmen an.

Autobahn 1: Nachdem die Arbeiten an der Ochtumbrücke sowie an der Weserbrücke beendet sind, bleibt noch die Baustelle zwischen den Anschlussstellen Uphusen/Mahndorf und Hemelingen. In Fahrtrichtung Osnabrück wird auf einer Strecke von 3,7 Kilometern die Hauptfahrspur der A 1 saniert. Die Arbeiten dauern bis zum 24. August. Während es tagsüber zweispurig an der Baustelle vorbeigeht, muss der Verkehr nachts mit einem Fahrstreifen auskommen.

Hansestraße: Das Amt für Straßen und Verkehr saniert bis 31. März 2021 die Fahrstreifen. Dadurch wird die Hansestraße in Walle zur Einbahnstraße. Auf einer der Hauptachsen zwischen der Autobahn 27 und der Überseestadt wird es zudem eine Vollsperrung zwischen Hansator und Zollpfad geben.

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Osterfeuerberger Ring: Seit März wird der Osterfeuerberger Ring zwischen Utbremer Kreisel und Fleetstraße komplett umgebaut. Geplant ist eine Bauzeit bis 30. November 2022. Dadurch wird die Straße in Richtung Walle teilweise voll gesperrt.

Habenhauser Brückenstraße: Im August werden die Bauarbeiten an der viel befahrenen Verkehrsachse zwischen dem Autobahnzubringer Arsten und der Karl-Carstens-Brücke beginnen und rund 17 Monate zu Verkehrsbehinderungen führen.

Bundesstraße 75: Von 23. August bis Anfang Oktober 2020 werden die Fahrbahnen in Richtung Bremen zwischen Landesgrenze und Grolland saniert. In diesem Bereich sind laut aktuellen Daten täglich gut 40 000 Fahrzeuge unterwegs. Der Verkehr soll laut ASV jeweils einspurig auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite geleitet werden.

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