Schwachhausen Besseres Baustellen-Management besänftigt Anwohner

Schwachhausen. Mit der Baustelle und den damit verbundenen Einschränkungen haben sich die Anwohner um die Hartwigstraße inzwischen weitgehend arrangiert. Ein verbessertes Baustellen-Management hat sie besänftigt.
10.12.2012, 05:00
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Von Sheila Schönbeck

Schwachhausen. Mit dem Baulärm, den immer neu gesperrten Bereichen und den damit verbundenen Einschränkungen haben sich die Anwohner um die Hartwigstraße inzwischen weitgehend arrangiert.

Vieles, was zu Beginn der Kanalbauarbeiten für großen Ärger sorgte, konnte verbessert werden. Und der in der Wachmannstraße störende Besprechungscontainer für die Baustelle ist vor kurzem zum Schwachhauser Ring umgezogen.

Tiefe Gräben klaffen im Pflaster der Hartwigstraße. Bagger heben mit ihren Schaufeln bis zu zweieinhalb Meter tiefe Löcher aus, um die hundert Jahre alten Kanalrohre zu entfernen. An anderer Stelle, wo die neuen Rohre bereits eingesetzt sind, füllen sie wieder Erde auf. Baulärm erfüllt die Straße. Hinter dem Absperrzaun wuseln die Bauarbeiter mit ihren neongelben Jacken. Die umfangreiche Erneuerung der Abwasserkanäle durch Hansewasser ist im vollen Gange.

Seit Oktober ist die Hartwigstraße eine Großbaustelle und in wechselnden Abschnitten für Autos gesperrt. Zu Beginn der Arbeiten hatte es – wie berichtet – unter den Anwohnern und den örtlichen Geschäftsleuten großen Unmut über die baulichen Maßnahmen gegeben. Beanstandet wurden die zwei Meter hohen Bauzäune, die komplette Sperrung der Straße und die zu wenigen Querungsmöglichkeiten. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt, und die Anwohner haben sich mit der Baustelle arrangiert.

"Es hat sich etwas getan. Die Zäune wurden durch flachere Absperrungen ausgetauscht. Vorher fühlten wir uns wie Löwen im Käfig. Auch die partielle Sperrung jetzt ist in Ordnung", sagt Uta Turowski, Anwohnerin der Otto-Gildemeister-Straße an der Ecke Hartwigstraße. Gewisse Einschränkungen müssten während solch einer Bauphase halt hingenommen werden.

Krach gehört dazu

Das sieht Holger Lammers, Inhaber des Delikatessengeschäfts, ähnlich. Seit gut einer Woche hantieren die Arbeiter direkt vor seinem Geschäft. Krach gehört dazu. "Wohnen möchte ich hier gerade nicht. Aber so, wie es derzeit auf der Baustelle läuft, darüber kann man sich nicht beschweren. Anders geht es eben nicht", sagt Lammers.

Dennoch hat er einen Verbesserungswunsch: "Es wäre gut, wenn die Leute anhand von Flyern informiert würden, wann welche Seitenstraße gesperrt wird. Viele Menschen hier, vor allem Ältere, haben kein Internet, wo sie das nachschauen könnten."

Zu den älteren Anwohnern der Hartwigstraße gehört Elisabeth Cremer. Die 89-Jährige, die seit Jahrzehnten in dieser Straße lebt, stört sich gar nicht an den Absperrungen. Stattdessen freut sie sich geradezu über den derzeitigen Zustand, weil sie einen netteren Umgang unter den Nachbarn beobachtet. "Wir Anwohner kommen vermehrt ins Gespräch. Und Fußgänger und Radfahrer nehmen auf dem gemeinsamen Weg sehr viel Rücksicht", sagt die Seniorin, die auf einen Rollator angewiesen ist. Die Bauarbeiter seien fleißig und hätten immer einen lustigen Spruch parat.

Anja Laker hingegen, Inhaberin des Blumenladens in der Straße, hat das Gefühl, "dass es schneller vorangehen könnte". Sie sehe immer nur wenige Arbeiter. Ihr Unmut über die Baustelle sei noch immer da. "Aber ich weiß auch, dass es gemacht werden muss. Das Problem ist, dass nach wie vor meine Kunden nicht wissen, wie sie zu meinem Geschäft kommen", so Laker. Momentan sei die Situation günstig, weil der dritte Bauabschnitt vor ihrer Tür ende und Kunden dort parken könnten. "Dennoch bleibt die Sorge über weitere Umsatzeinbußen. Ich möchte niemanden entlassen müssen", sagt Laker.

Von Einbußen spricht auch Helga Lammers, die im Delikatessengeschäft ihres Sohnes Holger hinter der Theke steht: "Viele unserer Kunden kommen mit dem Auto. Wenn sie dann wegen der Baustelle nicht zu uns finden können, kommen sie erstmal nicht wieder."

Inzwischen ist ein weiteres Ärgernis im Zuge der Bauarbeiten auf Initiative des Beirats beseitigt worden: Der zur Baustelle gehörende Besprechungscontainer wurde von der Wachmannstraße an den Schwachhauser Ring verlegt.

Bis Juli 2013 sollen die Kanalarbeiten beendet sein. Dann rücken Arbeiter der Bremer Straßenbahn AG an und verlegen neue Gleise. Ab Oktober soll die Straßenbahnlinie 8 mit breiteren Wagen durch die Hartwigstraße fahren. Enden sollen die Umbaumaßnahmen im Dezember 2013.

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