Globalmittel als Förderschwerpunkt Globalmittel-Förderschwerpunkte 2021

Die Bedeutung der Förderung von Kulturprojekten, gerade in Krisen-Zeiten, wurde deutlich auf der ersten Sitzung in 2021 des Fachausschusses Soziales, Kultur und Wirtschaft des Beirates Östliche Vorstadt.
18.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Globalmittel-Förderschwerpunkte 2021
Von Sigrid Schuer

Voller Konsens, zumindest in einem Punkt, bei der Sitzung des Fachausschusses Soziales, Kultur und Wirtschaft des Beirates Östliche Vorstadt: Die Stadtteil-Parlamentarier würdigten die gleichermaßen ambitionierten wie kreativen Kinderkultur-Projekte des Vereins „Quartier“ in Kooperation mit der Weserburg. Ein Projekt, das stadtweite Ausstrahlungs- und Anziehungskraft besitzt, vor allem auch für die Schülerschaft, die nicht gerade aus bildungsbürgerlich geprägten Stadtteilen kommt.

Hunderte von Kindern lassen sich von Ausstellungen wie beispielsweise Proof of Life zu ihren eigenen Kunstwerken inspirieren. Das Publikumsinteresse ist mit 2000 Besuchern pro Quartiers-Ausstellung in der Weserburg enorm. Die Ausschuss-Mitglieder waren sich einig, dass sie in diesem Jahr das Vorzeige-Projekt mit mehr Geld aus dem Globalmittel-Topf fördern wollen. Die Antragssumme ist indes im Vergleich zu 2020 gleich geblieben: 2500 Euro. Wie so viele andere künstlerische Projekte, konnte auch dieses wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden. Die Stadtteil-Parlamentarier einigten sich nun darauf, 1250 Euro und damit 550 Euro mehr als 2020 für das Projekt zu bewilligen.

Wie wichtig die Vergabe von Globalmitteln ist, wird auch deutlich an der Einrichtung zweier Förderschwerpunkte. Zum einen sollen insbesondere Projekte von Institutionen, Vereinen und engagierten Menschen unterstützt werden, die im besonderen Maße durch die Corona-Pandemie bedroht sind. Wer allen gravierenden Einschränkungen zum Trotz etwas in und für die Östliche Vorstadt auf den Weg bringt, soll mit der Unterstützung des Beirats rechnen können.“

Geld gegen Rassismus

Als nicht weniger wichtig wurde im Fachausschuss die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt und Rassismus erachtet, die auch in der Östlichen Vorstadt grassieren. Projekte, die sich mit Rassismus und rechter Gewalt auseinandersetzen, stellen damit den zweiten Förderschwerpunkt in der Globalmittelvergabe 2021 dar. In der Konsequenz hat der Fachausschuss 7000 Euro reserviert und sich vorgenommen, mindestens 3500 Euro für Projekte des jeweiligen Förderschwerpunktes aufzuwenden.

Gleich beide diese Kriterien werden von den Migrantinnen-Tagen zur Förderung des interkulturellen Dialoges im Kulturzentrum Lagerhaus erfüllt. Die Antragssumme beläuft sich auf 1200 Euro, 2020 bewilligten der Beirat Östliche Vorstadt 800 und der Beirat Mitte 400 Euro. Dabei soll es auch in diesem Jahr bleiben. Und noch ein zweiter Förder-Antrag wurde vom Lagerhaus an beide Beiräte gestellt und zwar in Höhe von 800 Euro für die interkulturelle Kindertheater-Woche, an der Jahr für Jahr rund 1500 Kinder teilnehmen. Auch hier bewilligten die Ausschuss-Mitglieder ihren Anteil.

Durch die Bank sehr positiv aufgenommen wurde auch die Zwischennutzung des leer stehenden Hauses Humboldtstraße 94 durch das junge A-Raum-Künstlerinnen-Kollektiv. Schon früh im neuen Jahr wollen sie mit dem Projekt „Awaken – Erwachen“ an den Start gehen. Der Titel bezieht sich auf die Möglichkeit, coronakonform wieder Kunst machen zu können, und zwar in Form von Performances und Workshops, unter anderem auch mit feministischen Schwerpunkt. Die Ausschuss-Mitglieder bewilligten die volle Antragssumme in Höhe von 1500 Euro.

Scharmützel um das Frauenmuseum

Um den Antrag, den das Bremer Frauenmuseum eingereicht hatte, gab es dann ein kleines verbales Scharmützel. Maria Busch von der Bürgerinitiative „Leben im Viertel“ bestand darauf, die Vergabe der beantragten 2000 Euro davon abhängig zu machen, dass auch die Helenenstraße als Ort der Armutsprostitution in den Stadtplan mit Orten einbezogen wird, den das Frauenmuseum erarbeiten will. Da es sich ausdrücklich um ein historisches Projekt handelt, stieß sie damit allerdings nicht auf die Gegenliebe der übrigen Ausschuss-Mitglieder.

Beachtung wurde auch dem hohen eigenfinanzierten Anteil von 1300 Euro des Projektes geschenkt, für das vom Frauenmuseum eigens eine Stelle geschaffen wurde. Schließlich wurde dem Chinelo-Theaterhaus für seine neueste Theaterproduktion „Göttin Demeter“ 1500 Euro und damit die Hälfte der beantragten Summe bewilligt. Dem Folge-Antrag für das Windrad-Projekt „Wind nutzen“ des Vereins Ökostadt Bremen der Gesamtschule Mitte und einer weiteren Schule wurden insgesamt 700 Euro bewilligt, da das Projekt noch Aussicht auf andere Fördergelder hat.

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