Ortspolitik sieht im Zugang zum Wasser den Schlüssel für gewerbliche Entwicklung Beirat will BWK-Kaje erhalten

Die Blumenthaler Ortspolitik setzt bei der Entwicklung des BWK-Geländes auf die Nutzung der vorhandenen Kaianlagen, auch wenn dies kostenträchtige Instandsetzungsinvestitionen erfordert. Das wurde am Montagabend in der Beiratssitzung deutlich. Zentrales Thema war der Planungsstand für die Erhöhung der Deichlinie zwischen Rekum und der früheren Bremer Woll-Kämmerei.
15.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Beirat will BWK-Kaje erhalten
Von Jürgen Theiner

Die Blumenthaler Ortspolitik setzt bei der Entwicklung des BWK-Geländes auf die Nutzung der vorhandenen Kaianlagen, auch wenn dies kostenträchtige Instandsetzungsinvestitionen erfordert. Das wurde am Montagabend in der Beiratssitzung deutlich. Zentrales Thema war der Planungsstand für die Erhöhung der Deichlinie zwischen Rekum und der früheren Bremer Woll-Kämmerei.

Blumenthal. 2009 hatte der Deichverband Rechts der Weser in Rekum den Startschuss für die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Bremen abgegeben. Auf 2,7 Kilometern Länge ist der Deich seither im nördlichsten Zipfel der Stadt von 7 auf 7,70 Meter angewachsen. Weitere Abschnitte befinden sich in der Planung oder im Genehmigungsverfahren, darunter die Bereiche Rönnebecker Hafen, Wasserweg bis B74 in Farge sowie Bahrsplate bis Bürgermeister-Dehnkamp-Straße. An all diesen Stellen muss der Deichverband als Projektträger technische Herausforderungen meistern. Doch unüberwindlich ist keines der Probleme, so dass voraussichtlich ab 2013/14 gebaut werden kann.

"Bei der BWK gestalten sich die Dinge jedoch komplizierter als gedacht", sagte der technische Leiter des Verbandes, Rolf Dülge, im Beirat. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die vorhandene Spundwand an der BWK-Wasserkante auf Geländehöhe zu kappen. Vier bis sechs Meter landeinwärts würde dann eine neue, höhere Wand entstehen, davor ein Wanderweg, der zum Flanieren am Fluss einlädt. Diese Vorstellung wurde 2010/11 durch eine neue Variante abgelöst. Im Rahmen des sogenannten Masterplans für die Wiederbelebung des früheren Industriegeländes hatte ein Team von Stadtplanern eine Dünenlandschaft entworfen, sozusagen als Übergang von der Uferzone zu einem restrukturierten BWK-Gelände. Bei diesem Modell wäre die neue Spundwand sogar fast 50 Meter landeinwärts errichtet worden. Aus Kostengründen scheint die Dünen-Idee inzwischen passé zu sein.

Doch ganz gleich, ob Promenade oder Dünenlandschaft: Mit einer Nutzung der vorhandenen Kaje durch ansiedlungswillige Betriebe wäre eine solche Ufergestaltung nicht in Einklang zu bringen. Das monierte in der Sitzung unter anderem CDU-Fraktionssprecher Ralf Schwarz: "Eine fünf Meter breite Promenade würde keinen Platz für die Verladung von Gütern lassen."

Den Zugang zum Wasser für Gewerbebetriebe zu erhalten - das war jedoch immer erklärte Absicht des Beirates. An diesen Konsens erinnerten in der Debatte auch Vertreter der SPD. Nur die Grünen meldeten Skepsis an. Ihr Vertreter Eike Schurr fragte Rolf Dülge, ob die Kaje überhaupt noch voll funktionstüchtig sei. Das musste der Ingenieur verneinen. Die Kaianlagen der früheren BWK seien einigermaßen marode und ließen sich auch nicht mit vertretbarem Aufwand ertüchtigen. Für einen Neubau veranschlagte Dülge 6 bis 7 Millionen Euro.

Ob dieses Geld aufgetrieben werden kann? Ortsamtsleiter Peter Nowack ist da optimistisch, wie er gestern im Gespräch mit dieser Zeitung herausstrich. Der Kostenrahmen für die Wiederbelebung des Wollkämmerei-Geländes liege derzeit bei rund 13,7 Millionen Euro. Es müsse gelingen, aus diesen Mitteln einen Teil für die Kaje umzuwidmen und weitere Fördertöpfe anzuzapfen. Nowack sieht die gewerbliche Zukunft des BWK-Geländes stark mit der aufstrebenden Offshore-Windenergiebranche verbunden. Das Areal eigne sich bestens für die Produktion und Verschiffung von Anlagen-Bauteilen.

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