Hemelinger Stadtteilpolitiker beziehen Stellung zum Fluglärm

Beirat fordert Nachtruhe

Hemelingen. Über eine ganze Reihe von Beschlussvorlagen hat der Beirat Hemelingen im Bürgerhaus Hemelingen beraten. Über die Parteigrenzen hinweg votierte der Beirat einstimmig für alle Vorlagen.
22.06.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von CHRISTIAN HASEMANN

Hemelingen. Über eine ganze Reihe von Beschlussvorlagen hat der Beirat Hemelingen im Bürgerhaus Hemelingen beraten. Über die Parteigrenzen hinweg votierte der Beirat einstimmig für alle Vorlagen.

Hemelingen ist nicht nur durch Auto-, Schwerlast- und Schienenverkehr belastet, sondern auch durch den Lärm landender und startender Flugzeuge. Ein Beschluss des Beirats hatte dann auch den Schutz der Hemelingerinnen und Hemelinger vor Fluglärm zum Inhalt. Zuvor hatte Angela Streibel, Juristin bei der Luftfahrtbehörde, die Belastungen für den Ortsteil detailliert erläutert. Knapp 20 Prozent aller Starts und 31 Prozent aller Landungen auf dem Bremer Flughafen führen demnach über Hemelingen – Flugzeuge starten und landen stets entgegen der Windrichtung. „Hemelingen hat aber eher das Problem mit nächtlichen Landungen als mit morgendlichen Starts“, erklärte die Juristin.

Sie wies daraufhin, dass Menschen, die in der sogenannten Tagschutzzone wohnen – und besonders von Fluglärm betroffen sind – ein Recht auf Aufwendungsersatz für Schallschutzmaßnahmen in Aufenthaltsräumen haben. Für Menschen in der Nachtschutzzone gelte dasselbe – allerdings nur für Schlafräume. Maximal 150 Euro pro Quadratmeter können für Schallschutz geltend gemacht werden. Nur der Eigentümer sei anspruchsberechtigt. Anträge können beim Senator für Wirtschaft oder beim Schallschutzprogramm Calmar beim Flughafen Bremen gestellt werden.

Der Beirat Hemelingen fordert eine genaue und leicht verständliche schriftliche Information der Bürgerinnen und Bürger in den entsprechenden Schutzzonen. Ferner sollen Betroffene über das Antragsverfahren informiert werden. Darüber hinaus fordert der Beirat ein generelles Ruhen des normalen Flugverkehrs zwischen 22 und sechs Uhr.

In einem weiteren Beschluss fordert der Beirat außerdem einen intensivierten Ausbau der Kita-Plätze im Stadtteil. In seinem Beschluss lehnt der Beirat die Erhöhung der Kitagruppengröße auf 21 Kinder ab und drängt auf einen Kita-Neubau in der August-Bosse-Straße, den Bau einer Kita in der Diedrich-Wilkens-Straße und die Wiederaufnahme der Planungen für einen dritten neuen Standort in Hemelingen. Der Beirat beschloss in diesem Zusammenhang einen Termin für eine dritte Planungskonferenz zur Kita-Versorgung, um offene Fragen zu klären.

Öffentlich zugängliche Spielplätze von Kitas und Schulen soll die Bildungsbehörde nach dem Willen des Beirats künftig mit Hinweisschildern ausstatten. Das noch nicht abgerufene Geld aus dem Stadtteilbudget, mit dem der Beirat eigene verkehrslenkende und Baumaßnahmen finanzieren kann, soll in das kommende Jahr übertragen werden. In den vergangenen beiden Jahren betrug das Budget jeweils 73 000 Euro. Zuletzt hatte die SPD-Fraktion eine ganze Reihe von möglichen Maßnahmen im Stadtteil vorgeschlagen.

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