Projekt „325 Hood Training“ bietet neue Trainingszeiten / Aktivitäten jetzt auch an drei Schulen Beim Sport bauen Jugendliche ihre Aggressionen ab

Tenever. Jugendliche, die durch Gewalt auffallen, haben oft keine sinnvolle Beschäftigung und wissen nicht, wo sie ihre Energie lassen sollen. Beim Projekt "325 Hood Training" in Tenever sollen die Jugendlichen ihre Aggressionen beim Sport abbauen. Jetzt hat das Projekt durch Kooperationen mit Schulen und sozialen Einrichtungen einige Neuerungen im Programm.
26.11.2012, 05:00
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Von Yannic Wittenberg

Tenever. Jugendliche, die durch Gewalt auffallen, haben oft keine sinnvolle Beschäftigung und wissen nicht, wo sie ihre Energie lassen sollen. Beim Projekt "325 Hood Training" in Tenever sollen die Jugendlichen ihre Aggressionen beim Sport abbauen. Jetzt hat das Projekt durch Kooperationen mit Schulen und sozialen Einrichtungen einige Neuerungen im Programm.

Ausdauersport, Ballsportarten und Kampfsport bietet das Projekt "325 Hood Training": Oberstes Ziel bei allen Aktivitäten ist die Bewältigung von Aggressionen. Die Projektleiter Daniel Magel und Moritz Barta Bohm aus Osterholz konzentrieren sich dabei auf Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen, die sich das Training in den Sportvereinen nicht leisten könnten. "Wir wollen allen ermöglichen, Sport zu machen", sagt Daniel Magel. "Die Jugendlichen sollen lernen, ihre Energie dort einzusetzen, wo es sinnvoll ist – und nicht auf der Straße, um Ärger zu machen."

Das Projekt werde sehr gut angenommen, berichtet Magel. Etwa 15 bis 25 Jugendliche im Alter von zwölf bis 26 Jahren seien jedes Mal beim Training dabei. "Sie alle haben sehr viel Spaß und können sich richtig auspowern, müssen dabei aber auch Regeln einhalten. Das klappt sehr gut", stellt Magel fest. Neue Trainingszeiten und Kooperationen mit Schulen und sozialen Projekten sollen noch mehr Jugendliche von der Straße in die Sporthallen locken. Bereits am 3. November nahmen Jugendliche vom "Hood Training" gemeinsam mit Teilnehmern des Streetwork-Projektes "Outside" der St. Petri Kinder- und Jugendhilfe am "Tag der bewegten Begegnung" teil. Hier trafen sich Jugendliche mit und ohne Behinderung, um zu tanzen, Fitnessübungen und Bewegungsspiele zu machen und gemeinsam Zeit zu verbringen.

Ebenfalls mit St. Petri ist ein Fußballturnier in der Turnhalle der Oberschule Koblenzer Straße geplant. Am Sonntag, 23. Dezember, können "Hood"-Teilnehmer und Jugendliche von "Outside" hier gemeinsam kicken. Außerdem ist das Turnier für jeden offen, der Spaß am Fußball hat. In Kooperation mit dem Landessportbund und dessen Projekt "Integration durch Sport" war es für einige Jugendliche außerdem möglich, mit den Projektleitern an einem Übungsleiterlehrgang teilzunehmen und sogar eine Lizenz zu erwerben.

"325 Hood Training", das mit den letzten drei Ziffern der Postleitzahl von Tenever im Namen und dem Wort "Hood" (englisches Kurzwort für Nachbarschaft) für Zusammenhalt steht, ist mittlerweile nicht mehr nur außerschulisch tätig. Im Rahmen der Ganztagsbetreuung gehen die Projektleiter Magel und Bohm mittlerweile an drei Schulen, um dort in einer Unterrichtswerkstatt ihr sportliches Programm anzubieten – dienstags sind sie an der Grundschule Andernacher Straße, mittwochs an der Schule in der Düsseldorfer Straße und donnerstags an der Oberschule Koblenzer Straße. "Das Angebot wird auch in den Schulen sehr gut angenommen", berichtet Magel.

Das "Hood Training" hat inzwischen die Trainingszeiten erweitert. Mittlerweile wird nicht mehr nur Sonntag trainiert, sondern auch Dienstag- und Samstagabend. "Hinterher besprechen wir mit den Teilnehmern, was sie gerne machen möchten und was ihnen viel Spaß gemacht hat", sagt Magel. Das sei aber nicht alles. "Es werden auch aktuelle Probleme im Stadtteil angesprochen. Wenn es Ärger oder sogar Schlägereien gab, sprechen wir gemeinsam darüber. Wir hoffen, dadurch den Jugendlichen die Augen öffnen zu können, wie sinnlos Gewalt eigentlich ist."

Wie sinnvoll das Projekt dagegen ist, merken immer mehr Jugendliche. Auch die Werder-Bremen-Stiftung ist darauf aufmerksam geworden und unterstützt das Training finanziell. Gute Voraussetzungen also für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit mit den Jugendlichen. Die Verantwortlichen haben sich das Ziel gesetzt, die Gewalt in sozialen Brennpunkten zu beenden und den Teilnehmern Wege zu zeigen, wie sie ihre Energie besser einsetzen können.

Das "325 Hood Training" läuft dienstags von 18 bis 21 Uhr und sonnabends von 17 bis 20 Uhr in der Halle der Gesamtschule Bremen Ost, sowie am Sonntag von 18 bis 21 Uhr in der Oberschule Koblenzer Straße.

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