Grüne Gegenstimme: Bremen braucht Wohnraum

Beirat Vahr stimmt gegen Bebauung der Galopprennbahn

Neue Vahr Südwest. Mit einem gemeinsamen Beschluss von SPD, CDU, Linke, FDP und BiW (Bürger in Wut) hat sich nach dem Beirat Hemelingen auch der Beirat Vahr gegen einen möglichen Planfeststellungsbeschluss zur Bebauung der Galopprennbahn positioniert. In der vorangegangenen Diskussion sah sich besonders Anja Walecki (Grüne) Kritik ausgesetzt – ihre Fraktion hatte einen eigenen Antrag zur Galopprennbahn eingebracht, in dem die Pläne begrüßt werden.
17.11.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von CHRISTIAN HASEMANN

Neue Vahr Südwest. Mit einem gemeinsamen Beschluss von SPD, CDU, Linke, FDP und BiW (Bürger in Wut) hat sich nach dem Beirat Hemelingen auch der Beirat Vahr gegen einen möglichen Planfeststellungsbeschluss zur Bebauung der Galopprennbahn positioniert. In der vorangegangenen Diskussion sah sich besonders Anja Walecki (Grüne) Kritik ausgesetzt – ihre Fraktion hatte einen eigenen Antrag zur Galopprennbahn eingebracht, in dem die Pläne begrüßt werden. „Zur Debatte stand eigentlich ein überfraktioneller Antrag“, sprach Martin Burichter (BiW) indirekt die Grüne an. Anscheinend sei von der Landesfraktion der Grünen etwas auf den Schreibtisch „geflattert“. „Deswegen reagiert die BiW“, so Burichter weiter. Seine Fraktion lehne eine Bebauung ab, spreche sich aber dafür aus, das Gelände für eine größere Nutzung zu öffnen. „Die Rennbahn ist bei Sportveranstaltungen eine Brücke, die die Menschen aus verschiedenen Stadtteilen zusammenbringt.“

Anja Walecki hatte zuvor von einer trennenden Wirkung der Galopprennbahn zwischen den Stadtteilen gesprochen. Sie stellte das Potenzial der Galopprennbahn in den Vordergrund. „Endlich wäre mal Platz für Kitas, wir reden seit Jahren darüber und hätten nun die Chance.“ Bremen sei außerdem eine wachsende Stadt und brauche Wohnraum. In Bezug auf den Wohnraum sind sich die Fraktionen einig. Ulrich Maas (SPD) wunderte sich allerdings, dass immer neue Projekte angeschoben würden. „Es gibt eine ganze Menge an Flächen, gerade in Hemelingen, Gelände, wo etwas gebaut werden könnte, aber es nicht richtig in Schwung kommt.“ Es sei bemerkenswert, dass nun noch die Galopprennbahn ins Spiel gebracht werde. „Bremen verkauft sein Tafelsilber, um es für das Auslösen der Golf-Range zu benutzen.“ Er finde das nicht sinnvoll.

Martin Michalik (CDU) sagte: „Man kann sich vor der Zukunft nicht verschließen, dass dort gebaut werden wird, aber jetzt ist der falsche Zeitpunkt.“ Wenn schon die kleineren Sachen nicht geschafft würden, wie sollte es dann bei den Großen gelingen, fragte er. „Wir sollten Step-by-Step anfangen und kleine Gebiete entwickeln, bevor wir anderes zerstören“, so sein Plädoyer. Reinhard Viering vom Bauressort widersprach: „Das kann ich so nicht stehenlassen, dass wir andere Projekte nicht mit Nachdruck weiterverfolgen und jetzt einfach das Sahnestück bebauen.“ Andere Gebiete, wie das Könecke- und das Coca-Cola-Gelände wiesen teilweise sehr schwere Rahmenbedingungen auf. „Aber wir sind auch an kleineren Flächen dran und bemühen uns intensiv.“

Mit der Gegenstimme von Anja Walecki lehnte der Beirat Vahr einen Aufstellungsbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt ab und fordert eine Beteiligung der betroffenen Bevölkerung, bevor Fakten durch eine übereilte Kündigung für die Galopprennbahn geschaffen werden.

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