Naturnaher Tümpel könnte zur Falle werden Bedenken gegen den neuen Spielplatz am Grambker Moor

Grambke. Idyllisch gelegen, lockt die neue Spielstation seit gestern Morgen Kinder auf das Gelände des Grambker Moores. Drei kleine Spielflächen im Wikinger-Stil sind dort entstanden. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: Der Tümpel auf dem Areal gibt Anlass zur Sorge.
23.06.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christina Denker

Grambke. Idyllisch gelegen, lockt die neue Spielstation seit gestern Morgen Kinder auf das Gelände des Grambker Moores. Drei kleine Spielflächen im Wikinger-Stil sind dort entstanden. Kleinode für Mädchen und Jungen, an deren Gestaltung unterschiedlichste Ideengeber beteiligt waren. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: Der Tümpel auf dem Areal gibt Anlass zur Sorge.

Wie sehr sich Kinder bekanntlich von Wasser angezogen fühlen, ließ sich gestern Morgen einmal mehr beobachten: Alle Mädchen und Jungen ließen die hölzernen Spielkonstruktionen links liegen, um mit Stöcken im nassen Element zu wühlen oder sich barfuß durch den Matsch zu kämpfen. Schon bei den Planungen, in die auch die künftigen Nutzer der Spielstationen mit eingebunden worden sind, soll seitens der Mädchen und Jungen der Ruf nach einer Wasserfläche laut geworden sein.

Nur - unbedenklich sah das gestern nicht aus: Eine Erzieherin mit einem Jungen an der Hand brachte der tiefe Schlick unter der Wasseroberfläche im hinteren Bereich mächtig ins Trudeln: Es fehlte nicht viel und fast hätte sie das Gleichgewicht verloren. 'Für die Kinder viel zu gefährlich', so ihr Fazit. Agnes Müller-Lang vom Beirat (FDP) findet das auch. Ihr war gestern Morgen gar nicht wohl in ihrer Haut. 'Mir geht es mit diesem kleinen Teich wirklich nicht gut. Da kann so viel passieren', sagt die Kommunalpolitikerin.

Moor-Charakter wird beibehalten

Insgesamt hat die Umsetzung der kompletten Maßnahme, von der ersten Idee bis zu feierlichen Einweihung gestern, drei Jahre lang gedauert. Geplant worden ist das Spielgelände von Sabine und Michael Kinder. Das Ehepaar hat sich auf naturnahe Gestaltung von Spielplätzen spezialisiert. Naturnah - so lautet die Auflage der Behörde. Denn im Zuge der Planungen sollte der Charakter des ehemaligen 'Postmoores' dort auf dem Spielplatz im Neubaugebiet beizubehalten.

Befürchtungen, der Tümpel könnte den Mädchen und Jungen gefährlich werden, kann Sabine Kinder verstehen, will derlei Bedenken jedoch ausräumen: Die Sicherheit kleinerer Kinder werde durch die Aufsichtspflicht der Eltern gewährleistet, argumentiert die Spielplatzplanerin. Darüber hinaus sei Gelände vom TÜV abgenommen, beruhigt sie. Weiterhin sorgten zusätzliche Maßnahmen, zum Beispiel die zum Wasser hin aufgestellten Steinblöcke für zusätzliche Sicherheit, 'damit die Kinder nicht einfach ungebremst ins Wasser laufen können'. Und letztlich habe der Deichverband zugesichert, dass die Wassertiefe nicht mehr als 40 Zentimeter betragen werde. 40 Zentimeter - das ist die gesetzliche Vorgabe für Wasserflächen auf Spielplätzen, die für Kinder im Alter über drei Jahren gedacht sind. Für die Sprösslinge unter drei Jahren darf die Tiefe 20 Zentimeter nicht überschreiten.

Gestern Mittag jedoch, so war vom Amt für Soziale Dienste in Erfahrung zu bringen, wurde bereits beschlossen, den Uferschlick vorsichtshalber mit Kies abzustreuen.

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