WM-Stimmung in Bremen

Beste Stimmung beim Public Viewing

Bremen. Zwei Faktoren sind wichtig für den Spaß am Public Viewing – das Spiel und das Wetter. Zumindest das mit dem Wetter hat auf den letzten Drücker noch sehr gut geklappt am Sonnabend.
22.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Beste Stimmung beim Public Viewing
Von Ralf Michel

Zwei Faktoren sind wichtig für den Spaß am Public Viewing – das Spiel und das Wetter. Zumindest das mit dem Wetter hat auf den letzten Drücker noch sehr gut geklappt am Sonnabend. Und mit dem Unentschieden im WM-Spiel Deutschland gegen Ghana waren am Ende auch alle zufrieden beim gemeinsamen Fußballgucken im Viertel.

Keiner brachte es so schön auf den Punkt wie Daniela. Fußball alleine gucken? Am Ende noch zu Hause auf dem Sofa? Die junge Frau guckte völlig entgeistert. „Nein, das geht gar nicht. Natürlich gucken wir zusammen!“ Wer „wir“ war, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Hing davon ab, wer sonst noch ins „Klönschnack“ kommen würde. Aber eines war klar: „Hier wird auf jeden Fall gefeiert!“ Sprach’s, hängte sich bei ihrem Freund Daniel ein und verschwand in der Kneipe. So wie die beiden haben das viele gesehen, am Sonnabendabend im Viertel.

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Am meisten los war vor dem Theater am Goetheplatz. Hier steht die größte Leinwand im Viertel. Trotzdem ist das Ganze überschaubar. Und das ganz bewusst. „Wir wollen hier keine Mammutveranstaltung. Das läuft mehr so unter dem Motto: Wir im Viertel“, erklärt Arnold Arkenau, einer der Organisatoren vom Theatro.

Diesmal war’s eine Zitterpartie. Nicht nur das Spiel, sondern vor allem davor. Die heftigen Regengüsse am Nachmittag ließen Schlimmes erahnen. Aber einen echten Public Viewer kann das nicht schrecken. Außerdem werde es nicht regnen, betonte Jenny Acerra eine gute halbe Stunde vor dem Spiel mit Bestimmtheit. Sie war mit Marlon Karrasch und Andy Prem gekommen. „Wegen der Stimmung. Das reißt einen einfach mit, wenn so viele Leute für das eigene Land mitfiebern.“

Fünf Minuten später riss der Himmel auf, die Sonne brach durch und weg waren die letzten Zweifel. „Wir werden hier gleich mächtig laut schreien“, kündigte Fabiana kurz vor dem Anpfiff an. Die Brasilianerin war mit Thomas und Simone zum „Litfass“ gekommen. Die Leinwand ins Schaufenster gespannt, zwei große Boxen an die Hauswand gekippt, davor saßen dicht an dicht gut 100 Zuschauer. Die Bildqualität? Nun ja. Egal, auch hier zählte vor allem die Stimmung. Und die war top, auch als Ghana zwischendurch in Führung ging.

Den Vogel in Sachen Improvisation hat Norman Celik abgeschossen, der Inhaber des Werder-Imbiss’ an der Ecke Vor dem Steintor/Lüneburger Straße. Er hat kurzerhand einen Fernseher auf die Telefonsäule der Telekom vor seinem Geschäft montiert. Festgehalten von einer Schraubzwinge und angeschlossen über ein Kabel, das von der Decke des Vordaches baumelt. Viel mehr sei deshalb nicht los, aber ein bisschen Atmosphäre bringe der Fernseher schon, sagte Celik. Und außerdem könne er so selber während der Arbeit gucken.

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