Treffen in der Bremischen Bürgerschaft

Behindertenparlament fordert mehr Barrierefreiheit

Mehr Rampen, lautere Ampelsignale und vor allem mehr Toleranz: Am Welttag der Menschen mit Behinderungen hat in Bremen das Behindertenparlament politische Forderungen diskutiert.
03.12.2015, 14:31
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Behindertenparlament fordert mehr Barrierefreiheit
Von Carolin Henkenberens
Behindertenparlament fordert mehr Barrierefreiheit

Das Behindertenparlament forderte beim Treffen in der Bremischen Bürgerschaft unter anderem mehr Barrierefreiheit und Toleranz.

dpa

Mehr Rampen, lautere Ampelsignale und vor allem mehr Toleranz: Am Welttag der Menschen mit Behinderungen hat in Bremen das Behindertenparlament politische Forderungen diskutiert.

Öffentliche Orte in Bremen müssen für Rollstuhlfahrer, Blinde und Gehörlose besser zugänglich gemacht werden. Das ist eine Forderung, die rund 120 Menschen mit Behinderung am Donnerstag in der Bremischen Bürgerschaft formuliert haben. Dort traten sie anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen zum 21. Mal zum Behindertenparlament zusammen und berieten über ihre Vorschläge an den Senat.

"Wenn die Straßenbahn voll ist, versteht man die Ansagen nicht. Für uns Blinde ist das schlimm, weil wir nicht wissen, wo wir aussteigen müssen", sagte Martina Reicksmann vom Verein der Blinden und Sehbehinderten. Ihre Fraktion verlangt deshalb vom Senat: Die Signale an den Ampeln und die Ansagen in den Bahnen müssen lauter sein. Mit dieser Forderung trifft Reicksmann einen Nerv. Viele der Menschen, die in die Bürgerschaft gekommen sind, diskutieren mit und erzählen von alltäglichen Problemen in Bussen und Bahnen. Einige fordern eine Schulung für Busfahrer, damit diese besser wüssten, wie sie mit Rollstuhlfahrern oder Behinderten umgehen müssen.

Aber auch Beratungsangebote wurden gefordert. "Ältere gehörlose Menschen mit Behinderung werden oft bevormundet oder falsch verstanden", sagte Käthe George von der Fraktion des Landesverbands der Gehörlosen. Ihre Parlamentariergruppe fordert deshalb, eine Beratungsstelle für diese Gruppe von Menschen einzurichten.

Das Behindertenparlament tagt jährlich, die Beschlussvorschläge werden an die Bürgerschaft weitergegeben. Diese berät anschließend darüber.

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