Vollbremsung für Autoposer

Einstimmig für Sperrung des Sielwalls

Frisierte Angeber-Autos, die nachts mit dröhnendem Motor über die Sielwallkreuzung heizen, damit soll Schluss sein. Der Sielwall soll zwischen 20 Uhr und fünf Uhr morgens für den Autoverkehr gesperrt werden.
28.08.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Einstimmig für Sperrung des Sielwalls
Von Sigrid Schuer
Einstimmig für Sperrung des Sielwalls

Weil Anwohner und Polizei in den Abendstunden immer häufiger Autoposer rund um den Sielwall im ­Viertel registrieren, fordern Wirte, ­Politiker und Einzelhändler ein ­Durchfahrtsverbot.

Frank Thomas Koch

Frisierte Autos, die bis spät in die Nacht über die Sielwallkreuzung heizen und dabei ein Verkehrschaos verursachen: Mit diesem Imponiergehabe, das viele Viertelbewohner nervt, soll nun bald Schluss sein. Der Mobilitätsausschuss des Beirates Östliche Vorstadt hat jetzt einstimmig die Sperrung des Sielwalls für den Autoverkehr von 20 Uhr bis fünf Uhr morgens beschlossen. Ausgenommen sollen Taxen, Radfahrer und der öffentliche Nahverkehr sein. Am Montagabend soll nun der Mobilitätsausschuss des Beirates Mitte mit ins Boot geholt werden. Das dürfte lediglich eine Formalie sein.

Lesen Sie auch

Indes werden immer mehr Stimmen laut, die fordern, dass das sattsam bekannte Problem auch auf landespolitischer Ebene angegangen werden soll. Denn es gebe durchaus noch mehr Rennstrecken in der Stadt, beispielsweise in der Martinistraße, in Walle oder Gröpelingen, merkte der stellvertretende Ausschusssprecher Jens Schabacher (Grüne) in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am Donnerstagabend an. Er sieht auch den Senat gefordert, wenn es um eine Entzerrung der Party-Szene am Sielwall-Eck geht. „Das Steintor ist für diese Menge an Leuten einfach zu klein“.

Peter Kadach (CDU) plädierte für mehr Polizeikontrollen und empfindliche Geldbußen. Karin Steiger von der Anwohnerinitiative „Leben im Viertel“ (LIV) hat indes beobachtet, dass sich an dem Poser-Hotspot oft bis zu acht Polizeiwagen befänden, ohne dass das eine Wirkung zeigte. „Die Polizei greift nicht ein, weil man wohl Frankfurter Verhältnisse fürchtet“, so ihre Wahrnehmung.

Lesen Sie auch

LIV als auch Jürgen Schultz (FDP) äußerten Bedenken, dass mit der Sperrung des Sielwalls der Teufel zum Beelzebub gemacht werden und eine Ausweitung des Party-Hotspots entstehen könnte. „Schon jetzt werden die coronabedingten Abstandsregeln nicht eingehalten, besonders an den Wochenenden“, monierte Steiger. Natürlich müssten junge Leute Plätze zum Feiern haben, sagte Anke Koslowski (SPD). Aus Steigers Sicht kann es jedoch nicht angehen, dass der Sielwall von vielen auswärtigen Feierwütigen geflutet wird.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+