CDU: Nicht tatenlos zusehen Bedenken wegen Salafisten-Auftritt

Bremen. Der für den 1. Juni angekündigte Auftritt des Salafistenpredigers Pierre Vogel hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion auf den Plan gerufen.
22.05.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Bedenken wegen Salafisten-Auftritt
Von Anke Landwehr

Der für den 1. Juni angekündigte Auftritt des Salafistenpredigers Pierre Vogel hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion auf den Plan gerufen. Ihr innenpolitischer Sprecher Wilhelm Hinners erklärte: „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn vor allem junge Menschen mitten in Bremen durch verfassungs-, frauen- und jugendgefährdende Ideologien radikalisiert werden.“ Er fordert eine „konsequente Unterbindung von Verstößen gegen die freiheitliche, demokratische Grundordnung“. Vogels Botschaften gefährdeten auch das friedliche Zusammenleben von Muslimen und christlich geprägten Menschen. Deshalb müssten auch Gegendemonstrationen rechtspopulistischer Gruppierungen vermieden werden.

Pierre Vogel (35) gilt als sogenannter Hassprediger. Der ehemalige Berufsboxer konvertierte mit 22 Jahren zum Islam und nennt sich seither Abu Hamza. Er ist eine der einflussreichsten Figuren der fundamentalistisch ausgerichteten politischen Salafistenszene, die vor allem unter labilen, jungen Menschen nach neuen Anhängern fischt. Wo Vogel öffentlich predigt, tauchen verstärkt Rechtspopulisten und Neonazis auf, so Anfang Mai in Nürnberg, eine der Stationen seiner Open-air-Tournee durch Deutschland. In Bremen will die islamfeindliche German Defence League (GDL) gegen Vogels Auftritt demonstrieren. Die „Divison Bremen“ ist nach Angaben von Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin der Innenbehörde, von Hooligans gegründet worden. Nach einem Bericht des Spiegel haben eigentlich verfeindete Hooligan-Gruppen die Salafisten als gemeinsames Hassobjekt entdeckt. Die Hetze laufe über ein geheimes Internetforum.

Unterdessen dauern die Ermittlungen gegen den Kassenwart und den Imam einer Neustädter Moschee an, die laut Staatsanwaltschaft dem salafistischen Milieu zugerechnet wird. Dies sagte auf Nachfrage Frank Passade von der Staatsanwaltschaft. Die beiden Männer werden verdächtigt, mit dem Geld aus Spendensammlungen in der Moschee eine terroristische Organisation in Syrien unterstützt zu haben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+