Autonome kritisieren Kapitalismus mit Aktion in Bremen Besetzes Haus freiwillig geräumt

Bremen. Mehrere vermummte junge Menschen haben bis zum Freitagnachmittag ein Haus in der Bremer Innenstadt besetzt. Nach Gesprächen mit der Polizei und dem Hausbesitzer Brepark ist das Gebäude freiwillig geräumt worden.
29.08.2014, 13:25
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Bremen. Mehrere vermummte junge Menschen haben bis zum Freitagnachmittag ein Haus in der Bremer Innenstadt besetzt. Nach Gesprächen mit der Polizei und dem Hausbesitzer Brepark ist das Gebäude freiwillig geräumt worden.

Es handelt es sich um das leerstehende Gewerbegebäude Am Wall, Ecke Abbentorstraße. Die städtische Parkhausgesellschaft Brepark erwarb es im vergangenen Jahr, um dort einen Neubau für ihren neuen Firmensitz zu errichten.

Die Hausbesetzung begann bereits am Freitagmorgen, berichteten gegen Mittag zwei unvermummte junge Männer vor dem Haus, die mit den Besetzern in ständigem Kontakt standen und anynom bleiben wollten. An den Außenwänden hatten die Hausbesetzer bis zum Nachmittag zwei Transparente herabhängen lassen. Darauf zu lesen: "Besetzt" und "Die Eigentumsverhältnisse zum Tanzen bringen". Ab und zu waren an den Fenstern zwei Vermummte zu sehen. Wie viele Besetzer beteiligt waren, ist unklar. In Anwesenheit der Polizei verließen schließlich gegen 15 Uhr zwei Männer das Gebäude.

Sie seien ein loser Zusammenschluss von Leuten, die sich dem "autonomen Milieu" verbunden fühlen, sagte ein Mittzwanziger, der sich Johannes nennt. Die Hausbesetzung habe sich gegen die herrschende kapitalistische Ordnung gerichtet, die einerseits Immobilienspekulation und Leerstand ermögliche, während andererseits "sozioökonomisch schwächer gestellte Menschen" immer schwerer bezahlbaren Wohnraum fänden. Das Haus wollten sie dauerhaft für eigene Zwecke nutzen - wofür genau, darüber hätten sie sich noch nicht verständigt gehabt.

Gemeinsam mit der Polizei diskutierten die beiden Besetzer nach Verlassen des Hauses mit der Geschäftsführerin der Brepark, Erika Becker, über ihre Absichten. "Ich nehme ihr Anliegen selbstverständlich sehr ernst", sagte Becker anschließend über die Besetzer. In der kommenden Woche stehe sie für ein ausführliches Gespräch mit den Hausbesetzern bereit. Ob die Brepark die Besetzer wegen Hausfriedensbruch verklagen will, ließ die Geschäftsführerin offen. (jse)


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