Langzeitfolgen einer Corona-Infektion

Corona-Risiken bei Versicherungen

Bei manchen Versicherungsanträgen müssen die Kunden zuvor Gesundheitsfragen beantworten und Vorerkrankungen angeben. Ob dabei künftig Covid-19 eine Rolle spielt, ist noch unklar.
10.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Corona-Risiken bei Versicherungen
Von Timo Thalmann
Corona-Risiken bei Versicherungen

Ob eine überstandene Covid-19-Erkrankung künftig die Möglichkeit beeinflusst, beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten oder ob das zu Risikoausschlüssen oder höheren Kosten führt, lässt sich derzeit noch nicht sagen

Christin Klose/dpa

Bei einer Reihe von Versicherungen sehen die Anbieter vor dem Abschluss zahlreiche Gesundheitsfragen vor, etwa zu bestehenden Vorerkrankungen. Das gilt etwa bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, bei privaten Krankenversicherungen oder auch einer Risiko-Lebensversicherung. Die Versicherer wollen dadurch gesundheitliche Risiken ihrer Verbraucher, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses schon bekannt sind, vom Versicherungsschutz ausschließen. Den Anbietern steht es zudem frei, Kunden deswegen komplett abzulehnen oder teure Zuschläge zu verlangen. Wer beispielsweise schon mal wegen seiner Bandscheibe in Behandlung war, dürfte kaum noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, die das Risiko abdeckt, wegen eines Rückenleidens arbeitsunfähig zu werden.

Berufsunfähig durch Covid-19

Ob eine überstandene Erkrankung mit Covid-19 künftig die Möglichkeit beeinflusst, noch eine solche Art von Versicherung zu erhalten oder ob das zu Risikoausschlüssen oder höheren Kosten führt, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Noch sind mögliche Langzeitfolgen von Covid-19 noch zu unbekannt und unsicher, als dass die Versicherungen sich dazu schon offiziell positioniert hätten. „Die Gesellschaften halten sich sehr bedeckt, wir wissen aber aus Gesprächen, dass schon Kunden abgelehnt wurden, die eine Corona-Infektion angegeben haben“, sagt Bianca Boss, Sprecherin des Bundes der Versicherten, einer Verbraucherschutzorganisation. Da für Ablehnungen aber gewöhnlich keine Gründe genannt werden, könne man nicht sicher behaupten, das liege an der Angabe einer durchgemachten Corona-Infektion.

Boss rät dennoch davon ab, die Erkrankung zu verschweigen. „Falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen führen fast immer dazu, dass sie im Ernstfall überhaupt keine Leistungen der Versicherung erhalten, auch wenn sie zuvor jahrelang Beiträge gezahlt haben“, sagt die Verbraucherschützerin. „Allerdings brauchen sie auch nur das zu beantworten, was gefragt wird.“ Und aktuell frage bislang keine Versicherung konkret nach einer Covid-19 Erkrankung. „Bei offen formulierten Fragen, die allgemein auf alle ärztlichen Behandlungen in den zurückliegenden fünf Jahren zielen, kommt der Kunde allerdings um die Angabe nicht herum.“

Anonymisierte Voranfragen

Boss rät zu anonymisierten Voranfragen an die Versicherer durch unabhängige Versicherungsberater. Denn einmal abgelehnte Versicherungsanträge verfolgen den Kunden. „Man landet dann in einer zentralen Datenbank aller Versicherer und hat gewissermaßen seinen Risikostempel weg.“

Marc Wolter von der Berliner transparent-beraten.de GmbH ist so ein Berater. Er meint zwar, nach derzeitigem Stand sei eine überstandene Covid-19 Erkrankung kein Kriterium für die Ablehnung eines Antrages auf Berufsunfähigkeitsversicherung, rät aber zur Sicherheit ebenfalls zur anonymisierten Voranfrage. Was er in jedem Fall empfiehlt, auch wenn nicht danach gefragt wird, ist die Angabe von Impfungen, auch gegen Corona. „Das ist keine ärztliche Behandlung und eher präventiv zugunsten des Versicherers.“ Die Gesundheit des Kunden werde geschützt, der Berufsunfähigkeit vorgebeugt. Langzeitfolgen durch die Impfung erwarten die Versicherer dagegen nicht. Und völlig unberührt von der Pandemie sind bereits zuvor bestehende Versicherungsverträge.

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